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Politik international

Moskau zur Marktöffnung für US-Fleischunternehmen bereit

von , am
26.02.2013

Moskau - Im Agrarhandelskonflikt zwischen Russland und den USA um mit dem Wachstumsförderer Ractopamin erzeugtes Fleisch hat Moskau jetzt einen Kompromissvorschlag unterbreitet.

51.000 t Rindfleisch aus Brasilien ging in den ersten neun Monaten 2013 in die EU. © Barbara Pheby/Fotolia
Der Föderale Aufsichtsdienst für Tier- und Pflanzengesundheit (Rosselkhoznadzor) ist bereit, Lieferungen der US-Fleischproduzenten zu gestatten, die zum Export in die Europäische Union zugelassen sind. Auf diese Weise sei eine rasche Wiederaufnahme des Handels möglich, erklärte Rosselkhoznadzor-Leiter Sergej Dankwert gegenüber dem Vizepräsidenten der US-Fleischexportföderation (US- MEF), Thad Lively.
 
Bei Lebensmitteln gelte in der EU wie auch in Russland und der Zollunion ein Verbot für Rückstände des Wachstumsförderers Ractopamin, erläuterte Dankwert. Daher könnte seine Behörde die schlichte Übernahme des EU-Verzeichnisses akzeptieren.

Zusätzliche Garantien verlangt

Lively seinerseits teilte laut Rosselkhoznadzor mit, dass mehrere US-Fleischproduzenten bereit seien, ein Programm zur Lieferung von garantiert ractopaminfreier Ware ins Leben zu rufen. Mit den zuständigen heimischen Behörden seien bereits Gespräche aufgenommen worden, um eine Zertifizierung solcher Produkte gemäß den russischen Forderungen zu gewährleisten. Dankwert lobte die Bemühungen der Exporteure, betonte aber, der kürzeste Weg zur Wiederaufnahme des Handels würde über entsprechende Garantien des US-Veterinärdienstes führen; dieser meide jedoch seit Ende November jeden Kontakt zu Rosselkhoznadzor. Darunter hätten die US-Exporteure und die russischen Importeure zu leiden.

Ractopamin-Problematik im Fokus

Dagegen hätten die betreffenden Behörden in Kanada, Brasilien und Mexiko bereits erklärt, in Kürze Listen der zum Export nach Russland berechtigten Unternehmen vorzulegen, in deren Fall die Fleischerzeuger kein Ractopamin einsetzten. Generell habe man Vertrauen in Zusicherungen des US-Veterinärdienstes verloren, so Dankwert. Dieser habe die russische Seite jahrelang irregeführt, indem er die Produkte fälschlicherweise als mit den russischen Qualitätsbestimmungen übereinstimmend zertifiziert habe. Wegen der Ractopamin-Problematik hat Russland die Importe von Schweine-, Rind- und Putenfleisch sowie daraus hergestellter Erzeugnisse aus den USA seit dem 11. Februar verboten.
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