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Dorf und Familie

landlive.de: Ernteverlusten gegensteuern, Melken ohne Trockenstellen und Nawarobonus

Externer Autor ,
am
05.02.2011

Wie beugt man Ernteausfall vor? Kann man Kühe auch durchmelken und gibt es für separierten Gärrest den Nawaro-Bonus?

Dreschen unter extremen Bedingungen (klick aufs Bild) © Landliveuser helmuth
 Ernteverluste - wenn das Wetter nicht mitspielt. Was nun?

Diplomant aus Hamburg fragt: "Liquiditätsrisiken, Wetteränderungen, Ernteverluste, Versicherungen, Wetterderivate, Risikoausgleichsrücklage, Risikomanagement im Ackerbau und vieles mehr sind Themen, mit denen ich mich im Rahmen meiner Diplomarbeit beschäftige. Diverse Beiträge zum Thema "Finanzierung von Ertragsverlusten im Ackerbau", hören sich zwar ganz nett an, oft stelle ich mir aber die Frage, ob die Instrumente (wie beispielsweise eine Risikoausgleichsrücklage) von den Anwendern, also den Landwirten (Fokus Ackerbau) überhaupt gewollt werden. Leider werden viel zu oft Entscheidungen "von oben" getroffen, mit denen man dann "klar kommen" muss. Ich würde mich gerne mit ein paar Praktikern unterhalten, um herausfinden was Sie von ausgesuchten Finanzkonstrukten bei Ertragseinbußen halten und wie sehr Ihnen mögliche Wetteränderungen zusetzen." Cuxman ist der Meinung: " Das Risiko für einen Totalverlust ist für die Meisten doch eher gering. Der Rest ist unternehmerisches Risiko. Will ich das nicht tragen, muss ich einen Teil meines möglichen Gewinns abgeben. Eine Risikoausgleichsrücklage kann ich mir auch selber anlegen. Wird diese von oben verordnet, wollen wieder andere daran mit verdienen. Es würde wieder ein Apparat finanziert werden müssen und bei Schäden muss ich dem Geld hinterher laufen. Des weiteren wäre das, so wie ich es sehe, auch wieder nur eine Umverteilung zwischen den Landwirten oder soll da von außen zusätzliches Geld hinein gepumpt werden?" Und Shockwave schreibt: "bei vielen wird das Problem wohl über die Hausbank mit Frühzeitigen (bevor eine Liquiditätslücke auftritt) Gesprächen und langen Finanzierungen von 4 bis zu 10 Jahren gelöst ...Zinsen hierbei im Moment bei 4,0 % im Rating als A-betrieb ......mit Klauseln drin, das man bei guten Erträgen im nächsten Jahr die Laufzeiten verkürzen kann ...sog. Varioflex Kredite...so hab ich das in der Fachschule gelernt" Auch Notill ist der Meinung: "Es ist in meinen Augen ein Unverantwortlicher Eingriff in die Unternehmerische Freiheit, soweit sie in unserm Land noch vorhanden ist. in Erster Linie werden die Ohne Risikobewustsein gefördert auf Kosten derer, die verantwortlicher handeln oder auf einem eher risikolosen Standord wirtschaften. Eine weitere Maßnahme um Büroplätze auf Kosten der Landwirte zu finanzieren. Sollte dann über das ganze Versicherungsgebiet eine Dürreperiode oder Dauerregen die Ernte Vernichten, wird die Versicherung kollabieren, und wir gehen wieder Leer aus."
diskutieren sie mit:            http://agrarheute.landlive.de/boards/thread/29484/page/1/
 

