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Wirtschaft

Landwirte um 1,5 Millionen Euro geprellt

Externer Autor
am
23.03.2010

Giengen an der Brenz - Dem Agrarhändler Zirn Agrar wird unter anderem Betrug und Insolvenzverschleppung vorgeworfen. Bauern, die bei Zirn Kunde waren, wurden offenbar um 1,5 Millionen Euro geprellt.

Bereits seit einem Jahr ist der Agrarhändler Zirn Agrar zahlungsunfähig, wie SWR.de berichtet. Bekannt wurde die Insolvenz am Montagabend bei einer Informationsveranstaltung des Landesbauernverbandes Baden-Württemberg.

Weit größer als die Verluste von Landwirten in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro sollen die Verluste von Kreditinstituten und Lieferanten sein. Darüber informierte der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Pluta mehr als 300 Landwirte am Sitz der Firma in Giengen an der Brenz (Landkreis Heidenheim).

Zahlungsunfähigkeit Anfang März

Wie SWR.de berichtet, habe Zirn Anfang März Zahlungsunfähigkeit angemeldt. Dem Agrarhändler wird jetzt unter anderem Betrug und Insolvenzverschleppung vorgeworfen. Das Insolvenzverfahren wird voraussichtlich am 1. Juni eröffnet. Der Geschäftsbetrieb solle bis dahin aufrecht erhalten werden.

Gläubigerausschuss soll über Zukunft entscheiden

Nach Angaben des Insolvenzverwalters ist geplant, einen Gläubigerausschuss einzusetzen. Er soll aus Vertretern des Landesbauernverbandes, von betroffenen Liefernaten und Banken bestehen und die Entscheidung über die Zukunft des Unternehmens treffen.

Der Agrarhändler Zirn Agrar beschäftigt rund 200 Mitarbeiter und kauft unter anderem Getreide von Landwirten, das er an gewerbliche Abnehmer weiter veräußert. Zusätzlich produziert Zirn Kraftfutter und betreibt Gartenmärkte. (pd) 

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