Login
Ernährung und Gesundheit

Landkreistag fordert bessere medizinische Versorgung auf dem Land

AgE
am
16.04.2013

Berlin - Seine Forderung nach einer besseren medizinischen Versorgung in ländlichen Gebieten hat der Deutsche Landkreistag (DLT) bekräftigt.

"Gerade im ländlichen Raum müssen die Krankenhäuser finanziell so ausgestattet sein, dass sie auch ohne die Erbringung zusätzlicher Leistungen ihren Versorgungsauftrag erfüllen können", so DLT-Präsident Landrat Hans Jörg Duppré nach einer Präsidiumssitzung in Berlin. Seinen Ausführungen zufolge benötigen die Krankenhäuser noch im laufenden Jahr eine substantielle Soforthilfe.
 
Darüber hinaus sei der Ärztemangel auf dem Land "heilbar, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen und insbesondere die Landkreise besser in die Versorgungsplanung einbezogen werden". Bislang fehle jedoch ein kraftvolles gemeinsames Agieren.

Wege zur besseren Versorgung

Laut Duppré ist die stationäre medizinische Versorgung seit Jahrzehnten ein Kernbereich der gesundheitlichen Verantwortung der Landkreise. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, aber auch im Hinblick auf den zunehmenden Ärztemangel komme den ländlichen Krankenhäusern für die wohnortnahe Grund- und Regelversorgung eine besondere Bedeutung zu. "Dies wird noch nicht hinreichend im Fallpauschalensystem honoriert", kritisierte der DLT-Präsident. Beispielsweise müssten Leistungen der Grundversorgung im Fallpauschalensystem aufgewertet werden, um hierdurch die höheren Vorhaltekosten für die notfallmedizinische Akutversorgung im ländlichen Raum zu refinanzieren.

Realität des Ärztemangels

Um dem Problem des Ärztemangels zu begegnen, unterstützten die Landkreise zahlreiche Modellprojekte zur Sicherung der gesundheitlichen Versorgung der Menschen. Künftig müssten hinreichende Mitwirkungsbefugnisse der kommunalen Ebene in den Landesausschüssen der Ärzte und Krankenkassen bundesgesetzlich sichergestellt werden. Der Bundesgesetzgeber müsse außerdem die Primärversorgung in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten rücken. Für vordringlich hält Duppré wirksame Instrumente zur Bekämpfung der Unterversorgung insbesondere im hausärztlichen Bereich. Dazu könne auch eine Verpflichtung zur Ablehnung von Nachbesetzungsanträgen gehören, wenn in einem Planungsbereich deutliche Überversorgung herrsche.
Auch interessant