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Dorf und Familie

Landkreis lässt Aussaat polizeilich stoppen

Externer Autor ,
am
25.03.2015

Dieser Grünlandumbruch wird unangenehme Folgen für einen Landwirt aus Niedersachsen haben. Der Landkreis alarmierte die Polizei.

Wie die Kreiszeitung berichtet, geht es aktuell hoch her in der niedersächsischen Gemeinde Hellwege im Landkreis Rotenburg. Ein Landwirt aus Posthause hatte dort in der Wümmenniederung, einer Moor-, Geest- und Waldlandschaft, zwei neu erworbene Flächen umgebrochen. Nun aber hat der Landkreis die weitere Bearbeitung gestoppt.
 
Das Problem: Seit 2004 liege für eben jene betroffenen Flächen zwar ein Ackerstatus vor, allerdings mit einer Herausnahme aus der Nutzung, so Jürgen Cassier, Leiter des Amts für Naturschutz und Landschaftspflege.

Landwirte üben Kritik

Als der Landwirt am Mittwoch mit der Aussaat auf seinem neuen Acker beginnen wollte, hatten ihn Mitarbeiter des Landkreises sowie die zuständige Landschaftswartin Sabine Jeske vor Ort mündlich dazu aufgefordert, keine weiteren Arbeiten vorzunehmen. Dies habe der Landwirt jedoch ignoriert. Erst als die Polizei herbeigerufen wurde, konnte der Mann aufgehalten werden.
 
Bürgermeister Harling (SPD) übt scharfe Kritik am Vorgehen des Landwirts. Laut Harling distanzieren sich die Hellweger Landwirte in jeder Form : "Sie schütteln nur noch mit dem Kopf".

Rechtsgrundlage klären

Wie die Kreiszeitung berichtet, sei der Landwirt laut Jeske "absolut uneinsichtig" und berufe sich auf die Landwirtschaftskammer. Diese sei im Schutzgebiet Wümmenniederung aber nicht zuständig. Die Verfügungsgewalt über die dortigen Flächen liege bei der Naturschutzbehörde. Gabriele Hornhardt, CDU-Kreistagsabgeordnete, fordert die Prüfung eines Bußgeldes. Zuvor müsse aber die Rechtsgrundlage im betreffenden FFH-Gebiet endgültig geklärt werden.

Teure Saatmischungen nötig

Wie mit den Flächen nun weiter zu verfahren sei, wird geprüft. Laut Cassier müsse der Landwirt aber mit größeren finanziellen Ausgaben rechnen. Um den alten Zustand wieder herzustellen, werde wohl eine kostenintensive Spezialmischung an Grassaat auszubringen sein.
 
Landschaftswartin Jeske sieht die Sache allerdings sehr nüchtern, wie sie der Kreiszeitung erklärt. Was zerstört ist, ist zerstört: "Es wird Jahre dauern, bis die Fläche wieder halbwegs die alte ist."
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