Melken ohne Trockenstellen

RRoterbaron fragt die Landlivegemeinde: "Heute im BR-Unser-Land kam ein Beitrag über das Thema Melken ohne Trockenstellen. Wer kennt Pro und Kontra oder praktiziert es? Steigt der Eiweißgehalt, wie sieht es mit klinischer und subklinscher Ketose aus?  Was macht die Mastitis, hat es Auswirkungen auf die Nutzungsdauer des Tieres?"  Flamengo schreibt dazu: "Kühe, die bis zum kalben durchgemolken werden,haben bessere Blutzuckerspiegel,deswegen sind die auch gesünder.Aber nach dem Kalben werden die erheblich Stoffwechselproblemen haben.Werden auch kein Biestmilch geben, ist nicht gut fürs Kalb. Wir haben auch mal eine Kuh gehabt,die bis zum Kalben 20 l pro Tag gegeben hat.Keine Chance gehabt, sie zu trockenstellen.Haben wir halt dann auch durchgemolken. Keine Auffälligkeiten Gesundes Kalb.Gute Milchleistung." Viola hat ähnliche Erfahrungen gemacht: "wir mußten das einmal aus der Not heraus praktizieren, ich habe geschwind ein paar Zahlen dazu heraus gesucht: Wir hatten eine Kuh in der 5. Laktation, die nach 299 Tagen 11000 gemolken hatte, und zum Trockenstellen kommen sollte. Das vorletzte Gemelk (nach 269 Tagen) waren 30,6 Liter (soviel zum Thema man kann nicht mit 20 Litern Trockenstellen). Das letzte, und das kam uns schon komisch vor, waren wieder 35,2! Kurz darauf hatte sie einen Abort. Wir haben sie durchgemolken. 1.Gemelk der neuen Laktation 34,4 Liter. Im Verlauf Gemelke mit einem Schnitt von 27/ 28 Litern. Nach 258 Tagen war Schluss, 7635 Liter. Sicherlich könnte man meinen, der Abort hätte die Kuh zusätzlich geschwächt. Sie kam aber schnell auf die Beine, frass und war fit."
Alle Beiträge hier:      http://agrarheute.landlive.de/boards/thread/29463/page/1/

NawaRo Bonus für separierten Gärrest?

Heggo möchte Wissen: "Wir wollen nächste Woche 1500m³ Gärrest Separieren, ergibt Schätzungsweise 300t Feststoff. Da uns dieses Jahr 150t Mais fehlen, wollt ich den Großteil des separierten Festsoffs wieder in den Fermenter schicken und  so die 150t wieder ausgleichen. Bekommt man für den separierten Gärrest auch den NawaRo Bonus? Für separierte Gülle bekommt man ihn..." Schwienebur ist der Meinung: "Könnte mir denken, dass es kein Problem ist, wenn es dein eigener Gärrest ist. Wäre dann ja praktisch nur eine Verlängerung der Verweilzeit. Wenn das Separat aus einer anderen BGA stammt, könnte es Probleme geben, besonders wenn es eine Kofermentanlage ist." Und auf die Aussage von Notill: "alleine der Versuch, ist eigentlich schon strafbar, da ja für das Gleiche Material zum zweiten mal Subvention beantragt werden würde! Bei Gülle ist das was anderes, da bei dieser ja einfach nur ein Verdichteter Teil der Gülle vergoren wird. Das dafür Nawarobonus bezahlt wird halte ich für komisch, wohl eher ein Güllebonus, oder?" antwortet er: "Das seh ich anders. Man kassiert nicht für das Material an sich die Einspeisevergütung, sondern für die daraus gewonnene Energie und wenn ich aus dem gleichen Material mehr raushole, kann das nur im Sinne des Erfinders sein. Das fällt für mich unter Effizienzsteigerung!"

Fusion Humana-Nordmilch

Wildschütz gibt bekannt: "Vor ca. 2 Std. wurde bekannt, daß die Vertreterversammlung der HUMANAder Verschmelzung beider Milchverarbeiter zugestimmt hat. Die Zustimmung bei Nordmilchsei angeblich nur noch eine Formsache und somit sei die angestrebte Fusion "in trockenen Tüchern". Neue Firmenbezeichnung: Deutsches Milchkontor/DMK" Karlo ist nicht sehr begeistert davon: "Humana -Vertreter haben sich leider "aus terminlichen Gründen" nicht vorher Rat an der Basis gehohlt, sondern über die Köpfe der Masse der Bauern hinweg entschieden. Auf den letztjährigen Bezirksversammlungen gab es ja überwiegend ablehnende Kritik und Skepsis . Dieses Jahr hat man dann die Bezirksversammlungen zeitlich hinter die Vertreterversammlung gestellt , um Kritiker vor vollendete Tatsachen zu stellen. Die offizielle Begründung "terminliche Gründe " schreit vor Dreistigkeit und Verlogenheit! Damit sind wir dann wohl bei der Nordmilch angekommen." und CS schreibt: "Ich halte grundsätzlich die Fusion für richtig. Aber ich denke aus Sicht der Nordmilch hätte man ruhig noch 1 - 2 Jahre warten können, weil die Nordmilch hätte ne besser Verhandlungsposition gehabt und hätte weniger Kompromisse gegenüber der Humana eingehen müssen. 1. Firmensitz Everswinkel ist ja wohl lächerlich, fernab der Hauptproduktionsregion 2. Integrationsbeauftragter, unnötig aber jeder kann sich ja denke warum und für wen dieser Posten extra geschaffen wurde. 3. Die Preistaffel die es bei der Nordmilch gibt hätte für ganze Unternehmen gelten müssen. So müssen die im Schnitt größeren Nordmilchlieferanten die kleineren Struktur bei den Humanalieferanten subventionieren.
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