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Wirtschaft

Mehr Geld durch Herkunftskennzeichnung

aiz/pd
am
06.03.2013

Brüssel - Geschützte Herkunftskennzeichnungen (GIs) sind bares Geld wert. Sie erhöhen die lokale Wertschöpfung und schaffen Arbeitsplätze.

In einer Studie hat die EU-Kommission den Wert geschützter Herkunftsbezeichnungen (GIs) für Lebensmittel und landwirtschaftliche Produkte, einschließlich Wein und Spirituosen, analysiert.
 
Demnach belief sich der Verkaufswert der durch die EU vergebenen Qualitätssiegel "Geschützte Ursprungsbezeichnung" (g.U.) und "Geschützte geografische Angabe (g.g.A.) im Zeitraum 2005 bis 2010 weltweit auf 54,3 Milliarden Euro. Deren Export-Anteil an EU-Lebensmitteln und -Getränken betrug 15 Prozent (%). Allerdings wurden im Jahr 2010 rund 60 % der GI-Produkte in dem Land abgesetzt, wo sie ursprünglich herkommen. Jeweils 20 % wurden in anderen EU-Ländern und über die Unions-Grenzen vermarktet.

EU-Exporte im Ausmaß von insgesamt rund 11,5 Milliarden Euro entfielen überwiegend auf die USA (30 %), Schweiz und Singapur (jeweils sieben Prozent) sowie auf Kanada, China, Japan und Hong-Kong (jeweils sechs Prozent).

Ciolos: Der Schlüssel für lokale Wertschöpfung

EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos fühlt sich durch die Zahlen in seinen Anstrengungen zur Förderung des Systems bestätigt. "Geschützte Herkunftsbezeichnungen sind der Schlüssel für lokale Wertschöpfung und Arbeitsplätze. Sie machen ländliche Gebiete lebensfähig und die neue Qualitätsverordnung, die vor Kurzem in Kraft getreten ist, wird dies weiter stärken", zeigte Ciolos auf.

Wein nimmt bei GIs den größten Anteil ein

Die Verkäufe von Nahrungsmitteln und landwirtschaftlichen Produkten mit einer geschützten Bezeichnung waren im Zeitraum 2005 bis 2010 innerhalb der EU folgendermaßen verteilt:
  • 56 % Wein (30,4 Milliarden Euro),
  • andere Agrar-Erzeugnisse und Lebensmittel 29 % (15,8 Milliarden Euro),
  • Spirituosen 15 % (8,1 Milliarden Euro)
  • aromatisierte Weine 0,1 % (31,3 Millionen Euro).
In der Studie wurden 2.768 geschützte geografische Angaben, die bis zum 1. Januar 2010 in der EU registriert waren, berücksichtigt.

Frankreich bei GI-Erzeugnissen an der Spitze

Im Jahr 2010 hatten GI-Erzeugnisse einen Umsatzanteil von 5,7 % in der EU-Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Mitgliedstaaten mit dem höchsten Anteil haben bei Produkten mit geschützter Herkunftsbezeichnung meist lange Tradition und/oder einen hohen Umsatz mit Wein oder Spirituosen, die ein solches EU-Qualitätszeichen tragen. So lag in Frankreich der Verkaufswert mit mehr als 14 % am höchsten, gefolgt von Italien, Griechenland und Portugal.
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