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Umfrageergebnis

Was Landwirte in der Corona-Krise privat am meisten belastet

Familienstress in Coronazeiten
am Donnerstag, 14.05.2020 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Wir haben Landwirte gefragt, was ihnen in Corona-Zeiten privat die größten Sorgen bereitet. Das sind die Ergebnisse.

In einer Umfrage auf der agrarheute-Seite wollten wir von Ihnen wissen, was Ihnen - neben möglichen beruflichen Problemen - in der Corona-Krise privat die größten Sorgen bereitet.

Stand 12. Mai (die Umfrage ist weiter offen; Sie können also auch weiter noch selbst abstimmen) haben 267 Personen teilgenommen und sich unter den acht Antwortmöglichkeiten für das entschieden, was sie momentan am meisten umtreibt.

Angst um Familie und Betrieb

Umfrageergebnisse

Mit großem Abstand stimmten 38 Prozent (101 Stimmen) der Teilnehmer für die Sorge um die wirtschaftliche Zukunft des Betriebes und damit der Familie. Diese Verknüpfung zwischen beruflichen und privaten Schwierigkeiten symbolisiert die besondere Lage der Landwirtschaft und der hier dominierenden Familienbetriebe.

An zweiter Stelle mit 19 Prozent (52 Stimmen) lag das, was wohl dieser Tage fast überall die Menschen umtreibt: Die seelische Belastung durch den fehlenden Kontakt zu haushaltsfernen Familienmitgliedern und Freunden.

Gesundheitssorge und Kinderbetreuung belasten gleichermaßen

Mit jeweils 11 Prozent (29 Stimmen) schlugen sich die allgemeine Sorge um die Gesundheit von Familienmitgliedern und die Belastung durch die Ganztagsbetreuung der Kinder in den Umfrageergebnissen nieder.

Weitere acht Prozent (21 Stimmen) bedrückte konkret die Angst um eine drohende Ansteckung älterer Familienangehöriger, die mit im gemeinsamen Haushalt leben. Und sieben Prozent (20 Stimmen) machte in den vergangenen Wochen die Unterstützung ihrer schulpflichtigen Kinder beim Fernunterricht zu schaffen.

Fünf Prozent schließlich vermerkten einen Anstieg von Streit und Aggressionen im familiären und betrieblichen Umfeld durch die Corona-Krise.

Trotz erster und hoffentlich anhaltender Lockerungsmaßnahmen wünschen wir Ihnen alles weiter viel Kraft in der Krise.

Krisenhotline für Corona geplagte Landwirte eingerichtet

Bei Sorgen um den Betrieb, dauerhaftem Stress bei der Arbeit, Konflikten in der Familie, Einsamkeit oder generell in kritischen Lebenssituationen bietet die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) ihren Versicherten eine Krisenhotline an.

Unter der Telefonnummer 0561 785-10101 werden Anrufe anonym und vertraulich behandelt. Ausgebildete und erfahrene Psychologen stehen 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche beratend zur Seite. Die Experten sind von der SVLFG beauftragt und kennen die Belange, Bedürfnisse sowie Sorgen in den „grünen Berufen“. Sie versuchen, in einer akuten Krise zu stabilisieren und zu unterstützen.

Was bei körperlichen Beschwerden normal ist – also sich Hilfe zu holen oder den Arzt aufzusuchen – sollte auch für seelische Beschwerden gelten, denn die seelische Gesundheit darf keinesfalls ein Tabuthema sein.

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