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Dorf und Familie

Landfrauen: Mit Nadel und Faden zum Kunstwerk

Externer Autor ,
am
12.12.2012

Springe - Die Gruppe "Deisterflickwerk" des LandFrauenvereins Springe fertigt meisterhafte Patchworkarbeiten an. Zum zehnjährigen Jubiläum nähten sie eine Landkarte mit ihrem Wohnort.

Die Nähmaschinen rattern im Dorfgemeinschaftshaus von Springe-Völksen. Heute ist wieder der dritte Donnerstag im Monat, an dem sich die Patchwork-Gruppe "Deister-Flickwerk" trifft, um per Hand oder mit der Maschine gemeinsam zu nähen. Der Deister ist der bewaldete Höhenzug in und um Springe-Völksen: "Der gehört zu uns bzw. wir gehören zu ihm und deshalb gehört er auch in unserem Namen", sagt eine der Teilnehmerinnen der Gruppe, die zum Landfrauenverein Springe gehört. Zehn Frauen haben sich versammelt, die meisten sitzen hinter ihren Nähmaschinen. Aber auch zwei Bügelbretter sind aufgebaut, um den Stoff umzubügeln oder die zusammengenähten Patchworkarbeiten zu glätten.

Tischdecken für den Weihnachtsmarkt

Demnächst steht der Weihnachtsmarkt im Ort an. Dort haben die Frauen vom Deister-Flickwerk einen Stand und werden ihre Kunstwerke verkaufen. In diesem Jahr nähen sie Tischdecken in Sternenform: " Für den Weihnachtsmarkt brauchen wir immer etwas, was sich auch gut verkaufen lässt. In diesem Jahr haben wir uns diese Sterntischdecken ausgesucht, " sagt Silke Bartsch, die schon seit mehreren Jahren dabei ist. Die Tischdecken seien zwar recht anspruchsvoll, dafür aber auch sehr schön.

Seit zehn Jahren aktiv

Zehn Jahre ist es her, dass die Landfrauen in Völksen zwei Patchwork-Lehrgänge veranstalteten. Diese fanden so großen Anklang, dass sich eine Patchworkgruppe gründete, die sich seitdem regelmäßig trifft. Zum zehnjährigen Jubiläum haben die Flickwerkerinnen ein ganz besonderes Kunstwerk geschaffen - eine Ortskarte von Springe-Völksen aus Stoff, maßstabgerecht vergrößert. Selbst die Erdbeerfelder, die es früher in großer Zahl in dieser Gegend gab, fehlen nicht. Außerdem haben die Frauen Ortswappen appliziert. Das Werk hängt jetzt an der Wand ihres Treffpunktes im Dorfgemeinschaftshaus.

Lebenserinnerung aus Stoff

Roswitha Franz näht gerne mit der Hand. Sie zeigt auf eine Decke aus 150 kleinen sechseckigen Stoffstücken: "Das ist mein selbst genähter Lebenslauf." Jedes dieser Stoffsechsecke sei eine kleine Lebenserinnerung, erzählt sie. "Dieser Stoff hier ist zum Beispiel von einer Hose und einem Kleid meiner Tochter. Und das hier ist von meinem Polterabendkleid. " Auf die Frage, ob man eine Nähkünstlerin sein müsse, um beim Deisterflickwerk mitzumachen, winkt sie ab und sagt: "Im Grunde reicht es, wenn man mit der Nähmaschine geradeausnähen kann. Den Rest kann man bei uns lernen."
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