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Dorf und Familie

landlive.de: Ernteschlachten und Trouble um Allgäuland

Externer Autor
am
26.08.2011

"Es ist zum Heulen", beschreibt Arcus den katastrophalen Zustand seiner Felder. Auch die drohende Insolvenz der Allgäulandmolkereien, sowie Motocross-Rowdies waren Thema.

Ernte 2011 im Nordosten
 
Arcus zeigt in diesem Thema  wie katastrophal die Erntebedingungen dieses Jahr in Mecklenburg-Vorpommern sind, er schreibt dazu: "ich wollte euch mal zeigen, wie der tägliche Zustand auf den Feldern bei vielen Landwirten im Nordosten derzeit ist. Es ist langsam wirklich zum heulen. Auch Mähdrescher mit Bandlaufwerken kommen nicht wirklich weiter. Nach 350mm Regen im Juli und nochmal reichlich Wasser von oben im August, sind die Flächen kaum befahrbar. Die Qualitäten sind ebenfalls schlecht. Dazu kommt noch Futterknappheit bei Grünlandbetrieben, weil viele Wiesen seit Wochen überflutet sind. Jammern gehört ja zum Geschäft bei Landwirten. Wenn sie aber still sind und gar nichts mehr sagen, dann ist es wirklich schlimm. Leider sieht man dies hier sehr häufig in letzter Zeit."  Darky erlebt gerade die selbe Situation: "hier ähnlich, die nachfolgende Bodenbearbeitung ist ein Horror  und Heu noch nicht von der Wiese weil's dauernd regnet." Und auch Rush kann berichten: "Vor allem du fährst und plötzlich sitzt man ein Stockwerk tiefer. Bei uns gehts auch nur langsam voran. Immer wieder kurze Schauer. Und wieder warten."  DWEWT macht ein äußerst großzügiges und uneigennütziges Angebot: "landtechnisch kann ich Euch sicher nicht helfen. Aber, futtertechnisch würde ich einem "bedürftigen"Betrieb mit 50 Rundballen Kleegrassilage, 2. Schnitt, 38%TS weiterhelfen wollen. Ich gebe diese Ballen kostenlos ab. Meine Ernte war, ganz offensichtlich im Gegensatz zu Eurer, in diesem Jahr sehr gut. Wir können die Ballen hier auf dem Betrieb sorgfältig verladen. Lediglich der Transport müsste vom Empfänger vorgenommen werden. Nenne mir die Adresse eines Dir bekannten Empfängerbetriebes per PN und die Sache läuft. Es ist mir egal, ob es ein Öko.- oder Konvi-Betrieb ist."
mehr hier:                     http://agrarheute.landlive.de/boards/thread/35312/page/1/

Und passend zum Thema:
 
Betriebe in Norddeutschland suchen Drescher möglichst mit Bandlaufwerk und Allrad
 

BDM treibt Allgäuland in die Insolvenz und Bauern in den Ruin

Hausi macht sich seinem Ärger Luft: "alle 6 Eigentümergenossenschaften der Allgäuland GmbH stimmen diese Tage über den Verkauf der GmbH an Arla Foods ab. Dies wäre die letzte Chance Allgäuland vor der Insolvenz zu retten. Nachdem die Genossenschaften in Riedlingen und Bad Wörishofen mit 98 btw 94,7 % für Arla gestimmt haben, entschieden sich gestern die Bergbauern mit nur 69% Zustimmung (75% wären nötig gewesen) für die Insolvenz. Dabei war es wieder offensichtlich, dass der BDM ähnlich wie bei der Breisgaumilch Vollmachten von nicht mehr aktiven Mitgliedern gesammelt hat, um eine Arla- Übernahme zu verhindern. Anfang der Woche hat der BDM ein Rechtsgutachten Über den Milchboard- Verteiler geschickt, indem ein Herr von Hößlin darstellt, dass ein Insolvenzverfahren gar kein Problem ist. Zusammen mit Zott und der Bergmilch e.G. hat der BDM im Vorfeld der Generalversammlungen massiv Stimmung gegen eine Arla- Übernahme gemacht. Auffällig dabei war, dass die Wortführer immer diejenigen waren, die nicht von der Milch, sondern vom Tourismus leben. Nun ist der Weg in ein Insolvenzverfahren fast unumgänglich. Das Insolvenzverfahren würde bedeuten, dass das Augustmilchgeld im September nicht ausgezahlt würde. Der vorläufige Insolvenzverwalter würde mit ziemlicher Sicherheit den Betrieb fortführen. Aufgabe eines Insolvenzverwalters ist es, die Gläubiger zu entschädigen. Im Falle Allgäuland sind die Milcherzeuger jedoch nicht Gläubiger, sonden Schuldner. Der Insolvenzverwalter muss also einen möglichst hohen Gewinn pro Liter Milch erzielen, die Höhe des Gewinns kann er über den Milchpreis steuern. Was das also für den Milchpreis bedeutet, kann sich jeder vorstellen." Dazu schreibt Rottalboy: "Dann schiessen sich etliche ins eigene Knie. Aus eigener leidvoller (zweifacher) Erfahrung kann ich nur empfehlen, eine Geno schnell zu verlassen, wenn verstärkt Gerüchte über eine Schieflage auftauchen. Ich weis, hilft in dem Fall nichts mehr. Aber vlt. kriegens die Kurfe doch noch und retten sich wenigstens das Milchgeld noch.  Andererseits kann evtl. Arla die Allgäuland dann billig aus der Konkursmasse übernehmen, und die Sache auf gesunde Füsse stellen."darauf wiederum Hausi: "W ie du sagst, das hilft jetzt leider nicht mehr. Jetzt gab es nur die Alternativen: Insolvenz oder Arla. Für Arla war allerdings ein 3-jähriger Vertrag Voraussetzung, weil die natürlich wissen, dass kein Landwirt mehr Vertrauen hat in die Allgäuland. Diese 3 Jahre könnten der Knackpunkt gewesen sein."

