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Wie aus Mastschwein Rosalie ein Instagram-Star wurde

Junglandwirtin Maren Osterbuhr und ihr Schwein Rosalie
am Donnerstag, 23.12.2021 - 08:00 (Jetzt kommentieren)

Im Februar 2019 lief Schwein Rosalie vor ihrem Schicksal als Mastschwein davon. Heute ist die 400-kg-Sau auf dem Instagram-Kanal von Junglandwirtin Maren Osterbuhr eine Botschafterin für die regionale Landwirtschaft.

Was würden Sie tun, wenn auf einmal ein Ferkel in Ihrem Milchviehstall auf den Spalten sitzt? Für Maren Osterbuhr war die Sache ganz klar: behalten. „Wir wollten schon immer Schweine als Hobby halten“, sagt die Junglandwirtin. „Ich finde die Tiere einfach toll.“ Für sie war der ungewöhnliche Fund in ihrem Kuhstall also ein Wink des Schicksals.

Als sie im Februar 2019 das vier Wochen alte Schwein fand, war es mehr erfroren als lebendig. „Es hatte -8°C, das ist natürlich viel zu kalt für ein frisch abgesetztes Ferkel.“ Also nahm sie Rosalie, wie das kleine Schwein ab dem Zeitpunkt heißen sollte, mit in die Küche. „Dort lebte sie die erste Zeit und die ganze Familie hat sich sofort in sie verliebt. Wir hätten sie auf keinen Fall wieder rausgerückt.“ Doch wie kam Rosalie eigentlich auf den Hof?

Beim Umstallen ausgebüchst

„Wir dachten zuerst, dass sie jemand in unseren Stall gesetzt hat, denn er liegt fernab. Doch dann bin ich mit dem Hund spazieren gegangen und habe Spuren entdeckt.“ Denen ist Maren Osterbuhr gefolgt und fand sich auf dem Hof eines Schweinehalters wieder. „Rosalie war wohl beim Umstallen ausgebüchst und hat sich dann über Feldwege bis auf unseren Hof durchgekämpft.“

Und da sich die Bedingungen in der freien Natur nicht mit den Hygieneanforderungen eines Schweinemastbetriebs vereinbaren lassen, wollte der rechtmäßige Besitzer sein Schwein auch nicht mehr zurück. Die gemeinsame Zukunft von Rosalie und Familie Osterbuhr war damit besiegelt.

Ein Paradies für Schweine

Mittlerweile wiegt Rosalie 400 kg und wohnt natürlich nicht mehr in der Küche. „Wir haben ihr einen Auslauf gebaut, mit Bäumen, Kratzbürste und einer Hütte, in der sie schläft.“ Auch für Sozialkontakt hat Maren gesorgt. „Wir hatten einige Zeit auch eine ausrangierte Zuchtsau auf dem Hof, doch die ist im Mai leider gestorben.“ Prinzipiell soll Rosalie auch wieder eine Freundin bekommen, doch „die Vergesellschaftung von Schweinen ist echt schwer. Rosalie war wirklich eifersüchtig und ich denke ehrlich gesagt nicht, dass sie als Einzelschwein bei uns unglücklich ist.“

Rosalie, der Instagram-Star

Ebenso wie ihr Hund ist Rosalie für die Osterbuhrs ein Familienmitglied. „Sie war sofort stubenrein, hört auf ihren Namen und als sie noch ein bisschen dünner war, konnte sie auch Sitz machen.“ Die Junglandwirtin ist fasziniert von der Intelligenz der Tiere und steckt mit ihrer Begeisterung auch andere an. So hat sich Rosalie zum Star ihres Instagramskanals entwickelt. „Wo hat man denn schon die Möglichkeit, mit einem Schwein so auf Tuchfühlung zu gehen?“

Ihrer Erfahrung nach sehen ihre Follower Schweine dank Rosalie mit anderen Augen. „Die Leute sind total perplex, wenn sie sehen, was alles in diesen faszinierenden Tieren steckt, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, sich voll auszuleben.“

Das wirkt sich am Ende sogar auf das Kaufverhalten ihrer Follower aus. „Ich weiß von einigen, dass sie viel bewusster Fleisch kaufen, seitdem ich von und mit Rosalie poste. Sie haben gelernt, das Tier mehr wertzuschätzen.“ Dabei betont die Junglandwirtin, dass sie mit ihren Posts keine Landwirte ankreiden möchte, die Schweine haupterwerbsmäßig halten. „Ich kenne das System und mache meinen Berufskollegen keine Vorwürfe. Ich erwarte nicht, dass alle Schweine so gehalten werden wie Rosalie, aber ich möchte darauf aufmerksam machen, dass wir mehr auf unsere Tiere achten und eingehen müssen.“

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