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Dorf und Familie

Nachgefragt: Wie feiern Sie Ostern?

Externer Autor ,
am
24.04.2011

Osterei und Osterhase für die Kinder, Osterfeuer für die Partylöwen oder Kirche und Osterwasser für die Christen? Wir fragen zwei Frauen und einen Mann, wie sie es mit Osterbräuchen und -traditionen halten.

Osterwasser, ein Brauch aus vorchristlicher Zeit
 
Heidrun Kuhlmann, 31749 Auetal Niedersachsen
 
Ein schöner und für mich wichtiger Brauch ist das Osterwasser-Schöpfen. Wie viele Bräuche stammt das Osterwasser aus vorchristlicher Zeit. Ihm werden besondere Heilkräfte nachgesagt. Nach alter Tradition wird es in der Nacht von Ostersamstag auf Ostersonntag aus einer Quelle geschöpft. Ich erinnere mich, dass ich als Kirchenvorsteherin für die Taufen in der Osternacht einige Male Wasser von der Quelle in unserem Pfarrwald geholt habe, schweigend, was für Frauen nicht ganz einfach ist. An der Quelle haben wir das Gesicht gewaschen, weil es heißt, das Osterwasser mache jung und schön. Wasser gilt als die Quelle des Lebens. mehr ...

Ostern wird feierlich aber nicht kommerziell begangen

Hannelore Eggelmann 31683 Obernkirchen Niedersachsen
 
In unserer Familie gibt es eine traditionelle Art, Ostern zu feiern. Solange die Kinder klein waren, wurden die Ostereier heimlich am Ostersamstag gefärbt. Später durften sie dann auch mithelfen. Im Garten wurden aus Moos oder Hobelspänen kunstvolle, gut gepolsterte Nester gebaut. In diese versteckte der Osterhase dann die Ostereier. Am Ostersonntagmorgen, nach der Kirche, wurden die Ostereier gesucht. Es gab bunte Hühnereier und Schokoladeneier zu finden und vielleicht mal eine Packung Buntstifte, bunte Söckchen, oder eine andere Kleinigkeit. Größere Geschenke haben wir unseren Kindern zu Ostern nie gemacht, und ich finde, das sollte auch so bleiben und nicht zu einem zweiten Weihnachtsfest ausarten. Ein Ostergericht gibt es bei uns nicht, aber wir halten uns an die alte Tradition, dass am Gründonnerstag etwas Grünes, beispielsweise Spinat oder Frankfurter grüne Soße und Pellkartoffeln gegessen wird, Karfreitag ist dem Fisch vorbehalten und an den Ostertagen wird dann schon mal etwas mehr geschlemmt, soweit unsere Zeit im Cafe es zulässt. Ein besonders schöner Brauch war für mich immer der Ostergottesdienst um 6 Uhr morgens. Bei Kerzenschein in der dunklen Kirche, wenn dann langsam die Sonne aufging und es draußen heller wurde und man an den religiösen Hintergrund des Osterfestes erinnert wurde. Ein schöner Brauch, der leider nicht mehr viele Menschen reizt. mehr ...

Große Kinder, keine Bräuche mehr

Wolfgang Eder, 84371 Triftern, Rottal/Inn Bayern
 
Osterbräuche kenne ich nur in Form von Eierbemalen und dem Basteln eines Osterstraußes. Da unsere Kinder aber nun 14 und 16 Jahre sind, wird auch dieses ausfallen. Ein traditionelles Osteressen gab und gibt es bei uns nicht, es wird auch nicht vermisst. Zum Standardprogramm gehört aber bei uns der Besuch der Kirche am Osterwochenende. mehr ...

Angelika Sontheimer
Freie Agrarjournalistin

 

 
 
 

Nachgefragt: Wie feiern Sie Ostern?


Wir fragen Heidrun Kuhlmann aus Niedersachsen, was sie von Osterbräuchen hält.


LandFrauen-Referentin im Landkreis Schaumburg
 
Mein Name ist Heidrun Kuhlmann, ich wohne im Landkreis Schaumburg und arbeite als Referentin in LandFrauenvereinen.

Osterwasser, ein Brauch aus vorchristlicher Zeit

Ein schöner und für mich wichtiger Brauch ist das Osterwasser-Schöpfen. Wie viele Bräuche stammt das Osterwasser aus vorchristlicher Zeit. Ihm werden besondere Heilkräfte nachgesagt. Nach alter Tradition wird es in der Nacht von Ostersamstag auf Ostersonntag aus einer Quelle geschöpft. Ich erinnere mich, dass ich als Kirchenvorsteherin für die Taufen in der Osternacht einige Male Wasser von der Quelle in unserem Pfarrwald geholt habe, schweigend, was für Frauen nicht ganz einfach ist. An der Quelle haben wir das Gesicht gewaschen, weil es heißt, das Osterwasser mache jung und schön. Wasser gilt als die Quelle des Lebens.

