Login
Umwelt

'Mariä Königin läutet den Frühherbst ein'

von , am
22.08.2009

Leipzig - Zu Mariä Königin zeigt sich der Frühherbst: Zugvögel rüsten sich für ihre lange Reise, die Herbstzeitlosen fangen an zu blühen. Und auch die teils heftigen Sommergewitter lassen wegen der küheren Witterung nach.

"Weht kühler Wind auf Mariä Königin über’s Stoppelfeld, sich bald der Frühherbst zu uns gesellt." Dieser Spruch korrespondiert gut mit dem Reim "Erst nach Mariä Königin verliert der Sommer an Kraft, schwere Gewitter nach Ludwig (25.08.) er meist nicht mehr schafft".

Die nun am Himmelszelt einen zunehmend niedrigeren Tagbogen beschreibende Sonne vermag in der Regel die Luft nicht mehr so aufzuheizen wie noch vor Monatsfrist. Das macht sich auch in der Häufigkeit der Gewitter und in deren Stärke bemerkbar. Der alternde Sommer beschert nun in wachsendem Maße ausgereifte Pflaumen, Äpfel, Birnen und Quitten.

Aufbruchstimmung in der Natur

Ein Indiz dafür, dass sich die Natur bald im Frühherbst befinden wird, stellt zweifelsohne die gegen Monatsende einsetzende Blüte der Herbstzeitlose dar, die im Volksmund auch "Spinnblume", "Kuheuter" oder "nackte Jungfer" genannt wird. Die beiden letzten Bezeichnungen weisen darauf hin, dass die Herbstzeitlose ihre Blütenpracht im September ohne das Vorhandensein von Blättern entfaltet. In der Natur stellt sich langsam Aufbruchstimmung ein. Viele Zugvögel beginnen sich für ihre lange Reise gen Süden zu rüsten. Nicht umsonst heißt es: "Zeigt der Kalender Mariä Königin an, verlassen Feldlerch’ und Storch ihre Brutplätze dann".

Insbesondere die Weißstörche haben eine lange Reise von ihren hiesigen Brutquartieren und ihren Winterdomizilen in Afrika südlich der Sahara vor sich. Als "Segelflieger" benötigen die Weißstörche ausreichend Thermik. Da diese über dem Wasser fehlt, fliegen sie um das Mittelmeer herum. Die so genannten "Weststörche" wählen den Weg über die Meerenge bei Gibraltar, die "Oststörche" ziehen über den Bosporus, das Jordantal und die Halbinsel Sinai nach Afrika. Da sich das Winterquartier der "Oststörche" in Südafrika befindet, legen diese eine Strecke von ungefähr 10.000 Kilometer zurück.

Mariengedenktag im katholischen Kirchenjahr

Dass auch die dritte Augustdekade trotz des schon niedrigeren Sonnenstandes noch sehr warme Tage bringen kann, unterstreicht der Spruch "Wenn Südostwinde um Mariä Königin heiße Luftmassen bringen, Schrecken und Grillen dann eindrucksvoll singen". Mariä Königin gilt als Mariengedenktag zur Marienverehrung und Marienanbetung im katholischen Kirchenjahr. Der Inhalt des Festes ist das in der Kunst auf Altarbildern häufig dargestellte, uralte Motiv der Marienkrönung. Theologen haben wiederholt darauf hingewiesen, dass die königliche Würde Marias nur im Kontext mit der sie auszeichnenden irdischen Macht- und Anspruchslosigkeit richtig zu verstehen ist. (Dr. Jurik Müller, Deutscher Wetterdienst)

Auch interessant