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Umwelt

MV: 73 Maßnahmen für die biologische Vielfalt

von , am
19.12.2012

Schwerin - In Mecklenburg Vorpommern soll eine neues Konzept den Erhalt und die Entwicklung der biologischen Vielfalt vorantreiben. 73 Maßnahmen sind für die Zukunft geplant.

Den Reichtum an Arten und Lebensräumen zu schützen ist Ziel des am Dienstag vorgestellten Konzepts "Erhalt und Entwicklung der Biologischen Vielfalt in Mecklenburg-Vorpommern". Es enthält auf über 170 Seiten in 13 Aktionsfeldern Ziele und Maßnahmenvorschläge im ländlichen Raum sowie im Bereich der Küstengewässer.
 
"Es gibt bereits viele gute Beispiele", erläuterte Umweltminister Dr. Till Backhaus vor der Landespressekonferenz am Dienstag. "Denken wir nur an die bisherige Umsetzung des Moorschutzkonzeptes, die umfangreichen Renaturierungen von Fließgewässern, die Etablierung der Großschutzgebiete (Nationalparke, Naturparke, Biosphärenreservate) oder die Anerkennung eines Teils unserer Buchenwälder als Weltnaturerbe. Aber es gibt auch noch viel zu tun. Dazu werden in unserem Konzept insgesamt 73 Maßnahmen vorgeschlagen."

Hohe Ziele gesteckt

So soll beispielsweise der Umfang aktiv entwässerter Küstenpolder durch Renaturierungsprojekte von aktuell 16.560 um insgesamt 10.000 Hektar (ha) reduziert werden. Durch Maßnahmen zur Verbesserung der Strukturgüte, der Wasserqualität und der ökologischen Durchgängigkeit werden 2000 Kilometer (km) Fließgewässer in einen "guten ökologischen und guten chemischen Zustand" gemäß der Wasserrahmenrichtlinie gebracht.
 
Der Umfang beeinträchtigter Fließgewässer soll von 3.900 km auf 1.900 km reduziert werden und der Umfang naturnah bewirtschafteter Fließgewässer soll durch die Renaturierungen um 1.400 km vergrößert werden. Außerdem soll die Restaurierung von 17.000 ha Seenfläche eingeleitet und damit der Umfang beeinträchtigter Seen von derzeit 25.000 ha auf 8.000 ha reduziert werden.

275 Millionen Euro für Agrarumweltprogramme

"Unsere Förderpolitik ist so ausgerichtet, dass sie eine Grundlage für den Erhalt der Biologischen Vielfalt ist", betonte der Minister und nennt das Beispiel Ökolandbau. "Im Zeitraum von 2007 bis 2015 werden ca. 275 Millionen Euro für Agrarumweltprogramme im Bereich der Landwirtschaft ausgegeben. Die höheren Anforderungen an eine besonders umweltfreundliche Bewirtschaftung werden derzeitig auf ca. 190.000 Hektar, das sind ca. 15 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen in MV, umgesetzt."
 
Das Konzept zur "Erhaltung und Entwicklung der Biologischen Vielfalt", das bestehende mit weitergehenden Maßnahmen verbindet, wird nun auch in den anderen Landesministerien zur Diskussion gestellt. Eine erste Überprüfung der Ergebnisse ist für das Jahr 2020 geplant.
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