Motocross auf Abwegen

Auch  Betzera ist empört: "Als ich heute für unsern Nachbarn Gülle einarbeitete, fielen mir Spuren von Crossmaschinen auf frisch gegrubberten Feldern auf. Wenn man die Spuren verfolgte erkannte man das auch in frisch gesähten Rapsfeldern kreise gezogen wurden. Wer sowas macht dem gehört doch wirklich mal eine gescheite auf den Deckel.  Ich habe nix gegen Crossfahrer, da ich selbst eine besitze aber Felder und Wiesen sind Spergebiet. Mich würde interesieren was man als betroffener Landwirt mit solchen Verbrechern machen kann? Müssten nich solche [Betreten Verboten] Tafeln aufgestellt sein um einen solchen Crossfahrer mal richtig dran zu kriegen? Ist das beim Feld wie beim Hof, läuft das dan unter Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung etc?" Paula gibt den Tipp: "Den Schaden dokumentieren, wenn möglich die Fahrer erwischen (Foto, Kennzeichen) und Anzeige wegen Sachbeschädigung erstatten." Rottalboy meint: Eigentlich ist es ein Verstoss gegen Art. 30 Bayerisches Naturschutzgesetz. und gibt gleich den passenden Link dazu: Link So rund um Art. 30 ist es interessant."Darky schreibt: " Leute erwischen u ermahnen. Meist sinds Jugendliche die schlicht nicht wissen das sie da Mist bauen. Übers gegrubberte wärs mir ja wurst, da kann man ja bestimmt ne Lösung finden."

Schwarzhafer, Wie vermarkten?

Pferdemaus fragt die Comunity: "Wir haben dieses Jahr zum ersten mal Schwarzhafer geerntet!
Hat jemand Erfahrung damit? Wir wollen ihn jetzt erst mal einlagern und versuchen ihn so gut wie möglich zu verkaufen was bei uns in der Gegend nicht so einfach wird glaub ich." RROTERBARON meint: "der ist doch der Renner bei den Pferdehaltern zur zeit fast ne Mode
weil der ein besseres Stärke/Kleie/Protein Verhältnis hat der Mehlkörper ist kleiner glauben die". Auch greenZebra schreibt: "Der ganze Zauber beim Schwarzhafer sind die Anthozyane in der Spelzen, ich hatte da schon interesannte Gespräche mit nen Mann von der Saatenunion.... wie wars das, der Glaube an das Gute machts ."DerStorch gibt Tipps: "Welche Sorte hast Du denn angebaut und wieviel davon geerntet? Wenn Du das verkaufen willst, ist die Qualität wichtig. Muss richtig dunkel schwarz sein.... Und hohes Hektolitergewicht. Geht aber nur an die Pferdeleute. Schälmühlen werden das nicht nehmen. Ist bei Euch ein Pferdehof in der Nähe? Ansonsten ab nach Frankreich damit."

Neuer Blog: Frauen ans Ruder

dlz-Editorial September 2011: Bauerfrau - Powerfrau
 
Hier stellt DLZ-Chefredakteur Detlef Steinert die neue Titelgeschichte des kommenden DLZ_Agrarmagazines vor: "Liebe Leser, wann haben Sie Ihrer Partnerin zuletzt gesagt, wie wichtig es ist, sie an Ihrer Seite zu haben? Dass es im Betrieb und in der Familie nur mit ihr so richtig rund läuft und ihre Ideen, ihre Tatkraft und ihre Unterstützung einfach unverzichtbar sind? Liebe Leserinnen, wann haben sie Ihrem Partner zuletzt gesagt, wie wichtig es für Sie ist, Entscheidungen gemeinsam zu treffen? Dass sie sich immer wieder freuen, seine beste Ratgeberin zu sein?Liebe Leserinnen, liebe Leser, legen Sie – ausnahmsweise – Ihr dlz agrarmagazin für einen Moment beiseite und tun Sie es! Sie werden spüren, wie gut das tut. Ihnen. Aber auch Ihren Kindern – gerade wenn eines in Ihre Fußstapfen treten und den Betrieb einmal übernehmen will. Partnerschaft haben auch die Eltern von sechs jungen Frauen ihren Kindern vorgelebt. Wir stellen sie in unserer Titelgeschichte ab Seite 146 vor. Zwei ganz unterschiedliche Betriebe, einer im Norden, einer im Süden, einer mit Milchvieh, einer mit Ackerbau stehen im Mittelpunkt. Beides Mal bekennen die drei Töchter selbstbewusst: Zu meiner Zukunft gehört Landwirtschaft!"
 
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