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Wirtschaft

Milchkrise: Journalistin gibt Bauernverband die Schuld

agrarheute/aiz
am
13.10.2015

Wer ist Schuld an der Milchkrise? Für eine Autorin der Süddeutschen Zeitung ist die Schuldfrage recht eindeutig. Sie stellt den DBV an den Pranger. Der DBV reagiert und spricht von unsauberer Recherche.

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Auf der Internetseite der Süddeutschen Zeitung ist am 11. Oktober ein Kommentar mit folgendem Titel zu finden: "Bauern steuern auf selbstgemachte Krise zu".
 
Für die Autorin Silvia Liebrich gibt es einen Schuldigen an der Misere der Landwirte. "Nicht der Verbraucher ist Schuld, sondern der Deutsche Bauernverband", heißt eine Zwischenüberschrift in ihrem Artikel.

DBV: "Autorin blendet die Realität aus"

Der Deutsche Bauernverband reagiert auf den Artikel und erklärt gegenüber agrarheute.com. "Der Artikel in der SZ widerspricht jedem Anspruch an Qualitätsjournalimus. Die Autorin blendet die Realitäten der landwirtschaftlichen Praxis und der Märkte offenbar bewusst aus und versucht, durch teils abenteuerliches Zurechtbiegen von Argumenten den Bauernverband als Schuldigen der Entwicklungen in Agrarpolitik und auf den Agrarmärkten auszumachen. Sauber recherchiert und fachkundig sieht anders aus!"

Liebrich: Klasse statt Masse

Die Autorin greift den "mächtigen Bauernverband" an, weil er die Landwirte dazu aufrufe für den Weltmarkt zu produzieren. Mit dieser Wachstumsstrategie würde der Bauernverband viele seiner Mitglieder geradewegs in die Krise manövrieren. "Das Schielen auf den Weltmarkt bedroht nicht nur die Existenz vieler kleiner und mittelgroßer Betriebe, es überlastet auch Ökosysteme und schürt Konflikte mit der Bevölkerung", schreibt Liebrich in ihrem Artikel weiter. Für Liebrich ist klar, dass die deutschen Erzeuger sich nicht auf Masse, sondern auf Klasse konzentrieren sollten. 
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