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Dorf und Familie

landlive.de: Frauenquote, Melkstandgröße und wo sind die guten Arbeiter?

Externer Autor ,
am
12.08.2011

Braucht es in der Landtechnik eine Frauenquote? Wie groß muss ein neuer Melkstand sein? Und wie findet man gutes Personal?

Doppel 20er Xpressway (klick aufs Bild) © Landliveuser Farmer94
Welche Melkstandgröße?
 
BauberaterUwe schreibt: "aus aktuellem Anlass stelle ich mal eine, im Beratungsgeschäft sehr kontrovers diskutierte Frage: Wie groß soll ein Melkstand für welche Bestandsgröße sein? Und ab welcher Bestandsgröße macht der Übergang vom Gruppenmelkstand zum Karussell Sinn? Eckdaten:  Ich gehe davon aus, dass bis zu 120 Kühen die Familie selbst melkt, evtl. unter Zuhilfenahme von Aushilfen. Größere Betriebe beschäftigen sinnvollerweise meist eine Teil- oder Vollfremd-AK."  fendtfan meint dazu: "Da denke ich, muss man stark differenzieren: Wenn man jetzt nur den zeitlichen Bedarf ansetzt, würde ich persönlich sagen, dass eine Melkzeit inkl. Nachreinigung möglichst nicht länger als 2-2,5 Stunden dauern sollte. Somit würden täglich insgesamt rund 5 Stunden im Melkstand verbracht werden, hinzu kommt noch die Systemreinigung. So, das heiß aber auch, dass bei diesem Szenario die teure Technik 18 oder mehr Stunden nicht in Betrieb sind, wenn man von der verbreiteten 2-Melkzeiten-Strategie ausgeht. Aus dieser Sicht betrachtet denke ich, dass man ernsthaft überlegen sollte, ob man den Melkstand nicht erst kleiner baut, um die Technik mehr auslasten zu können. Hierbei muss man allerdings die Gesamtsituation des Betriebes berücksichtigen. Ein Betrieb, der 120 Kühe mit 2 AK betreibt, kann natürlich nicht lange melken und die Außenwirtschaft mit erledigen. Also müsste man dann überlegen, ob die außenwirtschaft nicht komplett abgegeben wird und man selbst nur im STall ist, sprich melken, füttern, Tierbeobachtung." Auch 9115 meint: "also mal vorweg, man kann keine Zeit sparen, sondern nur sinnvoll oder nicht sinnvoll verwenden.
Wir verdienen mit dem Melken unser Geld, somit ist das rausschinden der letzten Minute für mich keine Option. Wir melken gut 90 Kühe in einem doppel 5er Fischgräte (Automatische Abnahme, sonst nichts) mit 2 Personen. Eine Person melkt, der andere treibt nach, macht die Boxen sauber (Boden reinigt der Robbi) und füttert.Mit alllen Arbeiten (saubermachen) brauchen wir an guten Tagen 2 Stunden an schlechten (Kannenkühe) auch mal 2,5 Stunden. Dann ist der Stall gemacht und ich denke das ist nicht zu lang. Momentan erweitern wir auf 120 Kühe anschließend ist geplant den Melkstand auf doppel 7 zu erweitern. Eventuell mit Tierekennung." montecristo kommt auch mit einem Beistil aus der Nachbarschaft: "In der Nähe wird ein Karrussell mit 22 Plätzen für eine Herde von 130 Kühen demnächst eingebaut. Mir scheint das reichlich gross und teuer, es sollen 2 Melker darin arbeiten. Oder liege ich da falsch?"
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Wie gelingt es, gutes Personal für die Landwirtschaft zu finden?

