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Dorf und Familie

Landwirt erschießt Kontrolleur: Sieben Jahre Haft

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Eva Eckinger , agrarheute
am
24.09.2015

Das Urteil für die tödlichen Schüsse auf einen Veterinär in Brandenburg ist gefallen. Der Landwirt wurde wegen Totschlags zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Ein Landwirt aus Klein Behnitz im Havelland hat Ende Januar mit einer Schrotflinte auf Behördenmitarbeiter geschossen, die seine verwahrlosten Rinder abholen wollten. agrarheute.com berichtete.
 
Ein Veterinärbeamter starb dabei durch einen Bauchschuss. Nun fiel das Urteil im Prozess gegen den 72-jährigen Täter, wie die dpa berichtet. Er muss sieben Jahre hinter Gitter.

Landwirt nahm auch Kollegin des Veterinärbeamten ins Visier

Am Tattag war das Opfer zusammen mit zwei Kolleginnen auf dem Betrieb des Landwirts erschienen, um die Tiere zu beschlagnahmen. Zuvor war es wiederholt zu Verstößen gegen den Tierschutz gekommen.
 
Der Mann verlor daraufhin die Nerven und schoss aus einer Entfernung von 20 bis 30 Zentimetern auf den Tiermediziner, wie die Staatsanwaltschaft mitteilt. Auch die Kolleginnen nahm er ins Visier, doch aufgrund eines technisches Defekts löste die Flinte nicht aus, wie ein Experte feststellte.

Totschlag und versuchter Totschlag

Der Landwirt warf den Veterinärbeamten während des Prozesses Räuberei und Hausfriedensbruch vor, wie die dpa berichtet. Der Schuss auf den Tiermediziner jedoch sei ein Unfall gewesen.
 
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Verurteilung zu neun Jahren Haft beantragt. Die Verteidigung plädierte auf fünf Jahre. Das Landgericht Potsdam sprach den Landwirt am Donnerstag wegen Totschlags und versuchten Totschlags schuldig.
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