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Flächenstreit

Landwirt sauer: Amt verbaut 284 Quadratmeter zu viel

Eva Eckinger/agrarheute/Traunsteiner Tagblatt
am
19.04.2016

Ein bayerischer Landwirt verkaufte Teile seiner landwirtschaftlichen Fläche für ein Bauprojekt. Nun aber ergab eine Überprüfung, dass 284 Quadratmeter zu viel bebaut wurden. Der Landwirt fühlt sich über den Tisch gezogen.

In Nußdorf, im oberbayerischen Landkreis Traunstein, ist Landwirt Franz Helmberger verärgert über das Staatliche Bauamt. Wie das Traunsteiner Tagblatt berichtet, hat er 618 Quadratmeter landwirtschaftliche Fläche für den Bau einer Radwegunterführung an die Behörde verkauft.

In Wirklichkeit wurden aber 902 Quadratmeter bebaut, wie eine Überprüfung durch das Vermessungsamt nun ergab. Der Landwirt fühlt sich über den Tisch gezogen. Doch das Bauamt hält dagegen, so die Zeitung.

Verlust von etwa 1.000 Quadratmetern

Die Radwegunterführung ist seit letztem Herbst fertiggestellt. Wie der Landwirt gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt berichtet, habe auch er für die Unterführung und somit für mehr Sicherheit an dieser Stelle gekämpft. "Aber so geht es nicht", macht Helmberger deutlich.

Dem Tagblatt gegenüber gibt er an, durch den Bau rund 1.000 Quadratmeter verloren zu haben. Denn wenn er sein Feld bearbeite, müsse er nun zusätzlich einen Meter Abstand zur neu geschaffenen Böschung einhalten. Die Berufsgenossenschaft würde dies vorschreiben.

Landwirt fordert Entschädigung

Auch die zwei Vor-Ort-Termine mit Vertretern des Bauamts ergaben keine Einigung. Ihm wurde der gleiche Preis angeboten, wie beim anfänglichen Verkauf der 618 Quadratmeter, so Helmberger. Doch diese sieben Euro pro Quadratmeter seien dem Landwirt zu wenig. Auch einen Tauschgrund wollte er nicht.

Im Traunsteiner Tagblatt schildert er die Angelegenheit: "Ich wollte ja nicht mehr Grund hergeben als die 618 Quadratmeter. Und jetzt will ich eine Entschädigung. [...] So geht man mit Bauern nicht um. [...] Es kann nicht sein, dass das die Gangart vom Bauamt ist." Inzwischen habe er auch einen Anwalt eingeschaltet.

Bauamt weist auf 'Circa-Fläche' hin

Der zuständige Abteilungsleiter am Staatlichen Bauamt Traunstein bestätigt gegenüber der Zeitung, dass für den Bau mehr Fläche gebraucht wurde, als ursprünglich gedacht. Jedoch betont er, dass in den Verträgen mit Grundbesitzern immer eine "Circa-Fläche" vereinbart werde - so auch in diesem Fall.

Auf den Quadratmeter genau könne man vorher nie sagen, wie viel Fläche man brauche. Seine Behörde stehe in Verhandlungen mit dem Landwirt und man hoffe auf einen einvernehmlichen Abschluss.

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