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Naturgarten

Lavendel schneiden: So klappt Anbau und Pflege

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am Sonntag, 28.08.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Mit dem richtigen Standort und der richtigen Pflege wächst der Lavendel wunderbar. Mattias Nemeth von kraut&rüben weiß, wie man ihn richtig zurückschneidet. Hier seine Expertentipps.

Dem wohlriechenden Lavendel mit seiner beruhigenden Wirkung ist eine Mittelmeer-Pflanze. Das zeigt sich auch in seinen Standortwünschen. Den je sonniger und heißer sein Standort, desto mehr Blüten und Aroma bildet der Lavendel. Aber sie kommt mit vielen Gartenböden zurecht. Am besten ist aber magere, kalkhaltige, lockere Erde geeignet, bei der Wasser leicht abfließen kann. Die Wurzeln des Lavendels reagieren nämlich äußerst empfindlich auf Nässe und faulen leicht.

Außerdem mag er keine nährstoffreichen Böden. Vor allem große Mengen Stickstoff lassen den Lavendel blühfaul und seine Triebe weich und frostempfindlich werden. Dann fallen Schnecken über ihn her und Blattläuse siedeln sich an. Doch wo es ihm gefällt, bleibt Lavendel von Schädlingen verschont, egal ob er einzeln steht, in kleinen Gruppen oder als kleine Dufthecke aufblüht.

Lavendel: Trockener Platz an der Sonne gewünscht

Es gibt wohl in jedem Garten einen idealen Platz:

  • oben auf der Trockenmauer
  • in einem Kiesbeet
  • an einer warmen Hausmauer,
  • dort wo der Boden steinig karg ist
  • unter dem Dachvorsprung der einen Teil des Regens abfängt,
  • am Rand der Terrasse, wo Steinplatten ihn wärmen,
  • entlang der Einfahrt oder eines Weges, der mit Splitt oder Sand unterfüttert ist.

Wer keinen kargen Boden bieten kann, magert ihn ab, indem er ins spatentiefe Pflanzloch Erde im Verhältnis 1:1 mit grobem Sand oder Kalkschotter mischt. Auch auf Mulch sollte verzichtet werden, diesen mag der Lavendel nämlich gar nicht. Während andere Pflanzen gerne unter gemulchtem Boden wurzeln, gefällt das dem Lavendel gar nicht. Rindenmulch schadet dem Zwergstrauch sogar, weil er die Erde versauert. Ein Ring aus Steinen, grobem Kies oder Splitt ist da schon mehr nach seinem Geschmack.

Lavendel richtig schneiden

Ist der Lavendel erst einmal gepflanzt, kommt zwar gut alleine zurecht. Er treibt allerdings nur dann jedes Jahr kräftig aus und blüht üppig, wenn er regelmäßig geschnitten wird. Denn mit der Zeit verholzen seine Äste von unten her und verlieren die Fähigkeit, frisches Grün zu treiben. Blätter entstehen nur in oberen, jungen Etagen. Die Blühfreude lässt ebenfalls nach.

Diesem natürlichen Vergreisen steuern Gärtner mit dem richtigen Schnitt entgegen. Ein Busch kann dann gut und gerne 20–30 Jahre alt werden.

Egal, ob der Lavendel im Garten wächst oder auf Balkon und Terrasse im Topf, geschnitten wird immer auf dieselbe Art und zum selben Zeitpunkt:

Sommerschnitt: Sobald die Ähren verblüht sind, schneidet man die Triebe um etwa ein Drittel zurück. Wer diesen Zeitpunkt jedoch verpasst hat, wartet besser bis zum Frühjahr. Zu spät gestutzter Lavendel wird frostanfällig.

Frühjahrsschnitt: Ende März oder im April, wenn kein Frost mehr droht, kürzt man den Lavendel erneut um ein weiteres Drittel oder sogar noch tiefer ein. So wachsen von unten her jedes Jahr junge Blütentriebe. Wurde dieser Verjüngungsschnitt über Jahre versäumt, gilt es behutsam vorzugehen. Schneiden Sie nicht zu tief ins alte Holz. Dort treibt der Lavendel nicht zuverlässig neu aus.

Ernteschnitt: Wer das würzig intensive Aroma der Blüten einfangen möchte, schneidet für duftende Sträußchen und Duftsäckchen voll in Blüte stehende Triebe. Der Gehalt an ätherischem Öl ist kurz vor der Vollblüte am höchsten.

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