Login

Landwirt darf Gänse weiterhin schießen

Nilgans
Thumbnail
Dagmar Deutsch, agrarheute
am
09.05.2018

Ein Landwirt aus Lippborg darf auf seiner Weide im Naturschutzgebiet auch weiterhin auf Kanada-, Nil- und Graugänse schießen.

Seit fünf Jahren schon kämpft ein Landwirt aus Lippborg in Nordrhein-Westfalen gegen die Gänseherden an. Sie grasen auf seiner Weide im Naturschutzgebiet in der Lippeaue und verkoten diese so sehr, dass das Weidegras für seine Kühe unbrauchbar ist. Besonders die invasiven Kanada- und Nilgänse, aber auch Graugänse, machten sich mit der Renaturierung und Vernässung der Flussauen in der Lippeaue breit.

Nur zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang

Der Naturschutzbeirat des Kreis Soest entschied nun, dass der Landwirt die Gänse im Januar weiterhin schießen darf, jedoch weder vor Sonnenaufgang noch nach Sonnenuntergang. Die Gänsearten seien in der Dämmerung nicht mehr zu unterscheiden. Bisher galt die naturschutzrechtliche Befreiung und die Gänse wurden auch außerhalb der Sonnenstunden geschossen. Das fand der Landwirt besonders effektiv.

Vogelschutzmaßnahmenplan bis 2020

Während der Diskussion des Naturschutzbeirats wurde dafür plädiert, landesweite Lösungen für das Gänseproblem zu finden. Bis 2020 soll ein Vogelschutzmaßnahmenplan für die Lippeaue erarbeitet werden. Zudem habe man beim Land eine Anfrage gestellt, wie die Frage der Entschädigungsregelung gelöst werden solle. Bis dahin sollte die Ausnahmegenehmigung für den Abschuss verlängert werden.

Mit Material von www.die-glocke.de

Diese invasiven Tiere sind in Deutschland etabliert

Amerikanischer Ochsenfrosch
Jagdfasan
Kanadagans
Marderhund
Nandu
Nilgans
Nutria
Rostgans
Sibirisches Streifenhörnchen
Sikahirsch
Waschbär
Amerikanischer Nerz
Kanadischer Biber
Bisamratte
Halsbandsittich
Schwanengans
Großer Alexandersittich
Auch interessant