Divina schreibt schon fast frustriert: "Weiss nicht wie es bei euch ist, aber wir in Niedersachsen haben schon arge Probleme, gute, mitdenkende ( wenn überhaupt!) Mitarbeiter, z.Bsp. für die Milchviehwirtschaft (Melken, Füttern, Misten, etc.) zu finden. Woran liegt das? Gibt es zu wenige, die sich in der Landwirtschaft engagieren wollen? Ist der Job zu unattraktiv? Wir hatten uns auch schon beim Arbeitsamt erkundigt, aber wer von dort kam ( oder sich vorstellen musste) hat erstmal minutenlang darüber referiert, warum er für den Job nicht geeignet ist, oder kam erst gar nicht zur Probearbeit. Wie sind eure Erfahrungen? Wo rekrutiert ihr eure Mitarbeiter (ausser aus der Nachbarschaft oder Ausland)? Gibt es spezielle Jobboersen für Landwirtschaftspersonal?" JW hat das so einen Verdacht: "Ich hab keine Mitarbeiter für die Landwirtschaft , ich mach meinen Kram selber. Mich wundert es eigentlich nicht , dass gutes Personal rar ist , da viele Betriebe die wachen , ja wirklich gutes Personal brauchen , keine Handlanger, sondern Profis , nur ist die Bezahlung denn so supergut , dass gleich so viele da anpacken ? selbst wenn nun kurzfristig der Lohn steigen würde , wäre nicht schlagartig mehr gutes Personal zur Verfügung , das muss sich erst mal rumsprechen , dass man in der Landwirtschaft auch sehr gut verdienen kann ...." Eifelyeti67 sieht das allerdings etwas anders: "Es wir überall das gleiche sein, ich habe für meinen Handwerksbetrieb ungelernte Helfer gesucht - sprich gering qualifizierte. Angeblich fehlen ja massenhaft solche Stellen.  Nach zwei Tagen hatte ich 10 Namen vom Arbeitsamt bei mir auf dem Tisch die sich bei mir melden sollten. Diese sind vom Arbeitsamt gleichzeitig benachrichtigt worden.  Ergebnis: nach zwei Wochen hatte sich keiner vorgestellt ! ! ! Was jetzt noch an Arbeitslosen rumläuft hat eh keine Lust auf Arbeit, egal was für eine. Facharbeiter die Arbeiten wollen finden direkt eine neue Stelle auch ohne Arbeitsamt." Und Kartoffelbluete schreibt: "War schon immer so, wenn die Industrie brummt, tut sich die Landwirtschaft schwer gute, motivierte Mitarbeiter zu halten oder gar zu finden. Das liegt zum einen am Lohnniveau und zum andern am schlechten Ruf was die Arbeitsbedingungen betrifft. Das hat schon mit Beginn der Industriealisierung begonnen als von den Gutsbetrieben die Schweizer (Melker) abgewandert sind. Dann sind meist auch die Kühe gegangen."
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Frauenquote – auch in der Landtechnik?

Die agrar_heute_redaktion fragt: "Wenn ein Kunde im Landmaschinen-Fachbetrieb am Tresen von einer Frau bedient wird, ist das ja noch nichts Ungewöhnliches. Ist sie jedoch Meisterin und erklärt ihm, was an seinem Schlepper defekt ist, dann sorgt das unter Umständen für große Verwunderung. Frau und Technik – wie geht das zusammen? Eigentlich hervorragend, schaut man sich die Leistungen von Frauen an, die bereits erfolgreich in Landtechnik-Berufen arbeiten, von der Geschäftsführerin bis hin zur Ingenieurin, Einkäuferin oder Landmaschinenmechaniker-Meisterin. Allerdings: Es sind einfach zu wenige. Warum ist das Eurer Meinung nach so? Warum fehlt in diesem Bereich der weibliche Nachwuchs? Brauchen wir dafür gar eine Frauenquote?  Rottalboy sieht das kritisch: "Wenn die Damen heutzutage einen Männerberuf ergreifen wollen, können sie das jederzeit tun. Es wird auch von der Masse der Menschen akzeptiert. Das passt schon. Völlige Idiotie finde ich eine Quote. Ich möchte die modernen Frauen auch nicht mit der Quote beleidigen. Übersetzt heisst das :" ihr seid zu blöd, euch selbst durchzusetzen." Mädels, ihr habt mittlerweile genug Biss." Genauso sieht es Motorenbauer: "Also ich kenne genug Firmen mit Frauenquoten, und halte wenig davon. Häufig werden Frauen dann bevorzugt und Männer benachteiligt. Wir haben auch einige Frauen, die sind aber durch ihre Leistung an ihre Stellen gekommen, und so ist es für mich auch ok." lila87 bringt es auf den Punkt: "Also ich finde es einfach nur peinlich, dass den Frauen immer eine Extrawurst gegeben wird: Frauenquote, Frauenparkplätze, usw. Muss dass sein? Wenn Frauen immer so für die Gleichberechtigung sind, warum können viele es dann nicht einfach akzeptieren, wenn es keine "Frauenextra`s" gibt?"
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Wirtschaftlicher Wiederaufstieg

