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Umwelt

Minister startet Initiative 'Bienen füttern'

von , am
15.04.2014

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat heute die Kampagne "Bienen füttern" gestartet. Ziel ist es, die Nahrungsgrundlage für Bienen durch mehr Blühpflanzen in Gärten, auf Balkonen und Kommunalflächen zu verbessern.

Wie Schmidt in einem Pressegespräch zum Auftakt der Initiative heute in Meckenheim erläuterte, ist es um die Nahrungsversorgung der Bienen nicht zum Besten bestellt. Deshalb sollen Bürger in ihren Gärten, auf Terrassen und Balkonen, aber auch Gemeinden auf kommunalen Flächen mehr blühende Pflanzen anbauen.
 
Um Hobbygärtner über besonders bienenfreundliche Pflanzen zu informieren, werden als Teil der Kampagne ab der kommenden Woche Hinweisschilder an 180 teilnehmende Gartencenter verschickt. Die Info-Sticker sollen dem Verbraucher bei der Pflanzenauswahl helfen.

Drittwichtigstes Nutztier

Ebenfalls der Verbraucherinformation dient eine Aktualisierung der vom Bundesministerium finanzierten "Bienen App". Mit dem kostenlosen Programm können  Smartphone-Nutzer in einem Lexikon mit über 100 Pflanzen nachschlagen, wie die Pflanzen zu pflegen sind und wie attraktiv sie sind für Bienen, Hummeln und Wildbienen.
 
Der Vizepräsident der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft (DGG), Werner Ollig, kritisierte den Hang vieler Garteninhaber zu "Vorgärten voller Kies und Schotter und zwei Buchsbäumen links und rechts", die den Bienen keine Nahrung böten.

Hier geht's zur App für Bienenfreunde

Gezielter Pflanzenschutz

Im Hinblick auf die seit Jahren international zu beobachtende erhöhte Bienensterblichkeit sprach Schmidt von einem multifaktoriellen Problem. Der Minister sieht Fortschritte in der Varroa-Bekämpfung, die künftig hoffentlich einen besseren Schutz der Biene vor ihrem gefährlichsten Schädling ermöglichten. Zudem unterstütze sein Ressort Versuche zu einer Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln unterhalb der Blüte in Raps, Kartoffeln und Mais. Schmidt hob hervor, dass auch die mit der EU-Agrarreform eingeführten ökologischen Vorrangflächen genutzt werden könnten, um "Bienenfutter" anzubauen. 

Breite Trägerschaft

Die Initiative "Bienen füttern" wird getragen vom Verband Deutscher Garten-Center (VDG), der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft (DGG) und dem Deutschen Imkerbund (DIB). Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), dem Institut für Bienenkunde, Celle, und Experten des Bundesministeriums.
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