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Dorf und Familie

Milchdemo: Aigner und Merkel im Visier

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Anke Fritz , agrarheute
am
04.06.2013

Berlin - Das European Milk Board veranstaltete heute vor dem Bundeskanzleramt eine Demonstration gegen die Milchpolitik von Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner und Bundeskanzlerin Merkel.

Geschätzte 300 Milchbauern aus verschiedenen Ländern waren auf der Demo in Berlin. © Anke Fritz/agrarheute
Geschätzte 300 Milchbauern aus verschiedenen Ländern waren dem Aufruf von European Milk Board (EMB) und Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) gefolgt und machten Stimmung gegen die Politik. Doch worum ging es eigentlich? Die Milchbauern wollen Druck auf die Regierung machen, damit der freiwillige Produktionsverzicht als Kriseninstrument für den Milchmarkt nicht auf der Strecke bleibt. Aigner und Merkel wurde eine Blockierung in Brüssel vorgeworfen. "Aigner steht einer flexiblen Produktion im Wege" und verhindere mit ihrer Politik freiwilliger Produktionsverzicht, betonte der Präsident des EMB Romuald Schaber.
 
An einer Strohmauer - die am Ende der Veranstaltung eingerissen wurde - waren Parolen auf Plakaten festgehalten. Merkel und Aigner würden die Anliegen der Milchbauern ignorieren, weil sie ständig mit der Industrie flirte, lautete einer der vielen Vorwürfe von Schaber. "Merkels Blockade ruiniert die europäischen Michbauern", "Merkel sei im Bruderkuss mit der Industrie" lauteten die Vorwürfe weiter.

Grüne, Linke und SPD machten Wahlkamp

Unterstützung und gleichzeitigen Wahlkampf gab es auch von Seiten der Politik. Vertreter der Grünen, der Linken und der SPD sprachen Grußworte auf der kleinen Bühne. Bärbel Höhn ehemalige Landwirtschaftsministerin aus Nordrhein Westfalen schoss ebenfalls gegen Aigner und Merkel: "Diese beiden Frauen machen Milchpolitik mit sehr viel Verstand gegen die Milchbauern", so die Grünen-Politikerin. Wer in seiner Politik auf Export und eine Industrialisierung der Landwirtschaft setzte, zerstöre bäuerliche Strukturen. Höhn betonte weiter: "Wir brauchen eine bäuerliche Landwirtschaft. Ich will weiter Kühe auf der Weide sehen."
Die Verbraucherpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Elvira Drobinski-Weiß empfindet die Forderungen der anwesenden Milchbauern als berechtigt. "Für die Milchprodukte müssen Bauern das Geld bekommen, was sie brauchen", lautete ihr Statement.
 Alexander Süßmair kam für die Linken aus Bayern angereist. Er wolle die Milchbauern im Kampf um einen gerechten Preis unterstützen. "Der freie Markt richtet nicht, er richtet zu Grunde. Das haben wir weltweit gesehen", so Süßmair. "Wir brauchen ein anderes System und eine andere Marktordnung. Wir stehen dem freiwilligen Produktionsverzicht offen gegenüber", betonte Süßmair.
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