Login
Dorf und Familie

Maut, Fliegen im Stall und Gülleausbringung via Lohnunternehmer

© Landliveuser Matthias
Externer Autor ,
am
18.07.2014

Kommt die Maut auch für Traktoren? Was tun gegen Fliegen im Stall und was kostet die Ausbringung von Gülle über einen Lohnunternehmer?

Lohnunternehmer beim Gülle einarbeiten (klick aufs Bild) © Landliveuser Matthias
Gülleausbringung durch Lohnunternehmer
 
Karl fragt: "Mich hätte mal interessiert, was die Lohnunternehmer bei euch in der Stunde, oder pro Fass, eventuell Kombisatz verlangen. Natürlich ist auch die Ausbringungstechnik anzugeben (z.B. Schlitzsaat, Schleppschlauch,....) und das Fassungsvermögen. Auch das Ansaugsystem wäre gut, wenn ihr dazuschreibt. Bei uns gibt es nur ein begrenztes Angebot von Betrieben, die diesen Service anbieten. Darum bräuchte ich ein paar Anhaltspunkte, wo man ca. preislich liegt."
 
Notill meint: "Entscheidend ist immer: wie viel kostet der m³ bis er auf dem Acker ist. Bei einer ehrlichen Rechnung kann man mit einem LU nur seltenst mit Eigenmechanisierung mithalten. Ab 2020, wenn die Übergangszeit abgelaufen ist, und nur noch Injektion usw. erlaubt sein soll, ist es für Eigenmechanisierung noch enger. So gesehen, währe es evtl. interessant sich zusammen zu tun, dass jeder einen Teil der Güllekette kauft, dann hat man leistungsfähige Technik zum bezahlbaren Preis, und dazu noch sehr gute Leute auf den Maschinen." Darauf meint christiannds: "Ja, das ist sicherlich richtig und gute Leute auf den Maschinen sind teilweise unbezahlbar, aber wenn hier teilweise für 1,5-2€/m³ frei Feld gefahren wird, dann kann man kaum dafür in eigene Technik investieren, bzw. es hängt stark von der Jahresmenge ab. Bei meinen gelieferten 1500m³ gehts auf jeden Fall nicht." Und rocknrolldirk schreibt: "Hof-Feld-Entfernung dürfte die entscheidene Größe sein. Wenn die extrem gering ist, kann man mit einem guten alten 6000er, großer Düse am Möscha und einwandfrei arbeitender Befüllung (dazu gehört auch, die Gülle nicht 4 m hoch zu saugen!) ebenfalls kosten pro m3 erreichen, die unter 2 Euro liegen. Sobald man weniger als 5 Fass/Stunde schafft kippt diese Rechnung-bei der Anschaffung eines neuen Güllefasses ebenfalls. Die betriebswirtschaftlich schlimmste Variante ist die, dass man sich ein 10000er Fass anschafft, und in Spitzenzeiten doch noch der LU mitfährt. Sieht man aber garnicht so selten. Das abgeschriebene Fässchen, das die meiste Zeit rumsteht und nur hin und wieder einen neuen Reifen braucht ist meiner Meinung nach die einzige Technik die man mit dem LU wirtschaftlich vertretbar unterhalten kann. Sollte unser Fass einen kapitalen Schaden erleiden, wird es jedenfalls nicht ersetzt."

mehr hier:              https://agrarheute.landlive.de/boards/thread/62051/page/1/


Problem Fliegen im Stall und Melkstand

Rush schreibt: "Momentan ist es denk ich wieder in allen Betrieben ein großes Problem, sehr viele Fliegen schwirren rum. Die Melkarbeit macht gerade nicht wirklich viel Spass. Welche erfolgreichen Methoden oder Mittel wendet ihr an, um dieses Problem in den Griff zu bekommen?"
 
QBauer gibt den Tipp: "sorge für leichte zugluft im Melkstand, dann sind Fliegen kaum noch ein prob.! (z.B. zugangs Tür Mensch nen Ventilator rein (lansame Drehzahl) Ausgangs Tür Tier offen) Hatte bei uns ganz gut funzt."
 
dairymin antwortet: "Luftventilation, Kalk oder eines der Einstreuzusätze in die Streu, saubere Laufgänge, Schlupfwespen aussetzen sind Maßnahmen, die längerfristig die Fliegenplage eindämmen helfen können..." Und Matthias erklärt seine Vorgehensweise: "Also größter Fliegenherd sind bei uns die Kälber, da die an den Kanten der Tiefstreuboxen die Larven nicht zertreten. Da streuen wir immer dick Kalk nach dem Misten. Seit wir die BGA haben ist die Fliegenproblematik auch nicht mehr so groß. 2012 hatten wir gar keine Fliegen, letztes Jahr zum Ende des Sommers ein paar. Ich führe das darauf hinaus das die Futterreste sofort weg sind. Die haben viel Energie und da brüten die Fliegen scheinbar sehr gern. Auch sonst liegt der Misthaufen nicht mehr so lang das sich viele Fliegengenerarionen entwickeln können. Ansonsten wenn es wirklich zu lästig wird, dann nehme ich sowas [www.ebay.de] (ist jetzt nicht 100% das selbe Produkt, ich denke aber das es die selbe Wirkung haben sollte) Kann sein das es im Landhandel oder Katalog billiger ist. 1l Mittel auf 10l Wasser und 1kg Zucker (für die Langzeitwirkung) und dann spritze ich die Stellen wo die Fliegen sitzen. Günstig ist mal ein kalter Morgen wenn die Fliegen alle an der Wand sitzen. Man hat eigentliche eine gewaltige Sofortwirkung und die Wirkung hält fast 6 Wochen an"
 

