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Kommunikation

Miniaturwunderland-Betreiber besucht Familienbetrieb

Gerrit Braun im Stall von Thomas Andresen
am Freitag, 05.07.2019 - 10:35 (Jetzt kommentieren)

Die Betreiber des Miniaturwunderlandes Hamburg, Gerrit und Frederik Braun, hatten mit einer Plakataktion Bauern erzürnt. Jetzt gab es ein Treffen mit Landwirt Thomas Andresen auf dessen Betrieb.

Vor rund zwei Wochen hatte eine Plakataktion im Miniwunderland in der Hamburger Speicherstadt für einen Eklat gesorgt: Die Betreiber Gerrit und Frederik Braun hatten in ihre Modellalndschaften Tierrechtler-Plakate eingebaut, die vor allem nach Meinung vieler Landwirte die Grenzen von Fairness und gutem Geschmack weit überschritten.

Nach viel Aufregung und bösen Worten in den sozialen Medien hatte der Bauernverband Schleswig-Holstein die Brauns auf einen modernen Tierhaltungsbetrieb eingeladen. Die Brüder waren interessiert und sagten zu.

Besuch im Stall und auf dem Feld

Nur wenige Tage später fand dieses Treffen nun wirklich statt (siehe Video unten). Gerrit Braun besuchte gemeinsam mit Sönke Hauschild vom Bauernverband Schleswig-Holstein den Milchvieh- und Büffelhalter Thomas Andresen auf dessen Hof Barslund, südwestlich von Flensburg.

Nach eigenen Angaben war der Miniaturwunderland-Betreiber dabei zunächst auf ordentlich Ärger gefasst. Sogar Sachen zum Wechseln in Falle einer Gülledusche hatte er bei sich – und ein Mini-Modell, wie eine solche "Begrüßung" hätte aussehen können.

Doch die Gespräche verliefen freundlich und konstruktiv und brachten für beide Seiten neue Erkenntnisse.

Schockiert – interessiert – informiert

"[...] nach dem Kennenlernen [haben wir] dann eine Runde über den Betrieb gedreht," schreibt Thomas Andresen auf seiner Facebookseite. "Die Kühe, die Äcker und natürlich die Büffel. Vieles hat Gerrit erst etwas schockiert. Bei näherem Hinsehen und im Gespräch konnten aber viele Unklarheiten beseitigt werden."

Gerrit Braun habe versichert, dass es ihm nur darum gegangen sei, dem Verbraucher zu zeigen, dass er mit seinem Einkaufsverhalten bestimme, was und wie produziert wird. Außerdem sehe er die Macht der großen Lebensmittelkonzerne sehr kritisch. Braun entschuldigte sich noch einmal, dass die Aktion offenbar wie eine Diskreditierung aller Nutztierhalter gewirkt habe. Das sei keine Absicht gewesen.

Eine gemeinsame Idee entwickelt

Miteinander reden sei gerade in der heutigen Zeit so wichtig, schreibt Gerrit Braun auf der Miniaturwunderland-Facebook-Seite.

"[...] wir haben eine Idee, wie wir die derzeit große Aufmerksamkeit gemeinsam nutzen können. Denn eigentlich haben wir ein sehr ähnliches Ziel: Der Verbraucher muss umdenken."

Wir bleiben neugierig, was dabei herauskommt.

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