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Schleswig-Holstein

Landwirt muss 189.000 Euro für Straße zahlen

Traktor auf Straße
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Eva Eckinger, agrarheute
am
19.10.2017

Ein Landwirt aus Schleswig-Holstein muss 189.000 Euro Straßenausbaubeitrag bezahlen. Die Stadt hatte eine Strecke erweitern lassen, die an seinen Äckern vorbeiführt.

In Lütjenburg im Kreis Plön in Schleswig-Holstein wird ein Landwirt ordentlich zur Kasse gebeten. Er soll 189.000 Euro für eine Straße bezahlen, die von der Stadt gebaut wurde. Das habe das Verwaltungsgericht Schleswig entschieden, berichtet die Hamburger Morgenpost (Mopo).

Eine „totale Katastrophe, sagt der 61-Jährige gegenüber der Deutschen Presse Agentur (dpa).

189.000 Euro für Landwirtsfamilie mit zwei Kindern

Ursprünglich wollte die Stadt von der Landwirtsfamilie mit zwei Kindern sogar 217.000 Euro. Doch dagegen klagte sie vor dem Verwaltungsgericht. Nun wurde die Summe auf 189.000 Euro "herabgestuft", so die Mopo. In einigen Jahren solle der 22-jährige Sohn den Hof übernehmen. "Aber wenn es bei dieser Summe bleibt, braucht er gar nicht erst anfangen", sagte der Landwirt laut dpa-Bericht.

615.000 Euro Baukosten auf Anlieger umgelegt

Wie die Kieler Nachrichten erklären, hatte die Stadt 2011 eine etwa einen Kilometer lange Strecke ausbauen lassen. Die aber führt - unglücklicherweise für den Landwirt - direkt an den Äckern und Feldern der Familie vorbei. 75 Prozent der rund 615.000 Euro Baukosten habe die Stadt dann auf die insgesamt sechs Anlieger umgelegt.

Das Verwaltungsgericht hat demnach von der Ursprungsforderung der Stadt die Kosten für die Straßenlaternen und ein Stromkabel abgezogen, schlussfolgern die Kieler Nachrichten.

Landwirtsfamilie: Schlag ins Gesicht

Für die Familie ist das immer noch zu viel. Die Frau des Landwirts sagte gegenüber der dpa: "Für mich war das wie ein Schlag ins Gesicht, ich bin schockiert. Das setzt einem zu." Auf ein Vergleichsangebot gehe die Stadt laut Hamburger Morgenpost nicht ein und auch Lütjenburgs Bürgermeister wolle sich dazu nicht äußern. Die Familie weiß nicht, wie es nun weitergehen soll.

Mit Material von Hamburger Morgenpost , dpa, Kieler Nachrichten

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