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Wirtschaft

Landwirte setzen auf steigende Preise

Externer Autor
am
27.08.2010

Berlin - Wegen der seit Anfang Juli deutlich gestiegenen Getreidepreise rechnen die deutschen Mühlen heuer mit zusätzlichen Rohstoffkosten in der Größenordnung von 800 Millionen bis eine Milliarde Euro.

Das sagte der Vorstandsvorsitzende des Verbandes Deutscher Mühlen (VDM), Hans-Christoph Erling, auf einer Pressekonferenz in Berlin.

Die Mehrkosten entsprechen laut Erling mehr als der Hälfte des Umsatzes der Branche im vergangenen Jahr. Nach seiner Darstellung haben die Mühlen derzeit Schwierigkeiten, sich mit ausreichenden Mengen an Brotgetreide in guter Qualität zu versorgen.

Mühlen beklagen mangelnde Abgabebereitschaft der Landwirte

Der Deutsche Bauernverband (DBV) schätzt die deutsche Getreideernte 2010 auf rund 43,9 Millionen Tonnen. Das wären 11,8 Prozent weniger als im Vorjahr und 4,5 Prozent weniger als der Mittelwert der Jahre 2005 bis 2009. Erling beklagte, obwohl sich die Getreidepreise innerhalb weniger Wochen nahezu verdoppelt hätten, sei die Abgabebereitschaft der Landwirte sehr verhalten. Offenbar spekulierten einige auf weiter steigende Preise.

Geeignete Partien nicht leicht zu finden

Die Mühlen benötigten aber rund ums Jahr Getreide in guter Qualität und müssten daher in den kommenden Monaten besonders große Anstrengungen unternehmen, um geeignete Partien zu finden - vielerorts auch überregional oder international. (aiz)

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