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Mitteldeutsche Allianz beim Hochwasserschutz

pd
am
04.07.2013

Dresden/Magdeburg - Das Hochwasser hat in den letzten Wochen in Ostdeutschland stark gewütet. Sachsen und Sachsen-Anhalt wollen ihre Kooperation beim Hochwasserschutz fortsetzen.

"Die Mitarbeiter der Wasserbehörden unserer beiden Länder arbeiten Hand in Hand. Das hat sich auch während der extremen Hochwassersituation an Elbe und Mulde vor wenigen Wochen deutlich gezeigt", betonte der sachsen-anhaltinische Landwirtschaftsminister Dr. Hermann Onko Aeikens heute bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit seinem sächsischen Amtskollegen Frank Kupfer. "Es gibt keinen Anlass, Vorwürfe gegen unsere Nachbarn zu erheben. Schuld an dem Hochwasser waren Niederschläge und die dadurch eintretenden Pegel", erklärte Aeikens. "Sachsen hat an der Mulde und an der Elbe ebenfalls schwere Schäden hinnehmen müssen", unterstrich der sächsische Minister Kupfer. "Die Mulde hat zahlreiche Deiche in Sachsen überströmt und Flächen überflutet. Ein Beispiel ist die erneut überflutete Stadt Grimma".
 
Beide Minister stimmen darin überein, dass Hochwasserschutzinteressen an grenzüberschreitenden Gewässern national und international zu koordinieren und der Hochwasserschutz nach einheitlichen Kriterien durchzuführen sind. International erfolge diese Zusammenarbeit zwischen den beiden Bundesländern seit Jahren im Rahmen der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE). National sind beide Länder in den Flussgebietsgemeinschaften Elbe tätig.

Deichsanierung und Flutungspolder

Bereits nach dem Hochwasser 2002 wurde zwischen Sachsen-Anhalt und dem Freistaat Sachsen die Arbeitsgruppe Hochwasserschutz eingerichtet. Ergebnis dieser Zusammenarbeit sei nach Angaben der beiden Landwirtschaftsministerien unter anderem ein gemeinsames Vorgehen bei der Sanierung der Deiche an der Landesgrenze und die Abstimmungen zum Bau der beiden Polder an der Mulde in Rösa und Löbnitz. Der gemeinsame Start der Arbeiten für diese Polder im vergangenen August sei ein deutliches Zeichen für die gute Zusammenarbeit der beiden Länder beim Hochwasserschutz, betonten beide Minister.
Als erster Baustein im Gesamtkomplex der Flutungspolder sei schon im vergangenen August die Sanierung des bestehenden Muldedeiches des Polders Löbnitz begonnen worden. Der Polder Löbnitz mit einer Fläche von 1.436 Hektar werde nach Abschluss aller Arbeiten rund 15 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen und damit die Unterlieger entlang der Mulde schützen können, teilen die Ministerien weiter mit.
 
Durch den Flutungspolder Rösa sei zudem mit einer effektiven Senkung von Hochwasserspitzen über einem 100-jährlichen Hochwasser (bis zu 40 cm) bis hin zur Mündung der Mulde in die Elbe zu rechnen. Der Polder umfasst eine Fläche von rund 520 Hektar und kann etwa 19,6 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen. Der Planfeststellungsbeschluss für den Bau liegt vor. Im Jahr 2014 beginnt die bauliche Umsetzung. Die Kosten belaufen sich auf rund 23,6 Millionen Euro.

Video: Vegetationsreport: Bericht aus dem Hochwassergebiet (04. Juli)

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