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Ernährung und Gesundheit

Leasing-Schwein sucht Name

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Katharina Krenn, agrarheute
am
21.11.2013

Tierleasing - was ist das genau? Diese Frage führte mich im August nach Niederbayern auf den Biohof Hausberg. Jetzt bin ich selbst Tierleaser geworden und Besitzer eines Turopolje-Ferkels.

Irgendwann stolperte ich über den Begriff Tierleasing. Unter den Suchmaschinen-Ergebnissen fand sich auch der Biohof Hausberg von Ökolandwirt Anton Dapont. Auf seiner Webseite bewirbt der Biobauer die seltene Weideschweinrasse namens Turopolje mit dem Angebot eines Leasings. Anfang August fuhr ich also nach Niederbayern zu dem Turopolje-Züchter, um eine Videoreportage (siehe unten) über dieses scheinbar neuartige Betriebskonzept drehen.
 
 
Im Garten des 300-Jahre alten Vierseithofs kredenzte der Biobauer mir zuerst einen geräucherten Speck seiner Schweine, von dem ich deutlich mehr aß als vorgenommen. Als er mir aber seine Freiland-Schweinemast mit den schwarz-weißgefleckten Tieren präsentierte, war es eigentlich schon um mich geschehen. Ich werde Schweineleaser!

Leasing im Kollektiv

Bio-Schweinebraten und Bio-Speck von einem Schwein, das ganzjährig im Freiland unter schattigen Obstbäumen lebt - die Vorstellung gefall mir. Und der Preis stimmte auch. Als Schweineleaser würde ich also für 100 Euro ein Ferkel kaufen, das der Bauer dann für monatlich 30 Euro für mich mästet. Allerdings überstiegen 50 Kilogramm Schweinefleisch deutlich meinen Bedarf. Ein halbes Schwein ließ sich schlecht leasen. Doch in kürzester Zeit konnte ich vier weitere Mitstreiter für mein Biofleischprojekt gewinnen. Somit wurden fünf Freunde Anfang November Besitzer eines Dalmatiner-Ferkels. Nur einen Namen hat das Schwein mit der Nummer 67 noch nicht. In unserer aktuellen Umfrage (rechts in der Box) könnt ihr mitabstimmen, wie das Leasing-Schwein getauft werden soll.
 

17 Kilo in 8 Wochen

Auf Kunden-Wunsch berichtet der Lohnmasthalter Dapont regelmäßig vom Stand der Dinge. Das Ferkel ist laut Landwirt ein ziemlicher Brummer und wog bei der Kastration mit 8 Wochen bereits 17 Kilo. Vor einer Woche wurden die Ferkel von der Mutter abgesetzt, mittels Betäubung von der Tierärztin kastriert und mit Ohrmarken versehen.
 
Momentan stehen gedämpfte Kartoffeln, Kürbisse, Reste aus dem Gemüsegarten und Grasilage auf dem Speiseplan. "Die Ferkel sind inzwischen 10 Wochen alt und bleiben bis Ende des Jahres im Gehege bei Ihrer Mutter. Danach kommen sie ins mittlere Abteil zu den "Mastschweinen", sobald dort die nächsten drei Tiere zur Schlachtung kommen" ,berichtet Landwirt Dapont. Momentan hält er neun Leasing-Schweine.
 

Tierleasing: Biofleisch aus der Lohnmast

 
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