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Wirtschaft

Nachgefragt: Wie läuft die Spargelsaison?

Externer Autor
am
10.06.2011

Wir sind mittendrin in der Spargelzeit. agrarheute.com fragt drei Spargelanbauer aus Baden-Württemberg und Thüringen nach ihrer Einschätzung der diesjährigen Spargelsaison.

Erträge und Qualitäten gut, Preise weniger
 
Rainer Gehrer, 76448, Durmersheim, Baden-Württemberg
 
"Wir bauen 40 Hektar Spargel an. Während der Saison arbeiten circa 90 Erntehelfer aus Rumänien und sechs Verkäuferinnen auf 400 Euro Basis für unseren Hofladen. Wir vermarkten über die Obst- und Gemüse-Absatzgenossenschaft Nordbaden eG, OGA mit Sitz in Bruchsal sowie direkt über unseren Hofladen, wir betreiben keine Stände. Mit der Ernte sind wir soweit zufrieden. Die Erträge und Qualitäten im Spargeljahr 2011 waren sehr gut. Was die Preise angeht, hatten wir in diesem Jahr allerdings kein Glück. Außer dem geringen Niederschlag können wir für diese Saison keine Besonderheiten nennen." mehr ...

Preise haben durch das Überangebot sehr stark nachgegeben

Peter Geng Landwirt in 68799 Reilingen Baden-Württemberg
 
"Die Spargelernte hat dieses Jahr bei uns am 8. April begonnen und bereits am 12. April wurden 600 Kilogramm an die Obst- und Gemüse-Absatzgenossenschaft Nordbaden eG, OGA in Bruchsal geliefert. Drei Tage später waren es bereits 1.200 Kilo. Wir vermarkten unseren Spargel zu 80 Prozent über die OGA und den Rest im eigenen Hofladen. Die Tageserzeugung pendelte sich etwa bei 900 Kilo ein, wobei der Löwenanteil auf die Sortierung 16/26 weiß/violett entfällt. Klasse 1 liegt aufgrund unserer strengen Sortierung unter zehn Prozent. Die Preise haben durch das enorme Überangebot sehr stark nachgegeben." mehr ...

Früher Saisonstart, konstanter Abverkauf, Preise niedriger als im Vorjahr

Niclas Imholze-Spargelhof Kutzleben, 99955, Kutzleben Thüringen
 
"Es war bisher ein sehr trockenes Jahr. Nach einem frühen Start in die Saison bereits Anfang April hatten wir dieses Jahr stabile Erntemengen und keine Erntespitzen. Wir verzeichnen einen konstanten Abverkauf, allerdings sind die Preise auf niedrigerem Niveau im Vergleich zum Vorjahr. Die Qualitäten sind bislang gut, Arbeitskräfte aus Polen und Rumänien sind in ausreichender Anzahl vorhanden, es gibt aber das Problem, qualifizierte deutsche Arbeitskräfte für den Verkauf und die Produktion zu gewinnen." mehr ...
 
Angelika Sontheimer
Freie Agrarjournalistin

Nachgefragt: Wie läuft die Spargelsaison?


Wir sind mittendrin in der Spargelzeit. agrarheute.com fragt Spargelanbauer Rainer Gehrer nach seiner Einschätzung der diesjährigen Spargelsaison.


"Durmersheim liegt in in der Oberrheinischen Tiefebene südlich von Karlsruhe im Landkreis Rastatt. Wir betreiben inmitten der badischen Spargelstraße auf 40 Hektar einen reinen Sonderkulturbetrieb, ausschließlich Spargel mit den Sorten Grolim, Gijnlim, Backlim, Cumulus, Rapsody und Steiniva als Grünspargel sowie Violetta. Wir haben zwei festangestellte Mitarbeiter, einen Landwirt als Produktionsleiter und unsere Tochter, die den Betrieb übernehmen soll.

Erträge und Qualitäten gut, Preise weniger

Wir bauen 40 Hektar Spargel an. Während der Saison arbeiten circa 90 Erntehelfer aus Rumänien und sechs Verkäuferinnen auf 400 Euro Basis für unseren Hofladen. Wir vermarkten über die Obst- und Gemüse-Absatzgenossenschaft Nordbaden eG, OGA mit Sitz in Bruchsal sowie direkt über unseren Hofladen, wir betreiben keine Stände. Mit der Ernte sind wir soweit zufrieden. Die Erträge und Qualitäten im Spargeljahr 2011 waren sehr gut. Was die Preise angeht, hatten wir in diesem Jahr allerdings kein Glück. Außer dem geringen Niederschlag können wir für diese Saison keine Besonderheiten nennen.