Ein heißes Eisen fasst auch alois_burgstaller an: "Manche werfen beim leichtesten Huster schon ein Antibiotikum ein, andere warten, ob sich das Kratzen im Hals von selber wieder legt. Gibt es so etwas wie Selbstheilungskräfte für in Krise geratene Bauernhöfe? Man erfährt höchstens von abgewirtschafteten Betrieben, aber sehr selten von Beispielen, die sich erfolgreich selbst saniert haben, ohne groß Ratschläge von Aussenstehenden eingeholt zu haben.  Wenn es diese wirtschaftlichen Selbstheilungskräfte gibt, würde ich gerne etwas darüber erfahren, wie es gelungen ist, das Ruder wieder in die Hand zu bekommen." JW ist da skeptisch: "Nein es gibt keine Selbstheilungskräfte , noch dazu wenn die Schieflage mühsam erwirtschaftet wurde , da hilft auch meist keine Hilfe von außen. Bei uns hat das erst wieder einer hervorragend bewissen, Besitzer vom Berühmtesten Hof /Ort an der A8, ewig lang Kreisobmann beim BBV und doch den Karen so in den Dreck gefahren , das es zum weinen ist. Da wurde wirklich alles versucht , bis zu letzt das kannst mir glauben , nix zu machen , nun ist auch der letzte Rest dahin da hättest selbst du als Berater nix machen können. Wer Hilfe sucht und diese auch annimmt kommt erst gar nicht so weit.." nurich sieht es folgendermaßen: "ich denke es ist die Frage wie weit man in der Misere steckt. je früher man ein Problem erkennt desto leicher kann man gegensteuern, oder anders gesagt wenn der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht brauch ich meine Produktionstechnick nicht mehr groß überdenken. aber was ist das Problem der Hilfe von Außen?  Ein Außenstehender sieht Problemstellen oft besser als man selbst. An die Selbstheilungskräfte glaub ich nicht, man kann Probleme nicht aussitzen, da ist die Erfolgswahrscheinlichkeit zu gering. Dann lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" Und auch Darky meint: "Ich denke von selbst passiert nichts, wenn man aufwacht u merkt das der Karren fest sitzt dann muss man die Beine in die Hand nehmen u schaun das man sich so viel Hilfe holt wies geht."

Feldrandhygiene ohne Glyphosat

Wurstkammer wendet sich mit folgendem Problem an die  Landliveuser: "Wir bewirtschaften unsere Flächen mit minimaler Bodenbewegung. An den Feldrändern wandern nun langsam Gräser in die Flächen. Mit welchen mechanischen Möglichkeiten (pfluglos) könnte man Eurer Meinung nach dieser Entwicklung entgegenwirken?" Darky schreibt mit einem Augenzwinkern: "ja was willst da anders machen als Spritzen oder Mulchen..... oder alternativ Beweiden ^^ Abbrennen dürfte ne Nummer zu Heavy sein" und fügt noch an:"wenn du eh n Konvi bist dann fahr lieber aussen rum mit ner Mischung gegen Gräser...das dürfte das billigste sein." ueberpeter gibt aber zu bedenken: "aber bei Glyphosat am Feldrand heißt's wie immer aufgepasst." Bummalschupsa meint: "Die Antwort steckt in der Frage. Manchmal muß man über den Tellerrand schauen, manchmal auch über seinen Schatten springen. PS Es gibt auch scharlose Pflüge."
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