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Soziale Medien

Musiknutzung in sozialen Medien: Keine Angst vor der GEMA

Handy filmt Konzert
am Donnerstag, 12.08.2021 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Wenn du für deine Social-Media-Kanäle Videos erstellst und/oder dir ein eigenes Story-Intro und -Outro bastelst, betrittst du die Welt des Urheber-, Leistungs- und Filmherstellungsrechts. Was du dabei beachten musst, erklärt dir unsere GEMA-Beauftragte Désirée.

Mein Name ist Désirée und ich war mal bei der GEMA. Daher kümmere ich mich mit besonderer Leidenschaft um all die Musikthemen, die bei agrarheute und Hofheld immer mal wieder aufploppen.

Ich sehe auf euren Social-Media-Kanälen viel Video-Content: seien es selbst produzierte Erntevideos oder individuelle Intros- und Outros für die (täglichen) Instagram-Storys. Einige Videoproduzenten unter euch haben sicherlich schon die Erfahrung gemacht, dass Videos gesperrt wurden. Doch woran liegt das?

Zur Erinnerung: GEMA bedeutet Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte. Sie vertritt musikalische Urheber: Textdichter, Komponisten und deren Musikverleger. Die GEMA rechnet folglich alle ihr übertragenen Urheberrechte für die Musiknutzung auf Kanälen wie Instagram, YouTube & Co. direkt mit den Plattformbetreibern ab. Wenn du also Musiken direkt in der Instagram-App in deine Story einbaust, musst du erstmal nichts weiter tun.

Musik bei Videoschnitt: Rechte vorher abklären

Anders sieht das allerdings aus, wenn du Bild und Ton bereits vor dem Hochladen auf die Social-Media-Plattform zusammenbringst. Wenn du zum Beispiel ein Erntevideo von dir in einem Videoschnittprogramm musikalisch unterlegst, musst du die zusätzlich erforderlichen Rechte direkt bei den sogenannten Berechtigten einholen. Das liegt am Leistungsschutzrecht bei der Verwendung von Originalaufnahmen (liegt beim Plattenlabel) und/oder am Filmherstellungsrecht (liegt in der Regel beim Musikverlag). Für beide ist die GEMA nicht zuständig.

Hört sich kompliziert an. Ist es auch. Das heißt jetzt jedoch nicht, dass du den Kopf in den Sand stecken musst. Folgende Tipps hat Christian von der GEMA für dich:

  • Du solltest die (Video-)Herstellungsrechte, auch Sync-Rechte genannt, im Vorfeld mit dem Musikverlag klären. Auf dieser Seite finden sich die Kontaktdaten zu meinen Berliner Kolleg*innen, die den richtigen Musikverlag und den Ansprechpartner dort heraussuchen können: https://online.gema.de/werke/search.faces
  • Was die Verlage bei einer Nutzungsanfrage konkret interessiert, ist unterschiedlich. Aber sie brauchen den Songtitel, wo er erscheinen soll und Infos zu der Produktion.
  • Die Verlage können das Einverständnis kostenpflichtig oder kostenlos erteilen, oder aber verweigern.
  • Gleiches gilt für das Leistungsschutzrecht für das die Plattenfirmen zuständig sind. Google einfach danach.

Du könntest natürlich auch GEMA-freie Musik verwenden, aber denk‘ dran, dass GEMA-frei nicht bedeutet, dass diese kostenlos ist.

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