Jäger sollen nach dem Wegfall der Jagdsteuer 70 Prozent ihres Wildbrets an Bedürftige verschenken. Das fordert der Vorstand der Partei DIE LINKE des Kreisverbandes Rotenburg/Wümm in Niedersachsen.
Der Hintergrund: Zum 01. April 2017 entfällt die seit langem umstrittene Jagdsteuer im Landkreis Rotenburg. Jäger würden so "in den Genuss eines geldwerten Steuervorteils" kommen, erklärte die Partei weiter.
Wild sei herrenlos: Jäger sollen 70 Prozent spenden
Doch - Wem gehört das Wild? Diese Frage beantwortet der Parteivorstand: Es sei "herrenlos, bis ein dazu befugter Jäger es sich mit einem Blattschuss kostenlos aneignet." Der Kreisverband DIE LINKE im Landkreis Rotenburg fordert nun, dass 70 Prozent einer Jagd als Frischfleisch an die neun Lebensmittelausgabestellen der Tafeln im Landkreis abgegeben werden.
Die Unterstützung bedürftiger Familien mit Frischfleisch sei eine "soziale Aufgabe die uns alle angeht und mit geringem Aufwand verwirklicht werden kann".
Wildbret sei Lohn für Jägerinnen und Jäger
Die Forderung beschäftigt auch das Fachmagazin jagderleben: Jägerinnen und Jäger legten jährlich zahlreiche Biotope an. Zudem sorgten sie durch unterschiedliche Maßnahmen dafür, dass das Wildunfallrisiko auf den Straßen reduziert wird und engagierten sich in der Umweltbildung. Auch bei der Seuchenbekämpfung helfen sie.
Als 'Lohn' dürften sie das anfallende Fleisch verwerten. Darüber hinaus gibt jagderleben zu bedenken: "Dass (abgesehen von Eigenjagdbesitzern) Jäger einen Pachtpreis zahlen, haben die Parteivertreter bei ihrer Forderung offenbar auch außer Acht gelassen."
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