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Wirtschaft

Milch schiebt FAO-Preisindex weiter nach oben

AgE
am
13.05.2013

Rom - Ein starker Notierungsanstieg für Milchprodukte lässt den FAO Preisindex im April um gut ein Prozent steigen. Die FAO rechnet mit einer Rekordernte an Grobgetreide für das Wirtschaftsjahr 2013/14.

Ein erneut sehr kräftiger Anstieg der Notierungen für Milcherzeugnisse am Weltmarkt hat den globalen Nahrungsmittelpreisindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) weiter nach oben geschoben. Wie die FAO vergangene Woche mitteilte, kletterte der von ihr berechnete Index im April gegenüber dem Vormonat um 2,3 Punkte oder 1,1 Prozent (%) auf 215,5 Punkte, womit der Vorjahreswert ebenfalls um gut ein Prozent übertroffen wurde.

Hausse am internationalen Milchmarkt

Auch für die jüngste Befestigung war praktisch im Alleingang die Hausse am internationalen Milchmarkt verantwortlich. Der entsprechende Subindex mit einem Anteil von 17 % am Gesamtwert schnellte binnen Monatsfrist um fast 34 Punkte oder 14,9 % auf 258,8 Punkte nach oben und lag damit um 39 % über dem entsprechenden Vorjahresniveau. Als wesentlichen Grund für diese Entwicklung nannte die FAO den starken Rückgang der Milcherzeugung in Neuseeland, wo Trockenheit die Milchbauern veranlasst hat, die Kühe früher trockenzustellen beziehungsweise schlachten zu lassen.

Anstieg der Schweine- und Geflügelfleischpreise

Von den anderen berücksichtigten landwirtschaftlichen Rohstoffen verzeichneten im April lediglich die Preise für Fleisch einen Anstieg gegenüber dem Vormonat; der Index legte um 0,6 % auf 178,7 Punkte zu. Maßgeblich war laut FAO der trotz rückläufiger Futtermittelkos- ten verzeichnete Anstieg der Schweine- und Geflügelfleischpreise. Im historischen Vergleich ist Fleisch damit recht teuer; seit Anfang 2011 bewegt sich der betreffende Preisindex mit wenigen Ausnahmen über der Marke von 170 Punkten, die Mitte 2008 erstmals erreicht worden war.

Maispreise gehen zurück

Ebenfalls schwächer tendierten im Berichtsmonat die Weltmarktpreise für Getreide; hier gab der entsprechende FAO-Index um 4,1 % auf 234,6 Punkte nach; der Vorjahreswert wurde aber noch um 4,9 % übertroffen. Entscheidend für das Absinken dieses Indexes war der Rückgang der Maispreise, bedingt durch jüngste Schätzungen, die auf höhere Anfangsbestände in der Saison 2013/14 als bisher schließen lassen, und die sehr guten Ernteaussichten.

Weizenpreise fast unverändert

Die Weizenpreise änderten sich im Monatsvergleich dagegen kaum. Für die kommende Saison rechnet die FAO aktuell mit einer Weltweizenproduktion von 695 Mio. t, was im Vergleich zu 2012/13 eine Steigerung um 5,4 % bedeuten würde; der bisherige Rekord von 2011/12 würde demnach lediglich um sechs Millionen Tonnen verfehlt. Ein Spitzenergebnis erwartet die FAO mit Blick auf die Ernte von Grobgetreide, wozu Mais, Gerste, Hafer, Sorghum, Hirse, Triticale, Roggen und Menggetreide gehören. Diese soll verglichen mit 2012/13 um 9,3 % auf 1,266 Milliarden Tonnen steigen, wobei das hier ausschlaggebende Maisaufkommen um rund zehn Prozent auf die Rekordmenge von etwa 960 Mio. t zulegen soll.
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