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Projektplanung

Landwirtschaftlicher Wegebau in 4 Schritten

am Montag, 28.12.2015 - 07:00 (Jetzt kommentieren)

Wie Sie den Neubau und die Instandsetzung landwirtschaftlicher Wege am besten planen, erfahren Sie hier.

In der Landwirtschaft sind intakte Wege von entscheidender Bedeutung. Gerade die Flurbereinigung führt in vielen Bundesländern zur Erweiterung dieses Wegenetzes. Doch Bau und Instandsetzung sind mit großem Aufwand und hohen Kosten verbunden. So sollten sie den unterschiedlichen Anforderungen des Geländes sowie der Fahrzeuge entsprechen.

Es ist also sinnvoll, derartige Projekte umfassend zu planen. Fachjournalist Peter Richter erläutert im agrarmanager die vier Abschnitte beim Wegebau und worauf Sie dabei achten sollten.

1. Schritt: Herstellung des Planums

Dem Planum (latein., Ebene/Fläche) kommt eine hohe Bedeutung zu, denn es entscheidet über die künftige Tragfähigkeit und Haltbarkeit. Als Mindesttragfähigkeit wird ein Verformungsmodul von 45 MN/qm angestrebt. Das entspricht etwa dem Gewicht eines voll beladenen Lkw auf 1 Quadratmeter Fläche. Die Ebenheit des Planums darf 3 cm nicht überschreiten.

Wegen dieser Grenzwerte wird das Planum vielfach mit dem Grader erstellt, der aufgrund seines langen Radstandes sehr gut zum Planieren und Nivellieren geeignet ist. Allerdings sollte ein sehr praxiserprobter Fahrer am Steuer sitzen.

2. Schritt: Verbesserung des Untergrundes

Plastische und organische Böden, Sande mit gleicher Korngröße oder ein hoher Grundwasserstand und starke Vernässung können eine Untergrundverbesserung erfordern. Dies kann durch Bodenaustausch oder Entwässerung geschehen. Auch das Verlegen lastverteilender Unterlagen wie Geotextil ist eine Möglichkeit. Hilfreich sind auch das Einbringen von natürlichen Böden oder die Zugabe von Bindemitteln zur Bodenverfestigung.

3. Schritt: Einbau der Tragschicht

Ist die Tragfähigkeit gesichert, wird die Tragschicht eingebracht. Sie sollte eine Stärke von mindestens 20 cm haben und mit einer Erdbauvibrationswalze von wenigstens 7,5 t verdichtet werden. Schichtdicke sowie Kosten hängen eng mit der Wahl des Materials zusammen. Sie beträgt bei Auslegung für hohe Belastung möglichst 30 bis 40 cm. Auch güteüberwachtes Bauschuttrecyclingmaterial ist zulässig, allerdings nur außerhalb der Schutzzonen I und II von Wassergewinnungsgebieten. In jedem Fall muss die verdichtete Oberfläche ein Verformungsmodul von 80 MN/m2 einhalten.

4. Schritt: Einbau der Tragdeckschicht

Die Tragdeckschicht können Sie anschließend mit einem Asphaltfertiger aufbringen. Dabei darf die Oberfläche der Tragschicht nicht nass oder gefroren sein. Zudem muss sie entweder um drei Grad geneigt sein oder ein Uhrglasprofil aufweisen. Denn nur so kann Wasser sicher umgehend abfließen. Legen Sie daher Mulden sowie Gräben seitlich an oder bauen Sie Entwässerungsleitungen ein. Diese sogenannten Rigolen ermöglichen eine Untergrundversickerung. Seitlich der Tragdeckschicht müssen befestigte Bankette mit einer Breite von 0,5 bis 1,25 m entstehen.

Unterschiedliche Ausschreibungsverfahren

Für die laufend zu überwachenden Baumaßnahmen sind unterschiedliche Ausschreibungsverfahren zu beachten. Dies ist je nach Bundesland sehr unterschiedlich geregelt.

  • wenn die Baumaßnahme 10.000 beziehungsweise 100.000 € nicht überschreitet: freihändige Vergabe ist zulässig.
  • Bis zu 50.000 beziehungsweise bis 1 Million Euro Kosten: Angebote müssen durch eine beschränkte Ausschreibung eingeholt werden.
  • Überschreiten dieser Summen: öffentliche Ausschreibung nötig.

Neubau und Instandsetzung von Wegen

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