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Nordkorea

Missernte: Nordkorea droht eine schwere Hungersnot

Nordkorea
am Mittwoch, 06.03.2019 - 10:44

Die letztjährige Ernte in Nordkorea war so schlecht wie seit Jahren nicht mehr. Jetzt droht dem Land noch größere Not als bisher. Die UNO befürchtet eine Hungerkatastrophe. Die nordkoreanische Regierung wiegelt ab.

Nordkorea hat schon seit längerer Zeit mit Nahrungsmittelknappheit zu kämpfen. Jetzt könnte sich die Lage nach Angaben der Vereinten Nationen (UNO) noch einmal extrem verschärfen. Im vergangenen Jahr wurde in dem asiatischen Land eine so schlechte Ernte eingefahren wie schon seit gut einem Jahrzehnt nicht mehr. Rund 10,9 Mio. Nordkoreaner seien bereits jetzt auf Lebensmittelhilfen angewiesen, meldet der Spiegel unter Berufung auf die UNO. Das sind rund 43 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Mangel bestimmt die Agrarproduktion

Die schwere Missernte im vergangenen Jahr sei auf Naturkatastrophen wie Hitze, Dürre und Überschwemmungen, aber auch auf eine ineffiziente und schlecht ausgestattete Landwirtschaft zurückzuführen, sagte der UN-Koordinator für Nordkorea Tapan Mishra.

Der nordkoreanischen Landwirtschaft fehlt es vor allem an moderner Technik und Verbrauchsmitteln wie Dünger, Treibstoff und anderem mehr. Viele dieser Güter stehen unter einem Embargo.

Bereits in guten Jahren müssen bis zu 20 Prozent des lebensnotwendigen Getreides importiert werden. In den kommenden Monaten wird sich die Lage zuspitzen, denn die Gesamterntemenge lag 2018 nach UN-Angaben rund 10 Prozent unter dem langjährigen Mittel.

Viel Geld für Waffen, wenig für Landwirtschaft

Die Landwirtschaft Nordkoreas steht allgemein vor großen Herausforderungen. Wegen der gebirgigen Lage sind nur etwa 20 Prozent der Fläche landwirtschaftlich nutzbar. Kritiker am kommunistischen System unter Führung von Diktator Kim Jong-un beklagen außerdem, dass Unmengen finanzieller Mittel in das Waffen- und Atomprogramm des Landes geflossen seien, während die Entwicklung der Landwirtschaft vernachlässigt wurde.

Die Existenz einer Notsituation wiegelte die nordkoreanische Regierung in den vergangen Jahren oft als politische Propaganda ab. Laut UN-Erhebungen leiden jedoch etwa 55.000 Kinder unter akuter Unterernährung. Auf Grund der politischen Lage haben vor allem die USA und Südkorea ihre humanitäre Hilfe eingeschränkt.

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