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Umwelt

Mittelamerika leidet unter extremer Trockenheit

von , am
30.08.2014

Guatemala - Mittelamerika leidet unter der schwersten Dürre seit Jahrzehnten. Auch Kalifornien und Teile Brasiliens werden von extremer Trockenheit heimgesucht.

In weiten Teilen Mittelamerikas hat es seit Wochen nicht geregnet. Die Schäden in der Landwirtschaft gehen in die Millionen, zahlreiche Bauern sind in ihrer Existenz bedroht. Laut einem Bericht der dpa rief Guatemala wegen der Dürre bereits den Notstand aus. Rund 80 Prozent der Maisernte sind zerstört, das Landwirtschaftsministerium schätzt die Verluste auf 450 Mio. Quetzal (zirka 43 Mio Euro.). Etwa 500.000 Kinder unter fünf Jahren seien von Unterernährung bedroht, sagt der Staatssekretär für Ernährungssicherheit, Luis Enrique Monterroso.
 
Jetzt bat das mittelamerikanische Land das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) um Hilfe. "Das Problem ist, dass unsere Notreserven sehr begrenzt sind. In den vergangenen Jahren mussten wir bereits auf die Kaffeepilzseuche reagieren und 200.000 Familien in Guatemala, Honduras, El Salvador und Nicaragua unterstützen", sagt der Vertreter des Programms in Lateinamerika, Miguel Barreto.
 

Nahrungspreise vervielfacht

In Nicaragua haben die Bauern laut dem Bericht fast 50.000 t Mais verloren, 1 Mio. Rinder sind unterernährt, 2.500 Stück Vieh bereits verdurstet. In Honduras wurden rund 45.000 t Mais zerstört. In El Salvador hat sich der Preis für ein Quintal (45,4 kg) Bohnen von 26,- auf 110,- US-Dollar (etwa 83,- Euro) vervierfacht. Im Norden und Osten des Landes rechnen die Bauern mit Ernteverlusten von bis zu 90 Prozent.
 
"Der Mangel an Regen schadet den Pflanzen, den Familien entgeht ihr Einkommen und sie können keine Vorräte für den Rest des Jahres anlegen", sagt der WFP-Vertreter in Nicaragua, Helmut Rauch. Zuletzt lieferte die Organisation 1.400 t Lebensmittel in das ärmste Land der Region. Schuld an der gegenwärtigen Dürre ist nach Einschätzung von Experten das Klimaphänomen "El Nino". Normalerweise dauert die Regenzeit in der Region von Mai bis November. Unterbrochen wird sie lediglich vom zwei- bis dreiwöchigen "Veranillo" im Juli.

Mangelnde Niederschläge auch in Kalifornien und Teilen Brasiliens

Extreme Trockenheit herrscht auch in anderen Gebieten der Welt vor. So macht die anhaltende Dürre dem US-Bundesstaat Kalifornien besonders zu schaffen. Meteorologen sprechen laut dpa vom schlimmsten Wassermangel nach den Trockenheitskatastrophen um 1923 und Ende der 70er-Jahre. Schon das dritte Jahr in Folge gibt es in Kalifornien wenig Regen. Wissenschafter schlagen wegen Grundwasserverlusts Alarm. Auch Teile der Bundesstaaten Arizona, Kansas, Arkansas, Georgia, Florida, Mississippi und Alabama leiden unter Dürre.
 
Von extremer Trockenheit ist auch Brasilien in weiten Teilen betroffen. Herbe Ernteverluste machen dem weltweit größten Kaffeeproduzenten zu schaffen und in Chinas Nordosten etwa ist die Trinkwasserversorgung für Hunderttausende gefährdet. Allein in der Provinz um Peking haben laut Behörden mehr als 100.000 Menschen nur noch eingeschränkten Zugang zu Trinkwasser, zitiert die dpa die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. 
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