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Umwelt

Mehr Regen in Nord- und Mitteleuropa

© Marco Barnebeck(Telemarco)/pixelio.de
von , am
27.03.2014

Berlin - Seit dem Jahr 1900 haben die Niederschläge in Teilen Europas um 20 Prozent zugenommen. Ein Trend, der sich Klimforschern zufolge fortsetzen wird. Regionen mit Wassermangel bleiben trocken.

Trockene Regionen werden trockener, feuchte feuchter. Der DWD sieht keinen Grund, warum dieser Trend nachlassen sollte. © Marco Barnebeck(Telemarco)/pixelio
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat bei seiner jährlichen Klima-Pressekonferenz  neue Daten zum globalen Niederschlagsverhalten vorgestellt. Sie führen Satellitenbeobachtungen über dem Meer und Stationsdaten über Land zusammen. Verglichen wurde unter anderem, wie sich die Niederschläge seit dem Jahr 1900 entwickelt haben. Außerdem Thema: die künftige Entwicklung.
 
"Die beobachteten Trends beim Niederschlag und den Extremen machen eines sehr klar: Politik, Gesellschaft und Klimaforschung müssen sich mit diesem Aspekt der Klimaveränderung intensiver auseinandersetzen als bisher. Denn: Zu wenig Wasser ist ein Problem, zu viel aber auch", lautet das Resümee von Paul Becker, Vizepräsident des DWD.

Feuchte Regionen werden feuchter, trockene trockener

Beim Blick auf die weltweite Entwicklung des Niederschlagsverhaltens in den vergangenen hundert Jahren ergeben sich laut DWD regional erhebliche Unterschiede - nur wenige Regionen zeigen stabile Trends. Im zentralen und östlichen Nordamerika haben die mittleren Jahresniederschläge seit 1900 um fünf Prozent zugenommen. Für Nordchina zeigt die Auswertung zurückgehende Niederschläge.
 
In Europa gibt es eine Zunahme in Nord- und Mitteleuropa um 20 Prozent und eine Abnahme im Mittelmeerraum. Die Klimaforschung gehe davon aus, dass sich diese Trends bis zum Jahr 2100 weitgehend so fortsetzen. Insgesamt sei mit einer Verstärkung der weltweiten Niederschlagsmuster zu rechnen.
Für Regionen, die bereits heute unter Wassermangel leiden - wie der Mittelmeerraum oder Nordchina - sei auch künftig keine Entspannung zu erwarten. Ebenso sei zu befürchten, dass feuchte Regionen künftig noch feuchter werden.  Im gemäßigten Klima Mitteleuropas würden tendenziell längere Trockenphasen und häufigere Starkregen den Druck zur Anpassung an den Klimawandel erhöhen.

2013 in Deutschland das 40. wärmste Jahr seit 1881

Der Klimarückblick für das vergangene Jahr zeige: In Deutschland lag die Jahresmitteltemperatur 2013 bei 8,7 °C und damit um 0,5 Grad über dem Soll der Referenzperiode 1961-1990. Es war damit "nur" das 40. wärmste Jahr seit 1881. Der Winter 2013/14 fiel dann allerdings mit einem Plus von 3,1 Grad deutlich zu mild aus.
 
In den vergangenen 30 Jahren waren in Deutschland lediglich sechs Jahre zu kalt, in den zurückliegenden 20 Jahren waren es sogar nur zwei Jahre.

Vegetationsreport: Wo war der Winter?

DWD: Allgemeine Erwärmung geht weiter

Der Deutsche Wetterdienst sieht keinen Grund, von einem Ende der allgemeinen Erwärmung auszugehen. Der Winter in Deutschland sei seit 1881 um 30 Prozent feuchter geworden
 
Der Klimawandel in Deutschland werde auch beim Niederschlag sichtbar. Im Jahresmittel errechneten die Experten des DWD seit 1881 eine Zunahme um etwa zehn Prozent. Betrachtet man nur den Winter, liegt die Zunahme bundesweit bei fast 30 Prozent. Für den Frühjahr und den Herbst ergaben sich Zuwächse von knapp zwölf sowie knapp neun Prozent. In den Sommermonaten sind die mittleren Niederschlagsmengen dagegen seit 1881 um 1,2 Prozent zurückgegangen.
 
Am Montag wird der Weltklimarat IPCC den zweiten Teil des Weltklimaberichts vorstellen. Teil eins war vergangenes Jahr im Dezember erschienen, Teil drei wird für die kommenden Wochen erwartet.
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