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Politik national

Lindemann stellt Tierschutzplan vor

© Barbara Schneider/aboutpixel
von , am
20.04.2011

Hannover - Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Gert Lindemann hat seinen Tierschutzplan vorgestellt. Er enthält 38 Maßnahmen in zwölf Tiergruppen, die Umsetzung beginnt noch in diesem Jahr.

Selbst hohe Erlöse konnten die Erzeugungskosten in der ökologischen Schweinehaltung im letzten Wirtschaftjahr nur knapp decken. © Barbara Schneider/aboutpixel
"Ich habe wiederholt betont, dass ich es als besondere Aufgabe Niedersachsens ansehe, bei der Weiterentwicklung des Tierschutzes aktiv voranzugehen", sagte Landwirtschafts- und Verbraucherschutzminister Gert Lindemann heute bei der Vorstellung des Tierschutzplanes.
 
Der Tierschutzplan sieht insgesamt 38 Maßnahmen in zwölf Tiergruppen vor. Die Umsetzung beginnt in diesem Jahr und soll 2018 abgeschlossen sein.

Handlungsfelder und Tierarten

Im nächsten Schritt werden sich sieben Facharbeitsgruppen konstituieren und eine Arbeitsplanung erstellen. Die Vorschläge sollen dann in Pilotprojekten in der Praxis erprobt werden. Die Erfahrungen werden anschließend ausgewertet und ihre Verwendung als Standard für alle als fachliche Praxis transferiert.
 
Die Facharbeitsgruppen beschäftigen sich mit folgenden Tierarten/Handlungsfeldern:
  • Masthühner
  • Puten
  • Legehennen
  • Junghennen
  • Männliche Eintagsküken
  • Elterntiere (Geflügel)
  • Pekingenten
  • Moschusenten
  • Milchkühe
  • Kälber
  • Bullen
  • Ferkel 
  • Mastschweine
  • Sauen/Ferkel
  • Kaninchen
  • Tiertransporte
  • Schlachten/Betäuben/Schächten
  • Arzneimitteleinsatz
  • Tierschutzlabel

Beispiel Legehennenhaltung

Ein konkretes Beispiel nannte Minister Lindemann aus dem Bereich der Legehennenhaltung: Hier hat der erste von der Geflügelwirtschaft benannte Pilotbetrieb mit Bodenhaltung seine Mitarbeit erklärt. In dem Betrieb werden jetzt Jungtiere eingestallt, deren Schnäbel nicht gekürzt werden. Da hier eine besondere Problematik vorliegt - mit dem Verzicht des Schnäbelkürzens als Tierschutzziel muss gleichzeitig eine Vermeidung von Federpicken und Kannibalismus einhergehen - begleiten der Tierschutzdienst, das LAVES, die Fachhochschule Osnabrück und ein Fachtierarzt für Geflügel dieses Projekt intensiv.
 
Die gewonnenen Erfahrungen können auch auf andere Bereiche übertragen werden, so Lindemann: "Wir brauchen die ersten Erfahrungen aus dem Legehennenprojekt, um ein Ausstiegszenario auch für Puten zeitnah auf den Weg zu bringen".
 
Ein weiterer wichtiger Baustein des Niedersächsischen Tierschutzplanes ist die Etablierung der Tierschutzindikatoren. Diese Indikatoren sind messbar und führen deshalb zu einer objektiven Beurteilung der Einhaltung von Tierschutzzielen - nicht nur für die Tierhalter, sondern auch durch Berater und Überwachungsbehörden.

Lindemann: Wir werden nicht nur Papier erzeugen

Um vernünftige und auf breiter Basis fußende Lösungen zu finden, arbeiten im Lenkungsausschuss alle Interessengruppen zusammen: Vertreter der Landwirtschaft, der Ernährungswirtschaft, des Bioland-Verbandes, des Deutschen Tierschutzbundes, der Wissenschaft, der Behörden, der Verbraucherzentrale und der Kirche.
 
"Wir werden nicht nur Papier erzeugen", versprach Lindemann, "sondern eine Fortentwicklung des Tierschutzes in der Praxis bewirken".
 
 
Den komplette Tierschutzplan Niedersachsen können Sie sich hier als pdf-Dokument herunterladen. download starten ...
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