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Dorf und Familie

Landwirtschaft im Outback - Auf einer Farm in Australien

© Simon Knauber
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Eva Eckinger , agrarheute
am
21.07.2015

Die extremen Wetterbedingungen machen Landwirtschaft in weiten Teilen Australiens zu einer Herausforderung. Wie die Arbeit auf einer australischen Farm im Weatbelt aussieht, zeigen eindrucksvoll Fotos von Simon Knauber.

In Australien werden heute aufgrund der niedrigen Preise kaum noch Wollschafe gehalten. © Simon Knauber
Simon Knauber zog es nach Westaustralien, um dort für einige Zeit auf einem landwirtschaftlichen Betrieb zu arbeiten. Seine Eindrücke hat er in Bildern festgehalten. Er berichtet vom Alltag auf dem Hof in der Wheatbelt Region östlich der Küstenstadt Perth. Die betreffende Farm erwirtschaftet ihr Einkommen hauptsächlich aus der Schafhaltung und dem Getreideanbau.
 

Extreme Trockenheit und Frostschäden

Durchschnittlich fallen jährlich zwischen 350 bis 400 mm Regen. Entscheidend ist also, so Knauber, genau auf das Wetter zu achten. In der niederschlagsreicheren Saison ("seeding time"), in der gesät wird, können oft zwei bis drei Wochen zwischen den vereinzelten Regenfällen liegen. Auch der Frost kann schlimme Schäden anrichten.
 
Knauber berichtet, dass es in dieser Region durchaus schon passiert ist, dass über 40 Prozent des angebauten Getreides in nur einer Nacht durch Frost zerstört wurde.

Von der Schafzucht zum Getreideanbau

Auch in Australien verändert sich die Landwirtschaft stetig. Heute werden kaum noch Wollschafe gezüchtet, sondern man orientiert sich nur noch an der Fleischproduktion. Allgemein jedoch geht die Schafzucht enorm zurück.
 
Auf dem Betrieb, auf dem Knauber arbeitete, stammte das Einkommen noch vor 20 Jahren zu 90 Prozent aus der Schafzucht und zu zehn Prozent aus dem Getreideanbau. Heute haben sich diese Werte umgekehrt, berichtet er.

Zäune spannen und Felder abbrennen

Arbeit steht wie auf jedem landwirtschaftlichen Betrieb auch in Australien mehr als genug an. Die Schafe müssen gefüttert und getränkt werden. Als Simon ankam, waren etwa 3000 Lämmer zu versorgen. Haben sie mit 45 Kilogramm das passende Gewicht erreicht, werden sie verkauft.
 
Es standen zudem stets Reparaturen der Fahrzeuge und Maschinen an. Rohrleitungen und Kabel mussten verlegt sowie Zäune gespannt oder ausgebessert werden. Ein bedeutender Teil der Arbeit war das Aufsammeln von Steinen aus den Äckern - und dem Abbrennen der Felder.

Landwirtschaft im Outback - Auf einer Farm in Australien

Das Aufsammeln der Schafe mit dem Motorrad dauert. Bei 7000 Hektar muss man oftmals eine Weile fahren, um sie zu finden und dann wieder zurück zur Farm zu bringen. © Simon Knauber
Simon steht hier vor einem Traktor, der an einer alten Mähdrescher-Sämaschine (seeding combine) angekuppelt ist. Diese Methode ist bei kleinen Betrieben immer noch gängig, berichtet er. Größere Farmen haben inzwischen Airseeder. Auch auf Simons Farm mit 7000 Hektar lief der große Airseeder acht Wochen lang 24 Stunden am Tag, um alles zu bepflanzen. © Simon Knauber
Hier werden gerade Pellets verladen. Sie dienen als Kraftfutter für die Schafe und bestehen aus einer Mischung aus Lupinensamen, Hafer sowie Gerste. © Simon Knauber
Befüllung der Pelletsilos. © Simon Knauber
Heu für die Schafe - unterwegs mit einer der zahlreichen Landmaschinen des Betriebs. © Simon Knauber
Reparaturen und Transporte - bis zur nächsten Stadt ist es immerhin über eine Stunde. © Simon Knauber
Alle Felder werden in dieser Region abgebrannt. Hier werden gerade alte Bäume aufgeräumt, die vor einem halben Jahr verbrannt wurden. © Simon Knauber
Ein neuer Wassertank wird abgeladen. © Simon Knauber
Hier sieht man, wie eine Feldreihe abgebrannt wird. Da dort stets große Trockenheit herrscht, sind immer 2 beladene Trucks mit Wasser dabei. So kann ein Feuer schnell gelöscht werden, bevor es außer Kontrolle gerät. © Simon Knauber
Simon ist es leider einmal passiert, dass er den Brand nicht mehr kontrollieren konnte. Alle Farmer im Umkreis wurden gerufen, um das Feuer zu bekämpfen. Es dauerte sieben Stunden, bis man es wieder unter Kontrolle hatte. Insgesamt aber brannte es noch gute vier Tage, bis kein Rauch mehr zu sehen war. © Simon Knauber
Hier sieht man diesen großen Brand. Vor Ort sind auch zwei Trucks und ein Feuerlöscher. © Simon Knauber
So sieht es normallerweise aus, wenn alles unter Kontrolle ist. Die Sonnenuntergänge waren aufgrund des Rauches immer dunkelrot. Unglaublich schön, so Simon. © Simon Knauber
Beim Abbrennen der Felder ist Vorsicht angesagt! © Simon Knauber
Es gibt auch romantische Momente. Simon ist öfters sehr früh aufgestanden, um die wunderschönen Sonnenaufgänge zu bewundern. Die Natur ist wunderschön, mit vielen großen farbenprächtigen Vögeln, Füchsen und Kängurus. Auch der Himmel ist spektakulär und bietet intensive Lichtstimmungen sowie einen atemberaubenden Nachthimmel. © Simon Knauber
Für Simon war es eine tolle Erfahrung, berichtet er. Da ihm viel Verantwortung übertragen wurde, hat er einiges gelernt. Und das wird ihm sein Leben lang von Nutzen sein. © Simon Knauber
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