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Prozess

Landwirt will Hof von Gut Aiderbichl zurück

Gut Aiderbichl Gnadenhof Kilb
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Julia Eder, agrarheute
am
20.10.2017

Ein Landwirt hat seinen Hof 2008 an die Gut Aiderbichl Privatstiftung übergeben hat. Nun klagt er vor Gericht, weil er seinen Betrieb zurück möchte.

Wie das österreichische Nachrichtenportal kurier.at berichtet, befasst sich das Landesgericht St. Pölten aktuell mit einem Fall aus der Landwirtschaft: Ein Landwirt habe 2008 seinen Betrieb an die Gut Aiderbichl Privatstiftung, einen Gnadenhof-Betreiber, übergeben. Nun will er den Hof zurück - oder einen Schadensersatz von 900.000 Euro.

Der Grund: Er habe bei seiner Unterschrift damals nichts von der Übertragung gewusst. "Es gibt massive Zweifel an der Geschäftsfähigkeit des Klägers zum Zeitpunkt des Notariatsakts", so Gerichtssprecherin Andrea Humer laut kurier.at. Zu den Beweggründen der damaligen Schenkung soll der Landwirt heute vor Gericht aussagen.

Aiderbichl habe 3,85 Mio. Euro in den Betrieb gesteckt

Der Anwalt von Gut Aiderbichl Gerhard Lebitsch sagte gegenüber dem kurier, der Landwirt sei mit der Betriebsführung und der Tierhaltung überfordert gewesen und sei daher sei der Bauer auf Aiderbichl zugegangen, um seine Tiere zu retten. Im Notariatsakt zur Schenkung sei laut Lebitsch neben dem lebenslangen (kostenlosen) Wohnrecht, der Tilgung von bestehenden Schulden und der Übernahme von allfälligen Bestattungskosten auch ein monatliches "Handgeld" in Höhe von 200 Euro verankert.

Aiderbichl habe von November 2008 bis zur Einbringung der Klage Anfang 2017 freiwillig 700 Euro bezahlt. In diesem Zeitraum seien knapp 70.000 Euro an den Landwirt geflossen, sagt Lebitsch. In Summe habe Aiderbichl seit der Übernahme von W. 3,85 Mio. Euro in den Hof gesteckt. Knapp 600.000 Euro seien demnach in einen neuen Laufstall geflossen, der 2012 fertiggestellt worden sei.

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