Keine Maut für Traktoren und Mähdrescher

Auf dieses Thema weißt die agrar_heute_redaktion hin: "Verkehrsminister Alexander Dobrindt will ab 2016 eine Infrastrukturabgabe für das gesamte Straßennetz einführen.
Traktoren und Mähdrescher sollen von der Vignettenpflicht ausgenommen werden: [www.agrarheute.com]"
 
Darauf Notill: "Währ ja noch schöner.... schließlich sind es ja wir Landwirte, welche die Feldwege reparieren, aber nicht die einzigen, welche sie nutzen." Das kommentiert wiederum Freisinger: "Deswegen sind doch schon die Schlepper steuerfrei und Dieselrückvergütung gibt's auch noch." Belarus550 scherzt: "So wie ich den deutschen Bürokratismus einschätze, muss jeder Landwirt die Mautfreiheit erst mal beantragen.. Wenn es dann mal so weit ist. Sein sollte....."
 
Spinnenbein bringt die Situation auf den Punkt: "Mann, Leute, die ganze Maut ist doch Schwachsinn. Die Verwaltungskosten sind höher als die zu erwartenden Einnahmen. Da müssen erst noch hunderte Neue eingestellt werden, die Verwaltung wird immer mehr aufgebläht! (Ich hätt auch noch einen Vetter, der nen neuen Job braucht) Der Staat nimmt doch schon jetzt nur ein Bruchteil des Kraftfahrzeugsteueraufkommens, um davon tatsächlich die Strassen zu reparieren oder auszubauen. Das meiste wird in irgendwelchen anderen Haushaltslöchern verbraten - oder nach Südeuropa verschenkt. Es braucht keine neuen Abgaben, es braucht bessere Aufsicht über die Ausgaben der Staatsbediensteten vor Ort. Da werden Sachen gebaut, völlig überdimensioniert, völlig überflüssig - nur ein Beispiel: Rückbau einer großzügigen Durchfahrtstraße in einem 8000 Einwohnerdorf. Es werden Engstellen geschaffen durch Blumenbeete, gepflasterte Bords inkl.. Nach drei Monaten und etlichen festhängenden LKW und Beinahecrashs grösserer Transportfahrzeuge fängt man mit dem Rückbau an. DAFÜR wurden die Gelder versemmelt. Haftbar ist keiner. Regress nicht möglich. Entlassen wurde der Verantwortliche auch nicht. Wenn wir so unbedacht wirtschafteten, wären wir schon längst pleite. Aber der Staat kann ja nicht pleite gehen, die führen halt ne neue Abgabe ein"


Milben bekämpfen

Michl34 möchte Wissen: "Bei unseren 50 Hühnern habe ich gestern Milben entdeckt. Was macht ihr denn da. Manche sagen die Sitzstangen mit Altöl einpinseln aber das sieht sehr komisch aus. Mir wäre da ein Insektizid lieber." Doptrebo schreibt: "In unseren Geflügelställen wird bei der Grundreinigung (ein mal im Jahr) desinfiziert und somit auch die Milben bekämpft. Das Problem ist, dass sich Milben vor allem in Holz, Rohren, rissigen Putz und überall da aufhalten, wo das Huhn nicht hinkommt. Das würde bedeuten du müsstest alles mit Altöl einpinseln. Gleich nach der Reinigung und Desinfektion wird der Stall getrocknet - ist der Stall ABSOLUT trocken wird mit einen flüssigen Silicat der Stall eingesprüht. Das ganze braucht dann ca. 1,5 Tage zum Trocknen. Das flüssige Silicat verklebt alle Rizzen, Löcher und Spalte. Das Mittel reibt den Milben die Haut auf und so vertrocknen diese. Seit dem wir das Silicat verwenden haben wir meist einen kompletten Durchgang kein Milbenproblem mehr. Teilweise wird zwischendurch im belegten Stall nochmals nachgespritzt (ist rein Biologisch - keine Wartezeit und keine Gefahr für die Hühner) Bei rein chemischen Mitteln musst du auch in die Nester, dort hast du dann am nächsten Tag Eier die im Mittel liegen bzw. spuren daran haben - NICHT SO TOLL! Das Silicat schadet den Hühnern nicht. Was früher auf unseren Betrieb verwendet wurde, das ist normales Pflanzenöl. Das Öl hat jedoch auch keine dauerhafte Wirkung."
 
Auch The_Fox antwortet: "Ich mache es grundsätzlich genau wie Doptrebo90. Zusätzlich biete ich den Hühnern noch Biolit-Urgesteinsmehl (= trockenes Silicat) als Sandbad an. Wenn jetzt im Sommer die Milben doch wieder aufkommen staube ich nachts, wenn die Hühner auf den Stangen ruhen, die ganze Herde und die Aufstallung mit dem Gesteinsmehl ein. Dann ist wieder eine Zeit lang Ruhe. Das ganze kostet nicht die Welt und wirkt ziemlich zuverlässig. Mit dem Biolit lassen sich übrigens auch die Schnecken im Garten ganz gut bekämpfen. PS: Insektizide haben wir auch schon versucht, als wir nur 30 Hühner hatten. - Damit vergiftet man eher sich selbst und das Federvieh als dass man den Milben Herr wird."
 
Notill warnt: "Altöl ist verboten, da oft Dioxinhaltig, und Mineralölprodukte nur in der Humanernährung erlaubt sind. Versuche es mit Rapsöl... das klebt besser und ist erlaubt, die Milben werden dann zumindest nicht merh wandern können... dann hast du auch mit einem Sandbad mehr Erfolg"
 
 
Auch interessant