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Emnid-Studie

Landwirte haben besseres Ansehen als Polizisten

Josef Koch, dlz agrarmagazin
am
04.04.2017

Die Bedeutung der Landwirte für die Gesellschaft schätzen die Bundesbürger hoch ein. Im Ranking der Berufe rückt der Landwirt auf Platz 2 vor.

Im Ranking der Berufe ist der Landwirt von Platz 3 (2012) auf Platz 2 vorgerückt, hinter dem Arztberuf und vor dem Polizisten.  Das Ansehen der Bäuerinnen und Bauern fällt in der Bevölkerung in allen Bundesländern durchweg positiv aus (79 Prozent), so die Ergebnisse der aktuellen Emnid-Studie. Für 87 Prozent der Bundesbürger ist eine leistungsfähige Landwirtschaft ein wesentlicher Bestandteil der Lebensfähigkeit des Landes.

Die „moderne Landwirtschaft“ wird von 61 Prozent der Bundesbürger anerkannt, 32 Prozent sehen sie kritisch. Beim Konzept von „Tierwohl“ assoziieren 91 Prozent der Bundesbürger mehr Platz für die Tiere und eine artgerechte Haltung. Das Konzept wird als Gewinn für die Nutztiere, aber auch für die Landwirte und Verbraucher angesehen.

Fernsehen ist Haupt-Informationsquelle

Generell ist das Fernsehen als Informationsquelle über die Landwirtschaft unverändert die Nummer 1 (71 Prozent), verliert jedoch in der Trendbetrachtung leicht um drei Prozent. Auch die anderen klassischen Medien wie Radio, Tageszeitungen und Illustrierte verlieren (minus 1 bis 6 Prozent).

Als Informationsquellen nutzen 60 Prozent der Bundesbürger das Gespräch mit Bauernfamilien beim Einkauf in Hofläden oder auf dem Wochenmarkt, beim „Tag des offenen Hofes“ (56 Prozent) oder während eines Urlaubs auf dem Bauernhof (21 Prozent).

Dagegen nimmt die Bedeutung der Online-Angebote auf niedrigem Niveau zu (plus 8 Punkte auf 41 Prozent). Bei den unter 30-Jährigen sind soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter mit vier bis zehn Prozent wichtige Informationsquellen. Die Medienberichterstattung über die Landwirtschaft bezeichnen 58 Prozent der Befragten als „ausgewogen“. Jeder Dritte benennt sie als „zu negativ“, jeder Zehnte als „zu positiv“.

Bei Umwelt gehen Ansprüche und Realität weit auseinander

Deutlich verändert hat sich seit 2012 der Abstand zwischen Ansprüchen der Verbraucher an die Landwirtschaft und der empfundenen Realität in den Betrieben. Danach beurteilen die Befragten die meisten Leistungen der Landwirte heute besser bei gleichbleibenden oder geringeren Ansprüchen der Verbraucher.

Die Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität hat sich verbessert - meist in zweistelligen Prozentbereichen - bei der Pflege und Erhaltung der Landschaft, der Arbeitsplatzsicherung auf dem Land durch die Landwirtschaft, der Lebensmittelqualität und bei der krisenfesten und regionalen Nahrungsmittelversorgung.

Die Erwartungen von preiswerten Lebensmitteln sind in der Realität sogar übererfüllt worden. Dagegen ist die Schere beim verantwortungsvollen Umgang mit den Nutztieren (plus 7 Prozentpunkte) weiter auseinandergegangen. Beim umweltbewussten Wirtschaften zeigt sich wenig Veränderung, in dieser Frage waren schon 2012 die größten Unterschiede zwischen Anspruch der Bevölkerung und empfundener Wirklichkeit zu erkennen.

Verbraucher erwarten höhere Preise

79 Prozent der Verbraucher gaben an, ein besseres Gefühl beim Einkaufen zu haben. 3 von 4 Bundesbürgern gehen von höheren Verbraucherpreisen beim Tierwohl aus, was dem Tierhalter über bessere Erzeugerpreise zugutekommen sollte. Fast jeder zweite Befragte hat Interesse an landwirtschaftlichen Themen. Frauen deutlich mehr als Männer. Für die Verbraucher sind Lebensmittelqualität (94 Prozent), der Umgang mit Nutztieren (89 Prozent) und die Transparenz in der Lebensmittelproduktion (85 Prozent) die wichtigsten Themen.

Eine Ode an den Landwirt

Ode an den Landwirt
Feld im Abendlicht
Erntemaschine bei Nacht
Mähdrescher am Abend
Weizenernte mit Mähdrescher
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