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Dorf und Familie

Ländliche Gebiete weiter mit Defiziten in der Breitbandversorgung

AgE
am
04.08.2011

Berlin - Der ländliche Raum hinkt beim Breitbandausbau weiter hinterher. Das geht aus einem Bericht zum Breitbandatlas 2010 hervor, den Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler in Berlin vorgestellt hat.

Danach entfallen die Lücken in der Grundversorgung mit einer Breitbandverfügbarkeit mehr als 1 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Bundesgebiet fast ausschließlich auf ländliche Gemeinden.
 
Gleichzeitig jedoch wiesen ländlich geprägte Kommunen mit einem Plus von rund 16 Prozent zwischen Anfang 2009 und Ende 2010 die höchste Steigerungsrate bei Neuanschlüssen an das schnelle Internet auf. Defizite in der Breitandversorgung gibt es vor allem in Flächenländern mit einem hohen Anteil an ländlichen Gebieten. Am unteren Ende der Skala rangieren dabei die neuen Bundesländer.
 

Brandenburg hat die meisten weißen Flecken

In Brandenburg sind laut Bericht gut sieben Prozent der Haushalte noch nicht an das schnelle Internet angeschlossen. Ähnlich stellt sich die Lage in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen-Anhalt dar. Vier Prozent beträgt der Anteil der Haushalte ohne Breitbandanschluss in Sachsen, jeweils rund drei Prozent sind es in Rheinland-Pfalz und Bayern. Bei jeweils rund zwei Prozent liegt dieser Anteil in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Hessen und dem Saarland. Annähernd Vollversorgung ist in Nordrhein-Westfalen erreicht, wo die Situation mit der in den Stadtstaaten vergleichbar ist.

Mehr als 98 Prozent können mit 1 MBit/s surfen

Wie aus dem Bericht ferner hervorgeht, hatten bundesweit Ende letzten Jahres insgesamt 88,1 Prozent aller Haushalte allein über Funklösungen Zugang zum Internet mit einer Bandbreite von mindestens 1 Mbit/s. Das Bundeswirtschaftsministerium sieht hierin ein Indiz, dass sich im Breitbandbereich zunehmend die komplementäre Nutzung von mobilen und festen Diensten deutschlandweit etabliere. Drahtlose und drahtgebundene Technologien boten Ende 2010 insgesamt 98,3 Prozent der Haushalte Zugang zu einer Breitbandgrundversorgung. Im EU-Vergleich liegt Deutschland damit vor vergleichbaren Ländern wie Frankreich, Spanien und Italien.

Beleg für technologieneutralen Einsatz

Minister Rösler wertet die Ergebnisse als Beleg für die Notwendigkeit eines technologieneutralen Ansatzes bei der Anbindung an das schnelle Internet. Dies sei die Voraussetzung für eine dynamische und von gesundem Wettbewerb gekennzeichnete Breitbandentwicklung. Bereits heute könnten die Bürger mobil und leitungsgebunden die wesentlichen Dienste des Internets nutzen. Durch die hohe Dynamik beim Ausbau der Kabelnetze erhöhe sich zudem der Druck auf den Aufbau von Glasfasernetzen. Rösler: „Wir brauchen diesen Wettbewerbsdruck, um auch weiterhin im Breitbandmarkt eine weltweite Führungsposition einnehmen zu können."
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