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Wirtschaft

Milchpulver erneut deutlich teurer

Externer Autor ,
am
02.09.2009

Die neuseeländische Molkereigenossenschaft Fonterra hat in ihrer jüngsten Internetauktion erneut einen deutlich höheren Preis für Vollmilchpulver erlöst als im Vormonat.

Nach Angaben der Handelsplattform globalDairyTrade stieg der gewichtete Gleichgewichtspreis in der gestrigen Versteigerung um 24,2 Prozent auf 2.858 US-Dollar oder umgerechnet knapp 1,998 Euro je Tonne Vollmilchpulver.

Bereits in der vorangegangenen Verkaufsrunde Anfang August war die Schlussnotierung um ein Viertel in die Höhe geschossen. Damit verteuerte sich neuseeländisches Vollmilchpulver innerhalb von zwei Monaten um mehr als 1.000 US-Dollar pro Tonne oder 50 Prozent. Das Niveau entspricht den Notierungen von Anfang Oktober 2008.

Fonterra Global Trade Geschäftsführer Kelvin Wickham zeigte sich überrascht über den unerwartet starken Anstieg. Allerdings habe er damit gerechnet, dass eine Erholung zuerst bei Milchpulver einsetzen werde, weil die Bestände weltweit niedrig seien und die Nachfrage anziehe, sagte Wickham. Er dämpfte jedoch vorschnelle Hoffnungen. Es müsse sich erst zeigen, ob das Nachfragewachstum nachhaltig sei, so Wickham.

Die nächste Online-Auktion führt Fonterra am 6. Oktober durch. Dann will das Unternehmen mit Butteröl (AMF) erstmals ein weiteres Erzeugnis auf diesem Vertriebsweg verkaufen. Die neuseeländischen Milchviehhalter erwarten indessen mit Spannung die Verkündung der Restrukturierungspläne für den Molkereiriesen. Die Genossenschaft will sich neue Wege der Kapitalschöpfung erschließen. Anfang 2008 waren Vorstand und Aufsichtsrat mit diesem Vorhaben am Widerstand der Landwirte gescheitert.

Damals lag ein Vorschlag zur Aufspaltung des Konzerns in eine Liefergenossenschaft und einen börsennotierten operativen Geschäftszweig auf dem Tisch. Nun will Aufsichtsratschef Henry van der Heyden einen weiteren Anlauf zur Neuordnung der Kapitalstruktur wagen. Einzelheiten wurden bislang nicht bekannt gegeben. (dlz/leh)

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