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Wirtschaft

Marktreport: Gründe für den Preisanstieg bei N-Düngern

Dr. Olaf Zinke, agrarmanager
am
21.08.2014

Noch im Juli waren die Preise für Harnstoff und andere N-Dünger an den internationalen Handelsplätzen relativ stabil. Zuletzt zeigte die Preiskurve wieder nach oben.


So kostet N-Dünger für den August und den September an den wichtigsten Exporthäfen wieder mehr. Danach (ab Oktober) zeigen die Kontraktpreise derzeit jedoch wieder nach unten. Auch an den deutschen Importhäfen (Ostsee) sind die Preise für Harnstoff im August gestiegen. Der dort umgeschlagene granulierte Harnstoff kosteten Mitte August zwischen 310 Euro/t und 315 Euro und war damit etwa 15 bis 20 Euro teurer als Ende Juli, jedoch immer noch und 30 bis 40 Euro weniger als zur letzten Preisspitze im April. Moderat gestiegen sind Mitte August auch die Preise für KAS-Dünger. Hier nennen Händler an den Verladestellen der Ostseehäfen Preise um 255 Euro/t und damit rund 5 Euro mehr als Ende Juli.

US-Lager sind scheinbar leer

Die Gründe für den sich derzeit an den Märkten abzeichnenden Preisanstieg bei Harnstoff und anderen Stickstoffdüngern sind vielfältig. In den USA (einem großen Importeur) sind die Lager der großen Handelsunternehmen wegen der sehr späten Feldarbeiten im vergangenen Frühjahr offenbar leer. Analysten rechnen deshalb mit einem sehr frühen Nachfrageschub an den internationalen Märkten, um diese Bestände aufzufüllen. Dass lassen auch die Terminmarktpreise in den USA erkennen.
 
Gleichzeitig hat China in offenbar sehr große Mengen preiswerten Harnstoff am Weltmarkt (vor allem nach Indien) verkauft. Für den August und den September haben die Chinesen wegen der sehr stark abgebauten Bestände an den Exporthäfen ihre Preise moderat erhöht. Das war offenbar auch ein Signal für die anderen Exporteure ihre Preise anzuheben.
 
Aus Ägypten und anderen Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens kommt weiterhin sehr wenig Ware auf den Weltmarkt. In Ägypten limitiert eine sehr knappe Versorgung mit Erdgas die Produktion von Harnstoff und Ammonium. In anderen Ländern behindern die anhaltendenden politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen Investitionen in die Produktion, so dass das Angebot von dort weiterhin knapp und teurer ist.

Weitere ausführliche Informationen zur Entwicklung am Düngermarkt und zu den Preisen finden Sie diese Woche im Marktkompass.
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