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Wirtschaft

Limagrain expandiert in Brasilien

Externer Autor ,
am
22.02.2011

Clermont-Ferrand/Pato Branco - Die international agierende französische Genossenschaftsgruppe Limagrain will künftig am brasilianischen Maismarkt mitmischen.

Wie das Unternehmen mitteilte, ist bereits eine "strategische Allianz" zwischen ihrer Saatgut-Tochter Vilmoran & Cie und dem brasilianischen Familienunternehmen Sementes Guerra mit Sitz in Pato Branco unterzeichnet worden, und zwar zur Bildung einer gemeinsamen Tochter mit der Bezeichnung "Limagrain Guerra do Brasil". Der brasilianische Partner ist Limagrain zufolge in der Forschung und Produktion von Saatgut tätig, das er in Brasilien und den angrenzenden Ländern vermarktet.
 
Die Kooperation bezieht sich laut Angaben von Joël Arnand, dem Vizepräsidenten der Genossenschaftsgruppe Limagrain, ausschließlich auf Mais. Man sei glücklich über den kooperativen Geist der Allianz und teile mit dem außerordentlich dynamischen brasilianischen Familienunternehmen Guerra die Herausforderung einer gemeinsamen Tochter, die sowohl in Brasilien verankert sei als auch international agieren werde, so Arnand. Limagrains Ziel sei es, durch die neue gemeinsame Tochter weiterhin zu den wichtigsten Akteuren im Saatgutbereich, insbesondere bei Mais, zu gehören.

Interesse an Grüner Gentechnik verbindet

Der Generaldirektor von Limagrain, Daniel Chéron, bekräftigte in Pato Branco, das Unternehmen sei weiterhin überzeugt, dass Interesse an gentechnisch veränderten Organismen (GVO) bestehe und begrüßte ausdrücklich, dass der Markt dafür in Brasilien günstig sei. Innerhalb von nur drei Jahren sei dort die Akzeptanz für gentechnisch veränderte Maissorten auf 50 Prozent gestiegen. Auch deshalb vertraue man auf die gemeinsame Zukunft in dem südamerikanischen Land, stellte Chéron klar.

Internationale Agrarmacht Brasilien

Die strategische Allianz in Form von Limagrain Guerra do Brasil kommentierte er mit den Worten, Brasilien sei eine internationale Agrarmacht, und die lokale Landwirtschaft habe strategische Bedeutung. Bei Mais liege das Land mit einer Fläche von annähernd 13 Millionen Hektar auf dem dritten Platz hinter den USA mit 33 Millionen Hektar und China mit 31 Millionen Hektar.

Positive Geschäftsentwicklung

Limagrain blickt insgesamt positiv in die Zukunft. Für das Geschäftsjahr 2009/10 hatte die Genossenschaftsgruppe ungeachtet der Krise und der Spannungen an den Getreidemärkten ein deutlich besseres Ergebnis als im Vorjahr gemeldet. Der konsolidierte Umsatz der Holding konnte trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds für den Agrarsektor in der Zeit von Juli 2009 bis Ende Juni 2010 gegenüber 2008/09 um 9,4 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro gesteigert werden.

Mehr Investitionen in Forschung

Das bereinigte Betriebsergebnis von Limagrain kletterte um 19 Prozent auf 69 Millionen Euro. Die Verschuldung konnte während der Berichtszeit von 633 Millionen Euro auf 530 Millionen Euro zurückgefahren werden. Deutlich gesteigert hatte das Unternehmen sein Forschungsbudget, das im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 141 Millionen Euro seinen bisherigen Höchststand erreichte. Das Unternehmen investiert nach Angaben der Firmenleitung verstärkt in die Biotechnologie, einschließlich gentechnisch veränderter Organismen (GVO). (AgE)
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