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Fernsehsendung

Landwirt Rüdiger: „Bauer sucht Frau hat meinen Betrieb vorangebracht“

Bauer-sucht-Frau-Rüdiger-Kandidat
am Mittwoch, 01.12.2021 - 11:12 (Jetzt kommentieren)

Rüdiger Stahl hat 2020 bei Bauer sucht Frau mitgemacht. Für ihn ist die Sendung ein gutes Format. Im Interview erzählt er agrarheute, dass er es schade findet, dass die Sendung bei Landwirten so scharf kritisiert wird.

Bauer-sucht-Frau-Rüdiger-Filmdreh

Rüdiger Stahl leitet einen Betrieb mit Schweine- und Geflügelhaltung, Ackerbau, Weinbau, Hofladen und Gutsschenke in Gundelsheim in Baden-Württemberg. 2020 hat er als Kandidat bei Bauer sucht Frau mitgemacht. Nach seiner Bewerbung im April 2020 wurde dann im Sommer die Hofwoche gedreht. Seine Berufskollegen hätten seine Teilnahme zunächst kritisch gesehen. Tatsächlich ist die Sendung Bauer sucht Frau jedes Jahr ein heiß diskutiertes Thema bei Landwirtinnen und Landwirten. Rüdiger Stahls Erfahrungen mit Filmcrew und Ausstrahlung der Sendung waren jedoch ausschließlich positiv, sagt er.

Rüdiger, hatten Sie vor der Bewerbung bei Bauer sucht Frau Bedenken?
Nein, sonst hätte ich mich ja nicht beworben. Ich hatte mir allerdings keine allzu großen Chancen ausgerechnet, überhaupt genommen zu werden – ich dachte, ich bin zu normal, zu spießig oder zu seriös. Die wollen in der Sendung ja auch gerne etwas ausgefallenere Kandidaten. Als der Anruf kam, war ich ziemlich überrascht – und habe mich gefreut. Und so viel kann ich verraten: Es war eine Erfahrung die unbezahlbar ist.
Wie war der Umgang mit der Filmcrew bei Ihnen auf dem Hof?
Als das Filmteam zum ersten Dreh auf den Hof kam, für das Vorstellungsvideo, da wurde mir das erste Mal bewusst, worauf ich mich eingelassen hatte. Ich musste alles mehrmals wiederholen – ich bin ein Typ, der sehr viel redet und sich manchmal nicht alles merken kann. Am Anfang ist man einfach sehr unbeholfen und unerfahren. Das wird aber in den 8 bis 10 Tagen, in denen gedreht wird, viel besser. Irgendwann denkt man nicht mehr dran, dass man das Mikro bei sich hat.

Mein Hof im TV: "Ich habe die Ideen vorgegeben und dann haben wir das so gedreht."

Gibt es ein Drehbuch?

Nein, das gibt es nicht. Man kriegt nichts vorgeschrieben. Zumindest habe ich keines bekommen. Manche Kollegen haben vielleicht keine Ahnung, was sie auf ihrem Hof zeigen sollen. Die kriegen dann vielleicht Vorschläge, was sie zeigen oder sich einfallen lassen können. Mein Betrieb dagegen gibt unheimlich viel her, was man alles zeigen kann. Ich habe die Ideen vorgegeben und dann haben wir das so gedreht.

Klar kommen Anmerkungen vom Filmteam, die Crew sagt einem, wie es besser in der Kamera wirkt. Dafür sind die schließlich die Experten. Auch das Produktionsteam äußerst mal Wünsche. Aber was grundsätzlich gemacht wird, das war allein unsere Entscheidung. Ich konnte auch sagen, wenn ich nicht wollte, dass irgendwas gesendet wird, und das wurde dann auch nicht gesendet.
Als die Staffel ausgestrahlt wurde - wie fühlten Sie sich dargestellt?
Eigentlich perfekt. Ich meine, wir reden hier über das Format Bauer sucht Frau. Es ist keine Sendung, die zeigen soll, wie Landwirtschaft funktioniert. Es geht um Partnersuche und es ist eine Unterhaltungssendung. Und da muss auch mal ein Ausreißer oder ein etwas kurioses gezeigt werden. Aber ich habe selber entschieden, was ich zeigen wollte. Also konnten die auch nur das zeigen, was ich gemacht habe. So bin ich nunmal. Ich fühle mich gut dargestellt.

Meine Teilnahme an der Show: „Es gibt Kollegen, die lästern“

Wie sind Ihre Berufskollegen damit umgegangen? Gab es Lob, Kritik…?

Es wurde sehr viel darüber geredet. Nach Ausstrahlung des Bewerbungsvideos im April gab es viele Kommentare. Nette Kollegen stellen einen als mutig hin. Es gibt aber auch viele Kollegen, die lästern. Man erlebt das komplette Spektrum. Nun ja, man stellt sich in die Öffentlichkeit und bietet den Leuten die offene Flanke, auf die sie Breitseiten abgeben können. Das ist schon ein ziemlicher Schritt.

Aber als dann die Staffel selber ausgestrahlt wurde, da war das Feedback von außen ausschließlich positiv. Die Sendung selber hat allen den Wind aus den Segeln genommen. Und die hat den Betrieb nach vorne gebracht. Ich habe mir ein super Image aufbauen können mit dieser Sendung. Es gab eine komplett positive Außenwirkung für mich und meinen Betrieb – und für die Tierhaltung generell. Wir hatten seitdem viele Besucher auf dem Hof, die sich für uns, unsere Landwirtschaft und die Tierhaltung wirklich interessiert haben. Das ist doch eine super Werbung für die Branche!

Die Sendung wird von Landwirten immer wieder stark kritisiert – wie finden Sie das?
Ich hab gerade gestern übe die Trecker Babes gelesen bei agrarheute, wie darüber geredet wird. Ich weiß gar nicht, warum die Leute so reden über Frauen, nur weil die mal Probleme mit einem Muldenkipper haben. Da spielen so viel Neid und Engstirnigkeit mit rein, wenn die Kollegen so schlecht über einen reden. Wer bei Bauer sucht Frau mitmacht, der steht ebenso mit einem Mal schlagartig in der Öffentlichkeit. Da wird einfach geredet. Man muss lernen, auch mit primitiven oder bösen Kommentaren umzugehen. So sind die Leute nunmal.

Landwirt sucht Liebe: Die Chance, dass es klappt, ist "sehr groß"

Aus welchem Grund bewerben sich die Frauen bei Bauer sucht Frau, was meinen Sie?

Also, bei mir waren es unterschiedliche Gründe. Eine war dabei, die hats nur wegen dem Fernsehen gemacht. Eine hats wegen mir gemacht. Und bei der dritten weiß ich nicht, das ist mir heute noch ein Rätsel (lacht). Viele haben bestimmt ein sehr romantisches Bild von der Landwirtschaft. Es gibt auch viele, denen es auf dem Land einfach gefällt.

Wie groß ist die Chance, dass es klappt bei Bauer sucht Frau? 

Sehr groß! Man wird ja auch vor und nach der Sendung von Frauen angeschrieben. Von daher ist die Chance, dass es klappt, ganz ordentlich. Auch wenn das nicht immer in der Öffentlichkeit passiert: Es gibt ja auch durchaus eine ganze Reihe von Teilnehmern, die glücklich geworden sind.

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