Alte Bräuche helfen bei Sinnfragen, die Erfahrung lohnt sich

Wenn man solche Bräuche hinterfragt, stößt man auf generelle Sinnfragen: Aus welchen Quellen schöpfe ich Kraft und innere Frische? Aus welchen Quellen wird mein Denken, Reden und Tun gespeist? Wenn wir alte Bräuche mit Leben füllen, die Kraft hinter allen äußeren Formen entdecken, ist das eine schöne Erfahrung, es lohnt sich! 

Wie feiern Sie Ostern?


Wir fragen Hannelore Eggelmann aus Obernkirchen, was sie von Osterbräuchen hält.


Mein Name ist Hannelore Eggelmann, ich wohne in Obernkirchen, das liegt zwischen Stadthagen und Bückeburg, 45 km westlich von Hannover im Landkreis Schaumburg. Wir betreiben seit zwölf Jahren ein Hofcafé mit 130 Sitzplätzen innen und 70 Sitzplätzen draußen auf dem Hof. Unser Schwerpunkt sind hausgebackene Torten und Blechkuchen aus dem Steinbackofen. Seit fünf Jahren bieten wir das "etwas andere Frühstück" an, unter anderem mit diversen Sorten hausgemachter Marmelade, frisch zu bereiteten Aufstrichen mit Kräutern aus dem eigenen Kräutergarten und selbstgebackenen Brötchen. Sieben Jahre lang hatten wir ein Heuhotel. Im Moment bauen wir zwei kleine Ferienappartements in Allergikerfreundlicher Lehmbauweise. Ich bin Vorsitzende des LandFrauenvereins Bückeburg.

Ostern wird feierlich aber nicht kommerziell begangen

In unserer Familie gibt es eine traditionelle Art, Ostern zu feiern. Solange die Kinder klein waren, wurden die Ostereier heimlich am Ostersamstag gefärbt. Später durften sie dann auch mithelfen. Im Garten wurden aus Moos oder Hobelspänen kunstvolle, gut gepolsterte Nester gebaut. In diese versteckte der Osterhase dann die Ostereier. Am Ostersonntagmorgen, nach der Kirche, wurden die Ostereier gesucht. Es gab bunte Hühnereier und Schokoladeneier zu finden und vielleicht mal eine Packung Buntstifte, bunte Söckchen, oder eine andere Kleinigkeit. Größere Geschenke haben wir unseren Kindern zu Ostern nie gemacht, und ich finde, das sollte auch so bleiben und nicht zu einem zweiten Weihnachtsfest ausarten. Ein Ostergericht gibt es bei uns nicht, aber wir halten uns an die alte Tradition, dass am Gründonnerstag etwas Grünes, beispielsweise Spinat oder Frankfurter grüne Soße und Pellkartoffeln gegessen wird, Karfreitag ist dem Fisch vorbehalten und an den Ostertagen wird dann schon mal etwas mehr geschlemmt, soweit unsere Zeit im Cafe es zulässt. Ein besonders schöner Brauch war für mich immer der Ostergottesdienst um 6 Uhr morgens. Bei Kerzenschein in der dunklen Kirche, wenn dann langsam die Sonne aufging und es draußen heller wurde und man an den religiösen Hintergrund des Osterfestes erinnert wurde. Ein schöner Brauch, der leider nicht mehr viele Menschen reizt.

Bräuche sind Teil der Kultur, Hintergrundvermittlung ist wichtig

Solche Bräuche einzuhalten, denke ich, ist ein Teil unserer Kultur und vererbte Tradition. Aber man sollte den jungen Menschen und Kindern dann auch den Hintergrund solcher Festtage vermitteln, woher der Brauch stammt und warum wir uns daran halten oder nicht. Es wäre schade, wenn so schöne überlieferte Dinge in Vergessenheit geraten würden.

Nachgefragt: Wie feiern Sie Ostern?


Wir fragen Wolfgang Eder aus Bayern, was er von Osterbräuchen hält.


Mein Name ist Wolfgang Eder, ich stamme aus Triftern bei Rottal/Inn in Niederbayern. Ich arbeite hauptberuflich im Schichtdienst als Chemiewerker und betreibe noch Ackerbau im Zuerwerb.

Große Kinder, keine Bräuche mehr

Osterbräuche kenne ich nur in Form von Eierbemalen und dem Basteln eines Osterstraußes. Da unsere Kinder aber nun 14 und 16 Jahre sind, wird auch dieses ausfallen. Ein traditionelles Osteressen gab und gibt es bei uns nicht, es wird auch nicht vermisst. Zum Standardprogramm gehört aber bei uns der Besuch der Kirche am Osterwochenende.

Bräuche gehen zurück, Wirtschaft vermarktet Konsum

Solche Bräuche sind noch Teil unserer Kultur, werden aber langsam verschwinden. Die Wirtschaft wird aber in Zukunft vermehrt auf diese Feste eingehen damit der Verbraucher verstärkt sein Geld für sinnlosen Konsum wie beispielsweise für Halloween ausgibt. Das kirchliche Osterfest in seiner bisherigen Form wird es weiterhin geben, wobei die Nachfrage meiner Meinung nach laufend sinkt.
 
Wolfgang Eder
84371 Triftern, Rottal/Inn Bayern
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