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Kommentar

Mobbing von Bauernkindern: Schikane gegen die Schwächsten

Dieser Artikel ist zuerst in der LAND & Forst erschienen.

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Teddybär
© Hortigüela/fotolia
von , am
21.04.2017

Das Mobbing von Landwirtskinder in Schulen ist wohl weiter verbreitet als bisher angenommen. LAND & Forst-Chefredakteur Ralf Stephan hat sich Gedanken gemacht.

LAND & Forst-Chefredakteur Ralf Stephan © Philipp von Ditfurth

Der Kinderschutzbund hatte das Thema im vorigen Jahr zum ersten Mal öffentlich aufgegriffen. Es gab die zu erwartende Empörung, in mancher Schule wird seitdem auch genauer hingeschaut. Doch wie bei anderen sozialen Problemen setzte schnell der Verdrängungsmechanismus ein. Mobbing gegen Bauernkinder ist kein Dauerbrenner für Politik und Medien.

agrarheute.com-Umfrage zum Mobbing

Das Onlineportal agrarheute.com aus dem Verlag der LAND & Forst fragte deshalb Anfang März seine Nutzer nach eigenen Mobbing-Erfahrungen.

Drei Viertel der über 800 Befragten gaben an, in der eigenen Familie oder im persönlichen Umfeld Mobbingfälle zu kennen. Das ist eine erschreckend hohe Zahl. Denn gefragt wurde nicht nach dem in Gruppen Heranwachsender durchaus üblichen Drangsalieren, sondern ganz gezielt nach Mobbingattacken, die mit der Herkunft der Kinder aus Bauernfamilien zusammenhängen.

Mobbing in der Schule: Lehrkräfte haben Verantwortung

Somit lässt sich das Problem nicht länger kleinreden. Wie kann ein Klima entstehen, das zu solcher verbalen oder körperlichen Gewalt unter Kindern führt? Lehrkräfte stehen dabei in besonderer Verantwortung. Sie beginnt beim Umgang mit landwirtschaftlichen Themen im Unterricht und hört mit der Vorbildwirkung der Erwachsenen nicht auf. Schon eine abfällige Bemerkung kann reichen, um einzelne Schüler in den Augen der anderen zum "Zielobjekt" zu machen.

Denn offenbar heizt die oft sehr unsachlich und unfair geführte öffentliche Debatte über die Zukunft der Landwirtschaft auch zuhause in den Familien die Stimmung auf. Schiefe Bildern in den Köpfen über den Alltag auf deutschen Höfen treffen zusammen mit einem zunehmend roheren Umgang in der Gesellschaft, den dieser Tage auch die Kultusministerkonferenz beklagte.

Null-Toleranz-Praxis bei Mobbing empfohlen

Mobbing wird in Deutschland generell zu lasch genommen und muss viel stärker bekämpft werden. Das kritisieren die Verfasser der Pisa-Studien nach einer Sonderuntersuchung zu diesem Thema. Sie sprechen sich für eine Null-Toleranz-Praxis aus: Mobbing darf in der Gesellschaft auf keinen Fall akzeptiert werden.

Kurz vor Ostern gab es im Landtag klare Bekenntnisse der Parteien gegen das Mobben von Bauernfamilien. Schon der beginnende Wahlkampf wird zeigen, wer welche Worte verwendet, um Bauernarbeit zu beschreiben.

Umfrage-Ergebnisse: Die Zahlen zu Mobbing von Bauernkindern

Umfrageergebnis zu Mobbing-Erfahrung von Landwirten
© agrarheute/agrarfoto
Umfrageergebnis zu Alter von gemobbten Kindern
© agrarheute/Fotolia/Roman Bodnarchuk
Umfrageergebnisse zu Maßnahmen gegen Mobbing
© agrarheute/agrarfoto
Umfrageergebnisse zu Verhalten bei Mobbing
© agrarheute/Fotolia/lassedesignen
Ort an dem Kinder gemobbt werden
© agrarheute/agrarfoto
Person, die Bauernkinder mobbt
© agrarheute/Fotolia/Dmitry Vereshchagin
Betriebsausrichtung von Landwirten mit Mobbing-Erfahrung
© agrarheute/Fotolia/Harald Biebel
Gründe für Mobbing gegen Bauernkinder
© agrarheute/agrarfoto
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