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Dorf und Familie

Milch im Überfluss, Stallüberwachung, Vollmilchtränke

Externer Autor
am
05.12.2014

Die Topthemen der Woche in unserer Community: Befeuert der aktuelle Milchpreis den Strukturwandel? Ergänzungsfutter in die Vollmilchtränke? Wie überwacht man einen ausgesiedelten Stall?

Großes Milchangebot drückt auf Rohstoffindex
 
Schlepperbande kommentiert einen Artikel auf agrarheute.com: "Steigende Ölsaaten- und Getreidepreise und sinkende Milchpreise, das wird nur wenige Milcherzeuger positiv stimmen. Zuletzt (2009) ging die Milchanlieferung erst bei 28 Cent deutlich zurück."
 
altilla antwortet: "Es ist nun mal schwierig, eine Kuh auszuschalten. Viele haben sich dieses Jahr schon auf die Liefer-Party nach dem 1. April 2015 vorbereitet."
 
Und Hirschtreiber meint: "Alle wissen es seit Monaten und niemand tritt auf die Bremse [...] und schon kommt wieder neuer Schwung in den Strukturwandel."
 
Darauf schreibt Schlepperbande: "In einem halben Jahr ziehen die Preise wieder an, sagen die Marktbeobachter. Wegen einem halben Jahr wird sich der Strukturwandel eher in Grenzen halten. Ausserdem ist für den strukturwandel ja der technische Fortschritt relevanter als der Milchpreis, und beim Kostentreiber Energiepreis zeigt die Nadel auch nach unten."

Überwachung des hausfernen Stalles

Birkenwald fragt: "Mein Stall ist ausgesiedelt und ich würde gerne wissen, was sich da so in meiner Abwesenheit abspielt. Natürlich habe ich Foto-Kameras, aber diese decken nur Teilbereiche ab. Gibt es so etwas wie einen "Nach-Hause-Melder mit Kamera" wenn beispielsweise die Einfahrten befahren oder betreten werden? Wer von euch Erfahrung hat mit bezahlbarer Technik [...] ich bin dankbar für Tipps."
 
Forellenhof antwortet: "Ja, da gibt es einiges an Videoüberwachung z. B. per Miniatur Funkkameras. Entweder, wenn die Stallung nicht zu weit entfernt ist, ist eine reine Funkübertragung die günstigste Variante aber nur Reichweiten unter 100 m zum Empfänger. Oder, wenn du an dem Ort Mobielfunkempfang hast, und sich 3G Überwachungskameras oder gar UMTS IP Kameras nutzen lassen, dann kannst du auf deinem Smartphone oder Tablet auf die Daten der Kamera zu greifen, oder du bekommst, nur im Alarmfall ausgelöst, ein Alarmruf mit Aufzeichnung (Bild ,Video/Ton) auf dein Gerät."
 
christiannds ergänzt: "Ich bin mir nicht so 100 % sicher, aber ich glaube, der zu überwachende Bereich muss auch mit der Warnung "Videoüberwachung" versehen werden. Ist auf jeden Fall eine heiße Sache, nicht dass man dann selbst hinterher "der Dumme" ist. Ich würd mich da mal bei der Polizei erkundigen. Ist die Röhn denn solch ein heißes Pflaster?"
 
fuchsjägerin hat noch eine Alternative: "Alte Gänse sind unbestechlich und machen gewaltigen Radau." 

Vollmilchtränke bei Kälbern

Bauer1 fragt: "Da ich wohl um Übermilch nicht drumherum kommen werde, will ich jetzt die Kälber mit Vollmilch tränken. Mir hat jetzt ein Berater gesagt, dass ich dann auch einen Vollmilchaufwerter nehmen muss. Ist da was dran, oder geht es auch problemlos ohne?"
 
Freisinger meint: "Hast ihn nicht gefragt, wie er den "Vollmilchaufwerter" in der Mutterkuhhaltung einsetzen will? Vollmilch ist doch das gesündeste und vollwertigste, was man einem Kalb geben kann. Alles andere ist schlecht für deinen Geldbeutel, aber gut für den Geldbeutel des "Beraters" [...] oder war es doch eher ein Vertreter für Milchaustauscher?"
 
rocknrolldirk schreibt: "Also ich mach das immer ohne "Aufwerter" und die Kälber machen sich prächtig. 6-8 Wochen intensive Vollmilchtränke, immer mit frisch gemolkener Milch aus dem Roboter. Ich wüsste nicht, warum ich denen so eine Pampe aus billigen Pflanzenkomponenten anrühren soll, wenn ich so etwas gutes wie Milch immer reichlich selbst produzieren kann."
 
Auch Seebauer antwortet: "Wir ziehen ja alles auf und tränken nur Vollmilch, frisch vom melken und das seit BSE. Ich denke, in der gesamten Gemeinde ist keiner der das noch anders macht seit man den Milchaustauscher vergessen kann. Entweder wird frisch verfüttert oder angesäuert. Bei arg kleinen oder Problemkälbern und Kälte auch 1,5 l auf drei Mahlzeiten verteilt ansonsten ab der zweiten Woche zwei mal drei Liter steigend bis zur fünften Woche - je nach Aufnahme von Getreideschrot gemischt mit Kurzstroh. Ja Kälberaufzucht ist eine Wissenschaft für sich, vor allem wenn dann Probleme auftreten."

Einzelhandelsversorgung auf dem Land

Altilla weißt auf folgendes Thema hin: "In den meisten Gemeinden gibt es zwar noch einen Bäcker und Metzger, aber eine ausreichende Nahversorgung mit täglichen Bedarfsgegenständen oder Lebensmitteln gibt es in vielen Orten schon seit Jahren nicht mehr. Für größere Einzelhandelsunternehmen sind viele Gemeinden zu klein bzw. lassen zu wenig Umsatz erwarten. In vielen Gemeinden Deutschlands versucht man diesen Mangel schon lange durch die Gründung von „Dorfläden“ zu begegnen. Vor kurzem wurde so eine Initiative mit einem Staatspreis ausgezeichnet (http://dorfladen-gleiritsch.vg-oberviechtach.de/).  Was haltet ihr von solchen Initiativen?"
 
The_Fox antwortet: "Also für die Dörfler wirds wahrscheinlich schon besser sein, wenn sie einen Laden in der Nähe haben, den man auch zu Fuß erreichen kann. Aber wenn man wie ich förmlich in der Pampa wohnt macht es keinen großen Unterschied, ob ich 10 Kilometer ins Dorf fahre oder 20 Kilometer in die Kreisstadt. Beim Vollsortimenter kann ich dann alles kaufen was ich brauche und kann mir aussuchen, ob ich jetzt von der jeweiligen Ware ein Markenprodukt oder doch lieber die günstige no-name-Alternative haben will. Ich gönne jedem Dorfladen sein Überleben, aber für Leute wie mich bieten die Dinger keinen Vorteil." 
 
Auch nurich meint: "Für die Älteren ist es sicher vorteilhaft. Aber da die Jüngeren meist eh das Dorf zum Arbeiten verlassen und dabei den Einkauf erledigen (ist ja bei heutigen Öffnungszeiten kein Problem mehr), sehe ich in der Masse keine Zukunft für solche Läden. Zumindest nicht, wenn sie wirtschaftlich arbeiten müssen."
 
Mett hat eine andere Sicht auf die Situation: "Bei uns isset eher so, dass Aldi, Lidl und Co in fast jedes Kuhdorf gehen. Und die örtlichen Metzger und Bäcker sind auch nicht weniger geworden. Im Gegenteil."

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