Weiter auf Spargel setzen, nationale Überproduktion vermeiden

Auch in Zukunft werden wir die Spargelflächen im vorhandenen Umfang weiterführen. Der deutsche Spargel wird unserer Meinung nach seinen Marktanteil beibehalten. Allerdings wäre eine Überproduktion fatal für die weitere Preisentwicklung."
 
Rainer Gehrer
76448 Durmersheim
Baden-Württemberg 

Nachgefragt: Wie läuft die Spargelsaison?


Wir sind mittendrin in der Spargelzeit. agrarheute.com fragt Spargelanbauer Peter Geng nach seiner Einschätzung der diesjährigen Spargelsaison.


"Mein Name ist Peter Geng, ich bin Landwirt in Reilingen im Rhein Neckar Kreis. Mein Betrieb umfasst circa 100 Hektar. Davon entfallen 80 Hektar auf die Rollrasenproduktion und 7,5 Hektar auf den Spargelanbau. Wir wirtschaften großteils auf sandigen bis leicht lehmig sandigen Böden mit 20 bis 35 Bodenpunkten.

Preise haben durch das Überangebot sehr stark nachgegeben

Die Spargelernte hat dieses Jahr bei uns am 8. April begonnen und bereits am 12. April wurden 600 Kilogramm an die Obst- und Gemüse-Absatzgenossenschaft Nordbaden eG, OGA in Bruchsal geliefert. Drei Tage später waren es bereits 1.200 Kilo. Wir vermarkten unseren Spargel zu 80 Prozent über die OGA und den Rest im eigenen Hofladen. Die Tageserzeugung pendelte sich etwa bei 900 Kilo ein, wobei der Löwenanteil auf die Sortierung 16/26 weiß/violett entfällt. Klasse 1 liegt aufgrund unserer strengen Sortierung unter zehn Prozent. Die Preise haben durch das enorme Überangebot sehr stark nachgegeben.

Mittelfristig Aufgabe des Spargelanbaus

Die Preise sackten durch die Übermenge sehr stark ab. Durch die Arbeitskostensteigerung werden auch in diesem Jahr die Erlöse aus dem Erzeugergroßmarktverkauf gerade reichen, um die Erntehelfer zu entlohnen. Ich habe mich deshalb entschlossen, mittelfristig den Spargelanbau aufzugeben."
 
Peter Geng
Landwirt
68799 Reilingen Baden-Württemberg 

Nachgefragt: Wie läuft die Spargelsaison?


Wir sind mittendrin in der Spargelzeit. agrarheute.com fragt Spargelanbauer Niclas Imholze nach seiner Einschätzung der diesjährigen Spargelsaison.


"Unser Betrieb liegt am Rande des Thüringer Beckens nordwestlich von Erfurt. Wir haben uns auf Sonderkulturen spezialisiert und produzieren auf 200 Hektar Bleichspargel, auf siebeneinhalb Hektar Grünspargel und auf zehn Hektar Erdbeeren. Wir verarbeiten den Spargel selbst in unserer Aufbereitungshalle mit computergesteuerter Sortierung, Kühlanlagen und automatischer Verwiege- und Verpackungstechnik und vermarkten ihn unter anderem in unserem Hofladen und in unserem Gastronomie-Spargelzelt.

Früher Saisonstart, konstanter Abverkauf, Preise niedriger als im Vorjahr

Es war bisher ein sehr trockenes Jahr. Nach einem frühen Start in die Saison bereits Anfang April hatten wir dieses Jahr stabile Erntemengen und keine Erntespitzen. Wir verzeichnen einen konstanten Abverkauf, allerdings sind die Preise auf niedrigerem Niveau im Vergleich zum Vorjahr. Die Qualitäten sind bislang gut, Arbeitskräfte aus Polen und Rumänien sind in ausreichender Anzahl vorhanden, es gibt aber das Probleme, qualifizierte deutsche Arbeitskräfte für den Verkauf und die Produktion zu gewinnen.

Bewährtes Betriebskonzept wird beibehalten

Unsere Anbaufläche wird nicht erhöht sondern konstant gehalten, sie hat für unseren Betrieb die optimale Größe für die Vermarktung. Eine Vergrößerung würde Platz- und Vermarktungsschwierigkeiten bedeuten."
 
Niclas Imholze
Spargelhof Kutzleben
99955, Kutzleben Thüringen
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