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Landlive-Diskussion: Wochenend- und Nachtarbeit versus Dorffrieden

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Julia Eder, agrarheute
am
02.05.2016

Derzeit diskutieren Landlive-User: Wann und wie spät dürfen Landwirte arbeiten? Und wie lässt sich das mit der gesellschaftlichen Akzeptanz vereinbaren? Wir fassen zusammen.

Landlive-User Frolic schreibt: „Ich bin kein Landwirt, aber Servicetechniker fürs Melken und gerne landwirtschaftlich tätig. In letzter Zeit habe ich immer wieder Diskussionen über das landwirtschaftliche Arbeiten an Wochenenden und Feiertagen gehabt. Man wollte mir weismachen, es sei verboten, zum Beispiel am Samstag Gülle zu fahren oder nach 22:00 Uhr Erntearbeiten auszuführen.“ Er fragt dann immer, ob sie bedenken, wo die Nahrungsmittel herkommen und dass Landwirte auf Wetter und Jahreszeit angewiesen sind. Aber die Frage bleibt:

Ist landwirtschaftliche Arbeit am Wochenende und nachts erlaubt? Und wie lässt sich der Friede mit den Nachbarn erhalten?

Die Fakten zu Wochenend- und Nachtarbeit

Rechtlich gilt:

  • Das Immissionsschutzgesetz schreibt zu bestimmten Zeiten Lärmgrenzwerte vor.
  • Von 22 bis 6 Uhr herrscht Nachtruhe
  • Auch an Sonn- und Feiertagen gilt: Lärmintensive Arbeiten müssen ruhen. Samstag ist hingegen ein normaler Werktag.

Doch es gibt Ausnahmen und viele Bundesländer haben eigene Regelungen:

  • Können landwirtschaftliche Arbeiten nicht verschoben werden, verkürzen einige Bundesländer die Nachtruhe um zwei Stunden, auf 23.00 bis 5.00 Uhr. Rheinland-Pfalz hebt in solchen Fällen die Nachtruhe ganz auf.
  • Einzelne Gerichtsurteile erlauben nächtlichen Erntelärm bis zu zehn Tage im Jahr.
  • Gleiches gilt auch hier für Sonn- und Feiertage.

Guten Ruf nicht aufs Spiel setzen

Nurich schreibt dazu: „Ich denke, dass Landwirte Rücksicht auf die Bevölkerung nehmen können und am Samstag nicht unbedingt Gülle an Wohn- oder Freizeitgebieten fahren müssen - auch wenn es rechtlich zulässig ist.

Und Blasi schildert aus seinem Dorf: „Also mit dem Güllefahren passen wir schon auf, dass wir die Wiesen, die auf drei Seiten Siedlung haben oder an ein Wohngebiet angrenzen, nicht Samstagnachmittag noch begüllen. Die Leute haben auch die ganze Woche hart gearbeitet und sollen sich sonntags mal draußen sitzen können. Beim Silieren kann man halt nicht immer so aufpassen, aber das dauert ja oft nicht lange. Man sollte seinen guten Ruf im Dorf nicht wegen ein paar Fässer Gülle aufs Spiel setzen.“

Nebenerwerb geht nicht ohne Nacht- und Wochenendearbeit

240236 meint hingegen: „Es gibt Betriebe (nicht nur Nebenerwerbsbetriebe), bei denen wird das meiste am Wochenende gemacht und unter der Woche sieht man keinen. Ich kenne einen Betrieb, da sieht man grundsätzlich bis 15 Uhr niemanden und dann wird bis spät in die Nacht gearbeitet.“

Und auch D3506 merkt an: „Der überwiegende Großteil der verärgerten Bevölkerung flackt ab Freitagnachmittag daheim, während Nebenerwerbslandwirte unter der Woche einer Tätigkeit nachgehen, um ihr Ein- und Auskommen zu erhalten, das dann am Wochenende daheim am Hof erweitert wird oder werden muss.“

Was ist Ihre Meinung? Wie lässt sich der Dorffrieden mit den landwirtschaftlichen Arbeiten vereinbaren? Wie viel kann unter der Woche und was muss am Wochenende oder nachts erledigt werden? Diskutieren Sie mit im Landlive-Threat.

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