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+++ Update Bauerndemo 08:58 Uhr +++

LsV-Protestaktionen: Lidl reagiert mit Brief auf Blockade

Polizist steht neben Heuballen bei einer Bauerndemo
am Mittwoch, 02.12.2020 - 09:45 (1 Kommentar)

Landwirte zeigen in zahlreiche Protestaktionen und Traktorblockaden ihren Unmut gegenüber dem Einzelhandel. Julia Klöckner richtet eine Videobotschaft an die demonstrierenden Landwirte. In Westerkappeln schritt die Polizei ein. Am 1. Dezember versichert Lidl, sich für eine Verbesserung der Situation einzusetzen. Dafür sollen die Blockaden beendet werden.

4. Dezember: Schwarz-Gruppe stellt Geld bereit

Nach einem Gipfeltreffen, an dem gestern (3.12.) unter anderem Klaus Gehrig und Bundesagrarministerin Julia Klöckner teilnahmen, verkündete der Chef der Schwarz Gruppe, dass sie über die Initiative Tierwohl (ITW) ungefähr 50 Millionen Euro zur Verfügung stellen werden, und dieses Geld an die Landwirte gehen soll. 

Über eine genaue Verteilung der Geld wird noch entschieden. 

2. Dezember: Lidl schreibt Brief an Landwirte

Hand mit dem Brief von Lidl an Landwirte

Nach tagelangen Blockaden der Landwirte reagiert Lidl. Klaus Gehrig, Leiter der Schwarz-Gruppe und Aufsichtsrat-Chef von Lidl und Kaufland, unterschreibt einen Brief persönlich. In dem Schreiben versichert er Gespräche "mit Politik, auf Verbandsebene und meinen Kollegen bei den Handelsunternehmen zu führen". Er wolle sich für eine Verbesserung der Situation der Landwirte stark machen, heißt es im Schreiben weiter. 

Wie in einem vorangegangenen Gespräch anscheinend besprochen, sollen mit dieser schriftlichen Bestätigung die Blockaden beendet werden.

1. Dezember: 16:00 Uhr Videobotschaft von Julia Klöckner

Julia Klöckner wendet sich per Videobotschaft an die Landwirte. "Ich kann euren Zorn verstehen", sagt die Ministerin. Aber sie betont auch, dass Demonstrationen angemeldet werden müssen, damit nichts passiert. Am Ende müsse man miteinander reden, betont Klöckner. Deshalb versuche sie, die Verantwortlichen bei Lidl zu erreichen. Parlament und Bundesregierung seien dran. "Wir wollen nicht, dass Landwirte am Ende am kürzeren Hebel sitzen." 

Polizei schreitet ein

In Westerkappeln (Nordrhein-Westfalen) ist heute Nachmittag die Polizei eingeschritten. Auf Twitter kursiert ein Video.

10:00 Uhr Die Bauern demonstrieren weiter

Seit mehreren Tagen demonstrieren Landwirte in Deutschland vor den Lagern von Aldi, Rewe und Lidl. Die Preispolitik und die Macht des Einzelhandels gehen den Landwirten gegen den Strich. Wie der NDR am 1. Dezember berichtet blieben Landwirte bis in die Nacht vor dem Rewe Logistikzentraum in Kiel. Verkehrsprobleme soll es laut Polizei nicht gegeben haben.  

Weitere Aktionen gab es auch in Rostock. Bauern aus dem Nordosten haben die Zufahrt zum Lidl-Lager blockiert. 33 Traktoren sollen laut Nordkurier gekommen sein, um die Belieferung zu verhindern.

29. November: Landwirte blockieren Lager schon seit mehreren Tagen

Hunderte Traktoren blockierten bereits am 29. November das Lidl-Lager in Cloppenburg. Laut nonstopnews sollen rund 500 Landwirte mit 400 Schleppern vor dem Lager Schlange gestanden haben.

Auch vor dem Aldi-Zentrallager Wittlich sollen sich aus Protest dutzende Traktoren versammelt haben. Laut Bildern, die in den Social Media-Kanälen kursieren, kam es zu langen Staus der LKWs, die ihre Waren aufgrund der Traktordemo nicht pünktlich an die Lager liefern konnten.

Wie Landschafft verbindet Bayern auf seiner Facebookseite schreibt, sollen auch in Eching/Neufahrn unzufriedene Landwirte vor dem Edeka Zentrallager demonstriert haben. Circa 20 Schlepper sollen die Zufahrt für die LKWs blockiert und so ihre Unzufriedenheit über die Handelspraktiken von Edeka zum Ausdruck gebracht haben. 

Protest-Siloballen vor Discountern

LsV Protestaktion mit Strohballen vor Lidl und Netto

Zudem rief der LsV Elbe-Weser-Dreieck auf Facebook dazu auf, bei Märkten vor Ort kleine Protestaktionen zu machen.

Einige Bauern luden vor Discountern Silo- und Strohballen mit grünen Kreuzen ab, die mit Protestflyern der Bauern beklebt waren.

Hintergrund:

Die Landwirte sind wütend über einen Brief der großen Handelsketten an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Darin hatten sich die Topmanager der Konzerne Edeka, Rewe, Aldi und der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) über Äußerungen von Bundesagrarministerin Julia Klöckner beschwert. Die CDU-Politikerin hatte einen Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht, mit dem Landwirte und kleinere Lieferanten besser vor dem Preisdruck der Handelsriesen geschützt werden sollen.

Sie sprach von teils unfairen Bedingungen. Klöckner habe ein Zerrbild der Handelsunternehmen gezeichnet, klagten die Supermarkt-Ketten. Hier finden Sie auch einen Kommentar von Norbert Lehmann: Die mächtigen Mimosen des Einzelhandels 

Lebensmittel: Nur noch dieser Geldanteil kommt beim Landwirt an

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