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Wirtschaft

KWS meldet besseres Quartalsergebnis

AgE
am
05.06.2014

Einbeck - Die KWS Saat AG hat ihren Umsatz und das Betriebsergebnis im für sie wichtigen ersten Jahresquartal gegenüber 2013 steigern können.

Rapsfeld mit KWS Logo
Da der Konzern mit Hauptsitz in Einbeck vor allem im Mais- und Zuckerrübensaatgutgeschäft aktiv ist, bildet der Jahresauftakt den saisonalen Umsatzschwerpunkt. Wie das international tätige Unternehmen vor kurzem mitteilte, erhöhten sich die Erlöse in den ersten drei Monaten von 2014 um 5,6 Prozent auf 712,2 Millionen Euro.
 
Das operative Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um 6,9 Prozent auf 261,6 Millionen Euro zu. Für die ersten drei Quartale des seit Juli 2013 laufenden Geschäftsjahres ergab sich allerdings noch ein Rückgang des EBIT um 9,6 Prozent auf 167,8 Millionen Euro, obgleich die Umsätze um insgesamt 4,6 Prozent auf 921,7 Millionen Euro ausgebaut werden konnten.

Drei Prozent Umsatzplus erwartet

Für das bis Ende Juni dauernde Gesamtjahr 2013/14 erwartet die Konzernführung jetzt eine Zunahme der Umsätze um drei Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, jedoch eine Abnahme des EBIT um 11 Prozent auf etwa 134 Millionen Euro. Das entspräche einer EBIT-Marge von 11,4 Prozent, verglichen mit 13,1 Prozent im Vorjahr. KWS-Vorstandssprecher Philipp Frhr. von dem Bussche sprach mit Hinweis auf die unternommenen Anstrengungen von einem "weiterhin hohen Niveau". Zum bisherigen Geschäftsverlauf erklärte die Konzernführung, dass negative Währungseinflüsse Umsatz und Ertrag mit 42,4 Millionen Euro belastet hätten. Zudem habe der angekündigte Ausbau der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie des Vertriebs zu Mehraufwendungen von 30 Millionen Euro geführt. Damit werde die Grundlage für ein langfristiges Wachstum geschaffen, betonte die Unternehmensleitung.

Schwerpunkt der Forschung bleibt in Einbeck

Im Gesamtjahr 2013/14 werden laut Angaben des Konzerns gut 13 Prozent der erwarteten Erlöse für Forschung und Züchtung aufgewendet, nach 11,6 Prozent im Vorjahr. Von dem Bussche versicherte, dass der Schwerpunkt der Forschungsaktivitäten der Firmensitz in Einbeck bleibe.
 
Er kündigte gleichzeitig an, dass das Saatzuchtunternehmen ab dem nächsten Geschäftsjahr an einem zweiten Forschungsstandort in den Vereinigten Staaten die Arbeit aufnehmen werde. "Damit stärken wir unsere Position in der globalen Pflanzenforschung und bauen gleichzeitig unsere Präsenz in einem der wichtigsten Saatgutmärkte weiter aus", erklärte der KWS-Vorstandssprecher. Ein weiterer Schritt könne jetzt auch in China unternommen werden, nachdem das Pekinger Landwirtschaftsministerium dem Joint Venture mit dem langjährigen KWS-Partner Beidahuang Kenfeng Seed Ltd. genehmigt habe. Das Joint Venture werde jetzt die notwendigen Strukturen aufbauen, um 2015/16 sein operatives Geschäft aufnehmen zu können.

Das Maisgeschäft bleibt der Umsatzträger

Stärkster Umsatzträger für die KWS Saat AG ist das Maisgeschäft. Laut Konzernangaben erhöhten sich die Erlöse in diesem Segment im Berichtsquartal um 5,5 Prozent auf 465,7 Millionen Euro. Für die neun Monate bis Ende März wird ein Umsatzzuwachs um 7,1 Prozent auf 561,3 Millionen Euro ausgewiesen. Ungeachtet reduzierter Maisanbauflächen wegen der vermehrten Aussaat von Sojabohnen sei in Nordamerika eine Absatzsteigerung gelungen, hob das Einbecker Unternehmen hervor. Negativ hätten sich die Währungskurse in Nord- und Südamerika sowie Osteuropa ausgewirkt. Das EBIT sank im Zeitraum Juli 2013 bis März 2014 dem Konzern zufolge um 1,5 Prozent auf 103,5 Millionen Euro, während es im ersten Quartal 2014 um 6,8 Prozent auf 159,6 Millionen Euro verbessert werden konnte.

Hohe Nachfrage nach Zuckerrüben

Zum Segment Zuckerrüben führte die AG aus, dass eine anhaltend hohe Nachfrage in Nordamerika und in weiten Teilen Nordeuropas die Entwicklung begünstigt habe. Der Umsatz stieg im Berichtsquartal um 5,1 Prozent auf 233,3 Millionen Euro und bezogen auf neun Monate um 4,7 Prozent auf 259,2 Millionen Euro. Die Erlöszuwächse hätten teilweise die erhöhten Forschungs- und Entwicklungs- sowie Vertriebsaufwendungen kompensiert, so dass sich das EBIT im Segment Zuckerrüben nur um 1,6 Prozent auf 75,6 Millionen Euro verringert habe, berichtete der Konzern. Im ersten Quartal wurde hier eine Verbesserung um 4,7 Prozent auf 110,9 Millionen Euro verzeichnet.

Geringere Absätze im Segment Getreide

Das Geschäft im Segment Getreide war der KWS Saat AG zufolge von der geänderten Relation zwischen dem Roggen- und dem Weizenpreis geprägt. Während die Preise für Roggen im Vorjahr noch über denen für Weizen gelegen hätten, habe sich diese Entwicklung im aktuellen Geschäftsjahr wieder umgekehrt und zu einer geringeren Nachfrage nach Roggensaatgut geführt, insbesondere in Deutschland und Polen. Folglich sei der Umsatz in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres um 7,3 Prozent auf 97,2 Millionen Euro zurückgegangen, berichtete der Konzern. Das EBIT blieb aufgrund des veränderten Absatzmix und höheren Aufwendungen für Forschung und Vertrieb mit 25,4 Millionen Euro um 20,3 Prozent unter dem Vergleichsniveau von 2012/13.

KWS Lochow GmbH wird komplett übernommen

Der Vorstand teilte im Zusammenhang mit dem Segment Getreide zudem mit, dass man sich mit den Familiengesellschaftern der KWS Lochow GmbH - seit 1. Februar 2014 firmiert diese unter dem Namen KWS Getreide - über den Erwerb der restlichen 18,9 Prozent der Gesellschaftsanteile geeinigt habe. Ein entsprechender Kaufvertrag sei am 26. Mai 2014 beurkundet worden. Der Vollzug der Transaktion solle noch bis Ende Juni erfolgen. Die Familiengesellschafter beabsichtigten, in der Branche investiert zu bleiben und gegebenenfalls mit einem Teil des Erlöses KWS-Aktien zu erwerben.
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