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Politik national

MV: 10.000 Hektar unter Naturschutz gestellt

von , am
19.06.2015

In Mecklenburg-Vorpommern gehen mehr als 10.000 Hektar Bundesfläche in das Naturerbe über. Damit stehen sie einer Privatisierung nicht mehr zur Verfügung. Hier erfahren Sie, welche Gebiete davon betroffen sind.

Mecklenburg-Vorpommern hat 45.800 Hektar Naturschutzfläche. © neurolle Rolf/pixelio.de
Der Bundestag hat beschlossen, dass über 10.300 Hektar (ha) Bundesfläche in Mecklenburg-Vorpommern (MV) nicht privatisiert werden dürfen, sondern dauerhaft unter Naturschutz gestellt werden sollen. Wie Agrarminister Till Backhaus mittteilt, fallen jetzt über 45.800 ha des Landes unter die Schutzkategorie des Nationalen Naturerbes. In Mecklenburg-Vorpommern wurden bislang etwa 35.500 ha Naturschutzflächedem "Nationalen Naturerbe" zugeordnet.

Diese Flächen kommen in MV hinzu

  • Leussower Heide / Lübtheen: 6.280 ha
  • Rechlin: 1.460 ha
  • Eggesiner Forst / Stallberg: 948 ha
  • Tilzow / Mölln-Medow: 525 ha
  • Seltz: 448 ha
  • Eggesiner Forst / Kuhlmorgen: 306 ha
  • Abtshagen: 268 ha
  • Glowe: 75 ha
Der frühere Truppenübungsplatz Lübtheen zählt mit 6.280 ha Größe zu den wenigen noch vorhandenen unzerschnittenen Landschaften in Deutschland. Lübtheen ist Bestandteil verschiedener Europäischer Schutzgebiete.
 
Dort findet sich das größte Vorkommen der Vogelarten Ziegenmelker, Raufußkautze und Brachpieper. Neben weiteren schützenswerten Artenvorkommen gab dies Anlass, bedeutende Teile des Gebietes als Europäisches Vogelschutzgebiet anzumelden.

Weitere 30.000 Hektar ins Naturerbe übertragen

Die Flächen des "Nationalen Naturerbes" sind Teil der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt, die 2007 von der Bundesregierung beschlossenen wurden. Diese Flächen beherbergen seltene Tier- und Pflanzenarten. Sie werden als Biotopverbund angesehen.
 
Gemäß Koalitionsvereinbarung des Bundes von 2013 werden mindestens 30.000 Hektar weiterer Flächen von der Privatisierung ausgenommen und in das Nationale Naturerbe übertragen.    

Hintergrund: 'Nationales Naturerbe'

Als "Nationales Naturerbe" werden Flächen in Deutschland bezeichnet, die seit 2000 als dauerhafte Naturschutzflächen gesichert werden. Dies geschieht durch Übertragungen von Land- und Wasserflächen aus dem Eigentum der Bundesrepublik Deutschland in die Trägerschaft der Bundesländer, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) oder von Naturschutzverbänden und -stiftungen.
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